"Stell mich an - nicht ab": Mehr Förderung für Langzeitarbeitslose


Münchens Bürgermeisterin Christine Strobl übernahm die Schirmherrschaft über die Aktion. In München gebe es 13.000 Langzeitarbeitslose, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II beziehen. „Personen, die nicht ausreichend qualifiziert sind, denen Sprachkenntnisse fehlen oder die mit gesundheitlichen Einschränkungen kämpfen, können sich auf dem ausdifferenzierten und hochtechnisierten Arbeitsmarkt kaum behaupten“, so Strobl. Die Stadt München könne die Instrumentenreform des Bundes nicht gut heißen und kritisiere die Reduzierung der Fördermittel für Maßnahmen, die für Personen aus dem Bereich der SGB-II-Bezieher zur Verfügung standen. Die Stadt kenne die Nöte der Beschäftigungsbetriebe und sie sei froh, dass die Stadt aus dem kommunalen Programm für die Betriebe der Caritas, den Weißen Raben und die Werkstätte am Westpark, 1,4 Millionen Euro zur Verfügung stellen konnte.

Integration durch Arbeit

Die zentralen Forderungen der Caritas-Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigungsbetriebe „Integration durch Arbeit“ (IDA) lauten denn auch, bei den Förder- und Trainingsmaßnahmen für arbeitsmarktferne Menschen die sozialpädagogische Begleitung wieder zu finanzieren und für Menschen, die den Anforderungen eines regulären Arbeitsverhältnisses nicht gewachsen sind, „Integrationsjobs“ einzuführen. Wilhelm Dräxler, Referent für Migration und Arbeitsprojekte erläuterte, dass nach Erfahrung der Caritas, mit einer individuellen Förderung, Qualifizierung und Betreuung die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt werden könne.

Die Angebote der Weiße Rabe GmbH, die Beschäftigungsgesellschaft der Caritas, erläuterte die stellvertretende Geschäftsführerin Carolin Dümer: „Wir begleiten die Menschen in ihrer schwierigen Lebenssituation, helfen bei der Suche nach Praktikumsplätzen, bei Bewerbungen und auch bei psychischen, Sucht- oder Schuldenproblemen.“ Die Integrationsbetriebe der Caritas reichten von der Gastronomie, Handwerk, Recycling, Gebrauchtwarenmärkte über ein Waldprojekt mit Forstarbeit bis hin zur Aufbereitung von gebrauchten Spielzeugen.

Um eine Gemeinde von Langzeitarbeitslosen, die in Armut leben, kümmert sich Mike Gallen, der Arbeitslosenseelsorger der Erzdiözese München und Freising. „Es geht um Worte der Ermutigung und Worte des Widerstands, angesichts einer Arbeitslosen-Verwaltung, die Menschen verängstigt und erniedrigt und es geht um gelebte und praktische Solidarität“, sagte Gallen. Das bedeute gegenseitige Begleitung beim Gang zu Ämtern, Austausch von Erfahrungen und Unterstützung in besonders schwierigen Lebenssituationen.

Im Anschluss an die Präsentation zogen 15 langzeitarbeitslose Frauen und Männer und Vertreter der Caritas, durch die Münchner Fußgängerzone und brachten die „Randfiguren“ zu den Kirchen der Innenstadt. An der Bürgersaalkirche nahm der Präfekt der Marianischen Männerkongregation die Aufsteller entgegen. In St. Michael begrüßte Kirchenrektor Pater Karl Kern die Langzeitarbeitslosen. Abschluss der Aktion war vor dem Rathaus mit Bürgermeisterin Christine Strobl. (ua)


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