Seminare im Bundesfreiwilligendienst

Politische Bildung Spiegelau vom 19.01.-23.01.2015

Am Montagmorgen wurden die ReferentInnen des Fachbereiches Freiwilligendienste der Caritas durch den stellvertretenden Hausleiter Herrn Maas und durch Frau Waldhauser herzlich begrüßt. Schnell  konnten noch offene organisatorische Fragen gemeinsam geklärt werden. Außerdem wurden wir von Herrn Maas durch das Bildungshaus und das nahe gelegene Wohnheim geführt.
Ab 12:30 Uhr reisten die ersten Freiwilligen der Gruppen E- H an, konnten ihre Zimmer beziehen und bei einem heißen Eintopf ihr Wiedersehen genießen. Die allgemeine Begrüßung erfolgte dann um 14:30 Uhr für die Freiwilligen und anschließend konnten sie sich ja nach Interesse folgenden politischen Themen zuordnen:
·         Aktuelles politisches Weltgeschehen
·         Klimawandel
·         Natur, Natur sein lassen und
·         Rechtsextremismus
 
Nach der ersten Einheit, die am ersten Tag durch die Anreise nach hinten verschoben wurde, kamen die Freiwilligen zum Abendessen ins Wohnhaus. Danach wurden, wie künftig an jedem Abend, Farben und Pinsel ausgepackt und der Kreativität freien Lauf gelassen. In immer unterschiedlicher Zusammensetzung gesellten sich malbegeisterte Freiwillige in unser Kerativeck. Daneben wurde mit unermüdlicher Begeisterung Musik gehört und Tischtennis gespielt. Einige spielten in den weiteren Freizeiträumen des Hauses Kicker, Activity oder Romme

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Am Dienstag waren wir ReferentInnen von der Gruppe Natur, Natur sein lassen eingeladen, sie auf ihrem Ausflug in den Nationalpark Bayrischer Wald zu begleiten. Das hieß warm anziehen, denn wir sollten bei knapp einem Grad den ganzen Tag im Freien verbringen. Wir waren gut vorbereitet, manche der Freiwilligen weniger. Gegen 10:00 Uhr wurden wir vom Ranger Günter herzlich begrüßt und hatten das Vergnügen seinem urbayrischen Dialekt den ganzen Tag zu lauschen. Frei nach dem Motto: „Wer mich nicht versteht, ich kann kein Hochdeutsch.“
Dann hieß es in den Wald hinein zugehen, dazu war ein Fußmarsch von etwa vier Kilometern angesagt.
Da der Ranger gut zu den Stadtpflanzen war, fuhr er einige noch ein Stück mit dem Bus ins Innere des Waldes. Leider mussten die dann wieder auf den Rest der Gruppe warten und das hieß wieder frieren.
Dann wurde es spannend und informativ. Grundsätzlich soll so ein Nationalpark zur Erhaltung von Arten dienen und ist ein Gebiet in das der Mensch nicht eingreift. Weder durch Jagd noch durch Baumfällungen oder durch Schädlingsbekämpfung. Dass keine Bäume gefällt werden, sondern von selbst bei starkem Wind oder durch das Absterben in Folge von Borkenkäferbefall, kippen konnten wir bei einem kurzen Trip durch das Unterholz hautnah erfahren. Außerdem lasen wir noch Tierspuren (Eichhörnchen und Hirsch) im Schnee und erforschten den Unterschied zwischen Tanne und Kiefer. Letztere ist  übrigens die am weitesten verbreitete Baumart im Nationalpark Bayrischer Wald, der 1970 gegründet wurde. Gegen Mittag besuchten wir eine Hütte, aßen dort unsere Lunchpakete und erfuhren noch einiges wissenswertes über Auerhuhn und –hahn, eine Tierart, die hier noch ansässig ist und wie sie vor dem Aussterben gerettet werden soll. Auf dem Rückweg  gab es noch eine kleine Stippvisite im Heimatmuseum Spiegelau, in dem gerade eine Ausstellung über Käfer zu sehen war.
Die wichtigste Lernerfahrung für den heutigen Tag war: Seidenstrumpfhosen wärmen nicht dauerhaft.
Abends gab es neben den bereits beschriebenen Aktionen noch ein Highlight: Analoge Schwarzweißphotographie. Auch hier haben einige von uns mit Kamera und Entwicklerflüssigkeiten kreativ gearbeitet. die Nachfrage war so groß, dass der Workshop am Mittwoch wiederholt wurde

Am Mittwoch begleiteten wir die Gruppe „Aktuelles Weltgeschehen“, die auch in den Genuss der Umgebung kommen sollten,  in einen anderen Teil das Nationalparks - Falkensteingebiet, um dort Wölfe, Luchse, Urrinder  und Wildpferde zu sehen. bei allen hatten wir Glück, bei den Wölfen war aber nur der sogenannte Omega- Wolf zu sehen. Omega – Wölfe sind die  aus dem Rudel Ausgestoßenen. Neben den Freigehegen besichtigten wir nach einer kurzen Wanderung auch die dort vorhandenen Steinzeithöhlen- Nachbildung, der Grotte Chauvet  und das Haus der Wildnis, in dem eine riesige Vielfalt  zu sehen war. Von Hinweisen auf andere Parks in Deutschland über tiefe Einblicke in den Waldboden bis hin zu Informationen über die verschiedenen Tierarten, die im Nationalpark heimisch sind. Nach einem gemütlichen Mittagessen ging es zurück mit der Bergbahn nach Zwiesel und dann von dort nach Spiegelau.
Kaum waren wir wieder da  gab es schon Abendessen. Das war leider immer recht früh für uns. Die meisten hatten schon nach 20:00 wieder einen Bärenhunger und so freute sich der heimische Pizzadienst über unsere zahlreichen Bestellungen.
Um 19:00 Uhr war es dann endlich soweit: die nächtliche Fackelwanderung konnte beginnen. Beginnend in Spiegelau machten wir uns auf den Weg Richtung Campingplatz, durch den Wald. Hier konnten wir die ersten Blicke durch die Baumwipfel auf den Sternenhimmel erhaschen und das Sternbild Orion entdecken. Auf dem Rückweg begleiteten uns die Rufe eines Waldkauzes und als wir am Feldrand angekommen waren konnten wir über unseren Köpfen die gesamte Milchstraße entdecken. Das hat uns schwer beeindruckt, so viele Sterne hatte bisher kaum jemand von uns gesehen.


Bild vom BFD-Seminar
Kickerturnier
Bilder vom BFD-Seminar
BFDlerInnen beim Seminar in Spiegelau

Der Donnerstag hielt für uns am Vormittag ein Planspiel in Gruppe „Aktuelles Weltgeschehen“ bereit, mittels dem uns sehr praxisnah verdeutlicht wurde, wie Gewinnstreben natürliche Rohstoffe verschlingt und damit endliche Ressourcen von Wenigen vergeudetet werden. Der Clou dabei: im Spiel erkannten wir sehr deutlich, wie schnell man in den Strudel von Macht und Geld geraten kann ohne dabei nachhaltig an die Folgen zu denken.
Die Gruppe „Klimawandel“ bestritt in drei Gruppen ein Quiz in dem es um Energieformen, weltweit größte CO2 – Verursacherländer und die Zeit ging, bis voraussichtlich Erdöl als Energiequelle noch reichen wird. Viele Fragen konnten wir souverän beantworten, weil wir uns ja schon die vergangenen Tage damit befasst hatten. bei manchen Fragen wurde aber auch kräftig geraten. Jedenfalls haben wir Neues gelernt und dabei auch noch Spaß gehabt.
Die Gruppe „Natur“ hat heute die Glashütte besichtigt, um auch an der Umgebung zu partizipieren und nebenbei zu erfahren, dass die Gründung des Nationalparks bei der Bevölkerung nicht nur Anhänger fand, denn gerade für die Glashütten war und ist der umliegende Wald ein wichtiger Rohstofflieferant.
Die Geburtstagskinder der Woche konnten wir ebenfalls heute feiern und ihnen ein kleines Präsent überreichen.
Für fast 20 von uns gab es über den Freizeitbetreuer des Bildungshauses  die Möglichkeit eines der Wolfsgehege in der Dämmerung zu besuchen. Ein gewaltiges Naturerlebnis, dass bei uns einen bleibenden Eindruck hinterließ. So manchen überfiel eine Gänsehaut als die vier Wölfe nah an die Gehegegrenze kamen und im Chor anfingen zu heulen.
Ein weiteres Highlight des Abends war das Kickerturnier. Sechzehn Teams traten gegeneinander an. Leider musste so mancher sich schnell von der erhofften Favoritenrolle verabschieden und wurde in der K.O.- Runde bereits rausgekickt. Aber da alles nur ein Spiel ist, haben wir uns schnell in die Zuschauerperspektive begeben und unsere Lieblingsteams angefeuert.
 
Am Freitag verließen wir nach Zimmerräumung und Frühstück die Unterkunft und schlossen im Bildungshaus unsere Themen  ab. Mit Dank und Applaus verabschiedeten wir uns von den SeminarleiterInnen, die uns inhaltlich gut versorgt haben und mit uns als Gruppe sehr verständnisvoll und freundlich umgangen sind.
 
Antje Andrée


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