Weit weg ist näher, als du denkst

Auftakt zur Caritas-Jahreskampagne im NähWerk des Weißen Raben in München
 
„Auf dem Plakat der Jahreskampagne sieht es aus wie bei uns im NähWerk“, sagt Betty Gerling, Schnittdirectrice und Schneiderin im NähWerk, einem Caritas-Beschäftigungsbetrieb der Weißer Rabe GmbH in München. „Aber es gibt zwei entscheidende Unterschiede: Bei uns gibt es keine Billigprodukte und die Mitarbeiterinnen werden nicht ausgebeutet.“ Deshalb war das NähWerk im Januar der perfekte Ort für den Auftakt der Caritas-Jahreskampagne „Weit weg ist näher, als du denkst“, die bewussten Umgang mit Menschen, Natur und Ressourcen anmahnt.
 
Billig produzierte Textilien und die damit verbundenen unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern sind nur ein Thema der Jahreskampagne, die die globale Verantwortung in den Mittelpunkt stellt. Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger ermutigte dazu, „dass jeder und jede mit seinen und ihren Entscheidungen dazu beitragen kann, die Welt sozialer und gerechter zu machen“. Dafür wolle die Jahreskampagne sensibilisieren. Dabei setze er auf die Wirkkraft des persönlichen Handelns, etwa beim Einkaufen.
 
Das NähWerk stellt hochwertige Kleidung und Textilprodukte her. In dem Beschäftigungs- und Integrationsbetrieb der Caritas-Betriebsgesellschaft Weißer Rabe werden Menschen mit Unterstützungsbedarf qualifiziert, um ihnen neue berufliche Chancen zu eröffnen. „Das NähWerk bietet gute Vergleichsmöglichkeiten mit den Arbeitsbedingungen bei uns und in Ländern wie Bangladesch oder Kambodscha“, so Lindenberger beim Jahresempfang des Weißen Raben. Wenn jeder beim Kauf von Textilien nur nachhaltige und fair produzierte Ware kaufe, habe das Auswirkungen auf die Produktionsbedingungen von großen Textilkonzernen. Das NähWerk beherbergt Schneiderei, Boutique und Café, das mit 5.000 Gästen im Jahr zum Selbstläufer geworden ist.
 
Neben billig produzierten Textilien thematisiert die Jahreskampagne auch das Konsumverhalten in der westlichen Welt, den Klimawandel und damit verbundene Naturkatastrophen, den Krieg um Rohstoffe sowie Flucht und Vertreibung aufgrund von Kriegen und Menschenrechtsverletzungen. Es werden globale Zusammenhänge und individuelle Möglichkeiten, dagegen anzugehen, aufgezeigt. Mit mehreren Veranstaltungen und Aktionen werden der Caritasverband und seine Einrichtungen im Laufe des Jahres auf einzelne Aspekte der Jahreskampagne aufmerksam machen.
 
Weitere Informationen www.globale-nachbarn.de und www.weisser-rabe.de/naehwerk
 

Manuela Dornis
 
Sozialcourage 2/2014
Seite 30


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