„Für 100 Prozent liebevoll gepflegte Menschen“

Mit einer großen Kampagne unter dem Motto „Für 100 Prozent liebevoll gepflegte Menschen“ und einer Bayern-Tour durch rund 30 Städte möchten die beiden großen christlichen Kirchen und ihre Verbände, die Diakonie und die Caritas, das Thema „Pflege“ mit der Öffentlichkeit diskutieren. Zentrales Instrument der Kampagne ist ein rund 14 Meter langer „Show-Truck“. Er tourt bis zum kommenden Oktober durch den ganzen Freistaat und will mithilfe von Aktions- und Mitmach-Stationen wie dem Pfleg-O-Mat oder der Pflege-Sanduhr besonders für die Aspekte Zeit, Geld und Personal sensibilisieren. Im begehbaren LKW erzählen Pflege-Profis von ihrem Beruf, stellen Ausbildungswege vor und zeigen Karriere-Chancen auf.


Eröffnung der Kampagne in München

Eröffnet wurde die Pflege-Kampagne am 13. März mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Münchner Innenstadt-Kirche St. Michael, den Kardinal Reinhard Marx, der Evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl und Diakonie-Präsident Michael Bammessel mit Pflegekräften sowie Vertretern aus Kirche, Wohlfahrtsverbänden und Politik feierten. Unter anderem nahmen auch Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml und Hermann Imhof, Pflegebeauftragter der Staatsregierung, am Eröffnungs-Gottesdienst teil. Danach stand der Pflege-Truck zwei Tage lang mitten in der Münchner Fußgängerzone.

Alle fordern mehr Aufmerksamkeit für das Thema Pflege
 
„Die Menschlichkeit einer Gesellschaft bemisst sich an ihrem Umgang mit den Ärmsten und Schwächsten“, predigte Marx und forderte angesichts des demografischen Wandels „gut ausgebildete Pflegekräfte, die auch genug Zeit mitbringen, damit sich die Gebrechlichen nicht an den Rand abgeschoben fühlen“. Bedford-Strohm nannte die Kampagne ein „tolles ökumenisches Signal“ und bezeichnete die Pflege „als die entscheidende Frage für die Zukunft unserer Gesellschaft“. „Liebevolle Pflege kostet eben Geld und das muss es uns auch wert sein. Hier sind wir alle gefordert- Staat, Kommune, Gesellschaft und Kirche“, sagte Ministerin Huml. Ihr Dank gelte denjenigen, die Verantwortung tragen im Bereich der Pflege und all denen, die täglich wertvolle Arbeit leisten.
 
Mehr Zeit, mehr Geld und mehr Personal
 
Nach Ansicht von Diakonie und Caritas wurde in den letzten Jahren zwar vieles für die Pflege getan. So habe die große Koalition nach der Bundestagswahl 2013 das Thema Pflege ausführlich im Koalitionsvertrag behandelt und erste Schritte zur Verbesserung in der Pflege unternommen. Dazu gehöre etwa die Erhöhung der Beiträge für die Pflegeversicherung, mit denen die Leistungen für Pflegebedürftige verbessert werden sollen. Dennoch kranke die Pflege nach Ansicht der Initiatoren der „Pflegehinweistour 2015“ an drei Faktoren: „Wir brauchen mehr Geld, mehr Zeit und mehr Personal. Sonst ist eine liebevolle Pflege, wie wir sie uns vorstellen und sie uns auch für uns selbst wünschen, nicht möglich“, erklärte Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger.
 
Mehr Informationen unter www.liebevolle-pflege.de
 
 


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