Erfahrungsbereichte von Freiwilligen in und aus Südtirol

Erfahrungsbericht über meinen Spontanentschluß als Ehrenamtliche für 2 Monate nach Bozen zu übersiedeln:

Nach den Feiertagen im Neuen Jahr ging alles sehr schnell. Ein Rundschreiben der Caritas Bozen wurde nach einigen Rückfragen bei Herrn Geiger in München und Herrn Barbieri in Bozen sehr schnell in die Tat umgesetzt. Das hieß auch, daß ich in München alles so organisieren mußte, ein Haus, einige Verpflichtungen und Freunde so zu verlassen, daß ich abkömmlich war für diesen Zeitraum. Ich hatte mich für Februar und März verpflichtet; aber die geplante Seniorenwoche im Blindenzentrum Bozen war bereits vom 30.1. ab geplant und so machte ich mich am chaotischsten Tag für Bayern, Donnerstag 28.1., nachdem ich mich freigeschaufelt hatte, auf den Weg nach Bozen und kam auch nach 4 ½ Std. gut bei Herrn Osthoff an.

Nach dem Schnuppertag im BLZ ging es von Samstag 30.1. bis 06.02. nur mit Nachtruhe durch. Ich bekam eine Seniorin zur Betreuung, die fast blind und zudem körperlich nach einem Schlaganfall sehr schlecht drauf war. Alle übrigen Senioren waren teils stark Sehbehindert oder blind, die meisten aber sehr mobil. So fanden diese sich morgens, vor dem Frühstück bereits beim Turnen oder Schwimmen ein. Mein Einsatz begann aber „erst“ so gegen 7.45 Uhr (ich hab hier gottseidank mein Klappradl mit, mit dem ich die 2 km von meinem Zimmer im Zentrum Bozen zum BLZ rascher überwinden kann), wenn meine Seniorin Rosa angezogen war und ich ihr dann beim Frühstück helfen konnte.
Es blieb aber dann nicht nur bei der Hilfe für Rosa, sondern so manch andere Blinde war erfreut, wenn ich mich bei allen Mahlzeiten nicht nur ums Essen Austeilen kümmerte, sondern die Gläser füllte oder das Essen mundgerecht richtete und Reste z.B. vom Salat noch auf die Gabel packte.

Die Seniorenwoche wurde am Sonntag mit einer sehr schönen Messe, gestaltet vom Männergesangsverein Gries, geleitet von einer attraktiven Chorleiterin, begonnen, nachdem am Vorabend noch eine Vorstellungsrunde statt fand.

Diese Woche war nach dem Morgen-Sportprogramm um 7.30 Uhr, ausgefüllt mit der Morgenbesinnung nach dem Frühstück, dann täglich ein anderes Vor- und Nachmittagsprogramm (Mariedl erzählt…., Gedächtnistraining, die Hebamme Irma Geiser Morelato erzählte aus ihrem Leben…., Turnen mit Roberto,
Musiktherapie mit Veronika, Singstunde mit Hr.Meinrad Warger, Diskussion „Von der Lust und Last des Alters“ mit Kaplan A. Prugger, aber auch ein Ausflug auf die Haselburg wurde gemacht, täglicher Spaziergang durfte auch nicht fehlen. Vor dem Abendessen war dann der Rosenkranz angesagt und abends gab es für die Senioren meist auch ein Programm. Dieses schaffte ich nach 11 Std. „Auf den Füssen sein“ jedoch nicht mehr, auch wenn es noch so interessant gewesen wäre.

Die Seniorenwoche ist nun vorbei, ich hab mich ein bißerl von den für mich ungewohnten Tätigkeiten erholt und hatte bereits ein weiteres Erlebnis. Denn ich war Montag frühmorgens unterwegs, um Hr.Nikolaus Fischnaller nach Toblach zu fahren (er ist blind), da er dort 2x 100 Min. in zwei Erste Klassen Mittelschule Infounterricht halten sollte. Ich hatte mir den Weg vorher aber erklären lassen, da ich mich überhaupt noch nicht auskenne und war verwundert, als mein Beifahrer mir plötzlich einen ganz anderen Weg erklärte durch Bozen, um auf die Autobahn zu kommen. Er spürte jede Kurve, jeden Kreisverkehr und leitete mich sicher durch Bozen durch. Auch die weitere Strecke erklärte er mir und die Teilnahme bei der ersten Klasse war auch wieder für mich sehr lehrreich.

Ich mach im Umgang mit den Blinden weiterhin noch einige Fehler; aber ich bin um die Erfahrungen, die ich bis jetzt hier machen durfte, sehr dankbar. Sie sind eine Bereichung für mich und ich freu mich hier in Bozen sein zu dürfen und wünsch mir weiterhin viele positive Eindrücke auch für die, für die ich tätig sein darf.

Traudl Nenz
Bozen, 9.2.2010



Freiwillige in einem Alten-und Servicezentrum

Es herrscht um die Mittagszeit reger Betrieb im großen Saal des Alten- und Service-Zentrums (ASZ) Aubing. Mehr als 25 Senioren kommen regelmäßig zum Mittagstisch. Mitten dabei ist die Südtirolerin Giaginta Covi, die seit drei Wochen im Rahmen eines EU-Projektes freiwillig hier im Einsatz ist. Jetzt ist sie in Gespräche mit den Besuchern vertieft, nachdem sie zuvor in der Küche mitgeholfen hat, das Essen vorzubereiten.

Die 59-jährige ist die erste Teilnehmerin, die das Austauschprojekt der EU umsetzt. Das Programm will für Senioren durch einen achtwöchigen Einsatz jenseits der Alpen den Gedanken der europäischen Integration fördern. Partner dabei sind der Caritasverband in Bozen und der Landescaritasverband Bayern und der Caritasverband München. Frau Covi folgen noch weitere 5 Teilnehmer aus Südtirol und umgekehrt arbeiten sechs Freiwillige aus Bayern in sozialen Einrichtungen in Bozen.

Was bewegt Menschen, sich für acht Wochen im Ausland freiwillig zu engagieren? „Ich bin immer offen für neue Erfahrungen und nachdem die Kinder aus dem Haus sind, habe ich die Freiheit und die Zeit, nach München zu gehen“ berichtet die agile Südtirolerin. Sie arbeitet im ASZ mit, wo sie gebraucht wird und will ganz einfach die Freiwilligen dort entlasten. „Wenn ich gehe, sollen die Freiwilligen das Gefühl haben, dass während meiner Anwesenheit alles ein wenig leichter war, weil sie Unterstützung hatten“ ist ihr Anspruch. Dafür ist sie gerne bereit täglich sechs Stunden zu investieren. Überwältigt ist Frau Covi von den vielen freiwillig Aktiven, die im ASZ in unterschiedlichen Bereichen mitarbeiten. Ihnen fühlt sie sich verbunden, weil sie den Einsatz als Freiwillige aus ihrer Heimat kennt. Wenn sie zurückkehrt bleibt im ASZ die Erinnerung an eine Frau, die die Arbeit durch ihre Erfahrung und ihre menschliche Nähe bereichert hat.




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