Seminare im Bundesfreiwilligendienst

Seminar September 2011

Das erste fünftägige Seminar des Bundesfreiwilligendienstes der Träger Caritas und BDKJ fand in der Woche zum 05. bis 09. September 2011 statt. Die 58 teilnehmenden Freiwilligen waren mit Ihren Ansprechpartnern der Caritas, Florian Geiger und Annika Hartdegen in dem Bildungszentrum des Bundesamtes (ehemalige Zivischule) Geretsried untergebracht. Die drei Seminargruppen (zu je 19 Teilnehmern) wurden begleitet und geleitet von DozentInnen des Bildungszentrums.

Montag
Nach der Ankunft und der Zimmerverteilung startete die erste Seminareinheit zum gegenseitigen Kennenlernen der Gruppe, einer Hausführung und der Etablierung der Seminarregeln. U.a. wurde von den Gruppen ein Seminarvertrag erarbeitet.

Dienstag
Am zweiten Tag wurden in der großen Runde die Träger vorgestellt. Es gab im Anschluss viele Fragen zu den organisatorischen Rahmenbedingungen des Bundesfreiwilligendienst, wie Kindergeld, Taschengeld, Fahrtkostenerstattung. Es war eine konzentrierte Atmosphäre in der auch einige vorhandenen Fragen der BFDler beantwortet werden konnten. In Kleingruppen wurden die jeweiligen Einsatzfelder vorgestellt.

In den Seminargruppen ging es in der zweiten Tageseinheit um die persönlichen Kompetenzen der Teilnehmer und welche sie im BFD weiterentwickeln möchten. Soft Skills sind die Gesamtheit persönlicher Fähigkeiten und Einstellungen, die dazu beitragen, individuelle Handlungsziele mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen und in diesem Sinne auch das Verhalten und die Einstellungen von Mitmenschen zu beeinflussen. Soft Skills umfassen Fertigkeiten, die für die soziale Interaktion nützlich und notwendig sind.

Mittwoch
Am Mittwochvormittag befassten sich die Gruppen mit der "Helferrolle". Für Personen die sich sozial engagieren möchten und sozial Schwächeren helfen möchte gibt es 4 Richtlinien
1) Verständigung aufbauen
2) Selbstbestimmung fördern
3) Teilhabe ermöglichen und
4) Spielräume lassen.
Wenn der Helfer mit dem Klienten eine Art der Verständigung gefunden hat, ist es wichtig ihm durch Klarheit Sicherheit und Vertrauen zu schaffen. Der Helfer sollte für und mit dem Klienten die erlebte Situation reflektieren und auf das Erlebte eingehen. Dem Klienten sollte die Selbstbestimmung nicht versagt werden. Die Würde eines jeden Menschen muss gewahrt werden. Die Eigenständigkeit des Klienten sollte von jedem Helfer respektiert und unterstützt werden, diese kann man durch angebotene Wahlmöglichkeiten fördern. Durch diese Wahlmöglichkeiten kann man den Klienten auch eine Teilhabe am aktuellen Leben und der Gesellschaft ermöglichen. Die mitgebrachten Ressourcen sollten immer genutzt und nicht übersehen werden. Um dem Klienten ein angenehmes und erfolgreiches Leben trotz Einschränkungen zu ermöglichen sollte man Freiräume gewähren. Dies kann der Helfer durch die Erweiterung seines Blickwinkels, Klienten können meist mehr als ihre Krankenakte aufzeigt. Für diesen Punkt ist es wichtig dem Klienten Zeit einzuräumen, um seine Vorstellungen zu äußern. In der Helferrolle sein, bedeutet aber auch für sich Selbst Sorge zu tragen und klare Grenzen für sich zu setzen.
Am Nachmittag wurden für die nächsten Seminare (das Nächste ab 14.11.11) Themen zur Auswahl gestellt und die Interessen der BFDlerInnen abgefragt. Die Freiwilligen wollen Thematiken bearbeiten, die mit Ihrer Tätigkeit in ihrer Einrichtung und ihnen selbst zusammen hängen. So suchten sie sich Themen aus wie z.B.: Sucht, Psychische Krankheitsbilder, Rollstuhl-Selbsterfahrung, Kommunikation und Gesprächstechniken u.v.m. Um etwas für das Leben zu lernen damit Ihre Generation die heutige Gesellschaft mitgestalten kann

Donnerstag
Der vierte Tag startete mit einer Diskussion über Kommunikation. Was bedeutet Kommunikation und was hängt damit alles zusammen?
Im Mittelpunkt einer Kommunikation steht, nach Schulz von Thun, die Nachricht, die der Sender an den Empfänger sendet. Eine Nachricht ist ein vielseitiges Paket mit sprachlichen und nicht-sprachlichen Anteilen. Sie kann gleichzeitig viele Botschaften enthalten. Jeder Sender, ob er dies beabsichtigt oder nicht, sendet immer gleichzeitig alle diese Botschaften. Die vier Seiten einer Nachricht (Sach-, Beziehungs-, Selbstoffenbarungs- und Appellseite) wurden in einem Spiel geübt. Die Stimme, Betonung, Aussprache, Mimik und Gestik des Senders entscheiden oft darüber, wie eine Nachricht vom Empfänger interpretiert wird.
Am Nachmittag besuchten wir in der Großgruppe das Buchheim Museum in Bernried, am Starnberger See. Lothar-Günther Buchheim (* 6. Februar 1918 in Weimar; † 22. Februar 2007 in Starnberg) war ein deutscher Maler, Fotograf, Verleger, Kunstbuch- und Romanautor, Filmemacher, Sammler und Gründer des „Buchheim-Museums der Phantasie“. Das Museum beherbergt eine Sammlung namhafter Expressionisten, sowie afrikanische Kunstgegenstände und Eigenwerke des Künstlers Lothar-Günther Buchheim.

Freitag
Am Freitag wurde das Thema Kommunikation im Bezug auf den BFD und möglichen Situationen mit Klienten gefestigt. Nach der Reflexion der Woche durch Frageböge wurde in der Großgruppe der weitere Ablauf der Seminare geklärt. Nach einigen Fragen verabschiedeten wir uns voneinander. Wir freuen uns auf das nächste Seminar im November.



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