München: Der Schmetterlingsbaum als Heimat

Eden Iyob, die Leiterin der Caritas-Kinderkrippe Schmetterlingsbaum, will Kindern, Eltern und Mitarbeiterinnen ein Gefühl von Heimat vermitteln.
 
„Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt“, sagt Eden Iyob, die Leiterin der Caritas-Kinderkrippe Schmetterlingsbaum. So gesehen hat die 44jährige Frau aus Eritrea mehrere Heimatorte. Eritrea bleibt ihr Heimatland, auch wenn seit ihrer Kindheit nicht mehr dort lebt. Auch nach Lindau und das Allgäu, wo sie aufgewachsen ist, zieht sie es immer wieder hin. „Jetzt ist vor allem München meine Heimat, hier lebe ich mit meinen Kindern, hier habe ich meine Arbeit“, sagt sie. Als 12-Jährige konnte Iyob zu ihrer Mutter nachkommen, die zunächst ohne ihre Tochter als Kontingentflüchtling aus einem Lager in Sudan nach Deutschland einreiste durfte. Sie durchlief das deutsche Schulsystem machte ihre Ausbildung zur Erzieherin.


Wurzeln stärken - Flügel reifen lassen

„Der „Schmetterlingsbaum“ ist natürlich auch ein Stück Heimat“, sagt sie. „Meine Arbeit macht Sinn, ich fühle mich als Teil der Gesellschaft und präge sie als Erzieherin ja auch mit.“ Ihr besonderes Interesse gilt der interkulturellen Pädagogik. Sie möchte damit die Menschen berühren, damit sie sich öffnen für andere Kulturen. Lehrbücher seien das eine, sagt Iyob, wichtiger sei aber, dass Kinder und Eltern die Vielfalt als Bereicherung erlebten. Auch der interreligiöse Aspekt ist ihr wichtig. In ihrem Team gibt es mehrere christliche Konfessionen, eine Muslima und eine Buddhistin. Eden Iyob ist koptische Christin und engagiert sich in der koptischen Gemeinde in München. „Meine Aufgabe in der Krippe ist es, den Kindern, den Eltern und meinen Mitarbeiterinnen eine Heimat zu geben. Sie sollen sich sicher und geborgen fühlen, damit sie offen auf Neues zugehen können.“


Krippenleitung und Team festigen Berufswunsch

Die Offenheit und Heimat spürt auch Laura Schmidt. Die 18-Jährige ist ein echtes Münchner Kindl, in ihrer Familie in München aufgewachsen. Sie ist im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Erzieherin und absolviert den praktischen Teil im Schmetterlingsbaum. Laura bekommt viel Unterstützung von ihrer Ausbildungsanleiterin Iyob. „Ich kann immer alle aus dem Team fragen, wenn ich Hilfe brauche“, berichtet sie. Sie habe gelernt, offen zu sein und zum Beispiel gegenüber den Eltern sicher aufzutreten. „Wenn die Eltern die Kinder abholen, sprechen wir mit ihnen über den Tag, wie die Kinder geschlafen haben, ob sich jemand verletzt hat oder etwas braucht.“ Diese Übergabegespräche habe sie regelrecht geübt. „Das war sehr wichtig für mich.“ Eden Iyob und das Team haben viel dazu beigetragen, dass Laura nun sicher weiß, dass sie die Arbeit mit Kindern zu ihrem Beruf machen will. Sie will auf jeden Fall Erzieherin werden.

Adelheid Utters-Adam

Helmut Vogler und Sali kennen sich über die Caritas-Schulsozialarbeit an der Implerschule.


Suche nach Angeboten
und Dienstleistungen