Seminare im Bundesfreiwilligendienst

Seminar März 2012

In dieser Woche waren 84 von 92 eingeladenen Freiwilligen in Geretsried angereist. Für einen Teil der Freiwilligen war dies bereits die vierte Bildungswoche. Diese beschäftigten sich mit dem Kernthema Soziale Kompetenzen. Der andere Teil setzte sich mit Fachthemen auseinander.
Begonnen haben die Gruppen mit dem festen Bestandteil der Einsatzstellenreflexion. Dort wurde deutlich, dass es den meisten Freiwilligen in den Einrichtungen sehr gut geht und ihnen die Arbeit mit dem Klientel sehr großen Spaß bereitet. Leider gibt es aber vereinzelt auch immer noch die Praxis, dass Bundesfreiwillige wie ehemalige Zivildienstleistende behandelt werden und ihnen ausschließlich Putzarbeiten aufgedrückt werden. Manchen wurde zu Beginn des FW- Dienstes ein breites Aufgabengebiet zugesagt, dieses Versprechen jedoch nicht eingehalten. Andere Teilnehmer/innen bekommen eine hohe Eigenverantwortung und schätzen dies auch.
Zu den Seminaren insgesamt gab es unterschiedliche Rückmeldungen. Sehr überzeugt waren die Freiwilligen von dem Angebot der Politischen Bildung, auch wenn sie die Zuordnung zu den Gruppen nicht gut gelungen fanden. Sie hoffen diesbezüglich auf eine Möglichkeit der Online – Anmeldung, um die Chancen auf ihr Wunschthema zu erhöhen. Bei den anderen Themen wünschen sich die Freiwilligen, dass Fachthemen (Pädagogik, psychische Erkrankungen, Umgang mit dem Rollstuhl…) eher im Bildungskonzept auftauchen als erst im dritten Seminar, weil sie so vor Ort ihr erworbenes Wissen im Umgang mit den Klienten/innen direkt anwenden können.
Als wichtigen Bestandteil sehen sie den Praxisaustausch. Dort können sie erleben, dass sich andere Freiwillige in ähnlichen Situationen befinden, können sich Tipps und Hinweise geben. So z.B. erzählte eine Teilnehmerin, dass sie ihre Fahrtkarte günstiger über den München -Pass erhalten hat. Viele beklagen in diesem Zusammenhang auch, dass es immer noch keinen Ausweis für den Bundesfreiwilligendienst gibt. So hängt es oft noch davon ab an welchen Schalterangestellten man bei der Fahrkartenbeantragung gerät. Eine andere Jugendliche ließ sich von der Gruppe beraten, wie sie sich gegen ihre Vorgesetzten besser durchsetzen kann und was sie praktisch tun kann, wenn sie an zu vielen Wochenenden und Feiertagen für Fahrdienste eingeteilt wird.
Insgesamt konnte die Lust auf Bildungswochen bei den Freiwilligen im direkten Austausch geweckt werden, weil deren Wünsche auch in das Konzept mit eingebunden werden. Sie haben erkannt, dass für uns als Träger ich Recht auf Bildung großen Stellenwert hat.
Am Dienstag beging eine der Teilnehmerinnen ihren 18. Geburtstag über das Ständchen und ein Blümchen hat sie sich sehr gefreut. Mittwochs und donnerstags ging es für drei Gruppen mit dem Rollstuhl auf nach München. Tags zuvor haben die jeweiligen Gruppen den richten Umgang geprobt und sind auch über Sicherheitsbestimmungen aufgeklärt worden. Es war eine erkenntnisreiche Erfahrung für die Teilnehmer/innen. Man kann nicht einfach schnell mal zu einer S- Bahn laufen, weil sich das Warten am Aufzug schon mal eine halbe Stunde am Marienplatz hinzieht. In Pasing hat man mit dem Rollstuhl derzeit keine Chance, weil dort die große Bauaktion läuft. Wenn die abgeschlossen sind, wird es für Rollis und Kinderwägen dort besser, aber man muss sich noch gedulden.Rolliselbsterfahrung.

Bild vom BFD-Seminar
Bild von der Rollstuhlselbsterfahrung

Abends wurde fast täglich das bewährte Werwolf - Spiel gespielt, aber auch Ligretto, Monopoly und Kegeln waren angesagt. Während sich die einen noch dem Fußballfieber (Dortmund 1 –Greuter Führt 0 und Bayern München 5 und Mönchengladbach 3 nach Elfmeterschießen) hingaben, spannte ein Teilnehmer ganz entspannt ein Netz im Treppenhaus auf.

Bild vom BFD-Seminar
Bild eines Netzes im Treppenhaus des Bildungszentrums


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