Seminare im Bundesfreiwilligendienst

Seminar 02.06. – 06.06.2014 in Königsdorf

Gerhard Huber

Dieses Seminar in Königsdorf war für die meisten der Teilnehmer/innen das letzte von 5 Seminaren. Deshalb war thematisch die Auswertung der Erfahrungen während der BFD- Zeit geplant. Auch das Abschied nehmen voneinander stand an und vor allem sollte mittels Unternehmungen, die allen Spaß machen, ein dickes Dankeschön für das große Engagement und die geleisteten Dienste der Freiwilligen zum Ausdruck kommen.

Für die Auswertung der Erfahrungen während des BFD wurde die Gruppe der 79 (von 88 geladenen) Teilnehmer/innen in 4 Kleingruppen eingeteilt die in 3  Seminareinheiten miteinander arbeiteten.


Gruppenfoto vom BFD-Seminar in KöDo
Gruppenbild vom Seminar in Königsdorf

Als neuer Referent im Fachbereich Freiwilligendienste war ich zunächst neugierig in der von mir  geleiteten Kleingruppe zu erfahren, in welche Position und Rolle die Freiwilligen in ihrer Einrichtung hineingewachsen sind.

Anhand der Auswahlkriterien billige Hilfskraft / Freiwilliger der so nebenher läuft /Praktikant der unterstützt wird etwas zu lernen und Mitarbeiter der nahezu auf gleicher Augenhöhe mitwirkt, positionierten sich die Freiwilligen. Für mich überraschend wurde deutlich, dass sich die meisten Freiwilligen als gleichwertige Mitarbeiter definierten und berichteten, dass ihnen sehr verantwortungsvolle Aufgaben übertragen sind und auch ihre Einschätzungen und Ideen in der Gestaltung der Arbeitsabläufe Gehör finden.

Zur Auswertung der Erfahrungen beschäftigten wir uns mit der Fragestellung welchen Einfluss die Bilder und Vorstellungen vom Klienten auf das institutionelle Handeln haben (z.B. ist es für pädagogisches Arbeiten entscheidend, wie man ein Kind sieht, ob als Person mit ausgeprägten Persönlichkeitsmerkmalen, auf die man sich einstellen, entsprechend darauf eingehen und das Kind entsprechend individuell in seiner Entwicklung begleiten sollte, oder ob man das Kind quasi als leeres Gefäß betrachtet, dessen Prägung noch vollkommen offen ist und das gefüllt werden kann nach dem Duktus der Erzieher). In nach Klientengruppen eingeteilten Kleingruppen, tauschten wir uns zunächst über die gesellschaftliche Sichtweise auf die jeweiligen Klienten aus und fragten dann nach den Klientenbildern, welche den Freiwilligen durch Haltung und Verhalten der Anleiter und Kollegen in der Einrichtung vermittelt wurden. In den Berichten wurde deutlich dass die Bilder durchaus Unterschiede auswiesen, offensichtlich einem Wandel unterliegen, und dass sie bewusst und unbewusst großen Einfluss ausüben.

Zur persönlichen Reflexion ihres BFD- Einsatzes malten die Teilnehmer/innen ein Bild in dem sie der Entwicklung ihrer Persönlichkeit während der BFD- Zeit Ausdruck verliehen. Übereinstimmend wurde zum Ausdruck gebracht, dass sie viel an Selbstsicherheit und Verantwortungsbewusstsein gewonnen haben und dass viele sich in ihren beruflichen Wünschen klar geworden sind und mit einer Ausbildung oder Studium im sozialen Bereich beginnen werden.

Als Dankeschön für die Freiwilligen unternahmen wir zwei Ausflüge. Diente der Wellnesstag im Erlebnisbad Trimini in Kochel hauptsächlich der Entspannung, war beim Ausflug auf den Blomberg zunächst ein Anstieg mit 500 Höhenmetern zu überwinden, um sich dann auf die waghalsigen Herausforderungen des Kletterwalds mit seinen unterschiedlich schwierigen Kletterrouten einzulassen. Lange danach wurde noch, im Zusammenhang mit dem tendenziell unterschiedlichen Verhalten von männlichen und weiblichen Teilnehmern im Kletterwald, über das Thema Angst und Vertrauen gesprochen. In unserer Gruppe kam es zu einem spannenden Gespräch über die unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Herangehensweisen und Erfahrungsperspektiven und deren Bedeutung.

Einen gelungenen Höhepunkt brachte am Donnerstagabend das von den Teilnehmern organisierte Abschiedsfest. Koordiniert von zwei, aus den Reihen der Teilnehmerinnen gewählten Eventmanager/innen wurde das Fest den ganzen Nachmittag lang vorbereitet. Das Ergebnis war ein 3 Stunden dauerndes, von den Eventmanagern witzig moderiertes Programm, mit musikalischen, kabarettistischen Einlagen, Sketchen und einem Großgruppenspiel im Freien. Der sehr gelungene, von Kreativität und Organisationstalent geprägte Abend endete mit einer Disco bei der dann richtig
abgerockt wurde.

Gerhard Huber


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