Auszeichnung für Filmbeitrag des Bayerischen Rundfunks

Große Freude bei der Redaktion „Geschichte und Gesellschaft“ des Bayerischen Rundfunks. Sie hat für den Filmbeitrag „Bettler: Geld geben, ja oder nein?“ vom 15. Dezember 2014 in der Reihe „Jetzt mal ehrlich“ den ersten Münchnern Sozialcourage-Medienpreis gewonnen. Johanna Walter, verantwortliche Redakteurin, die beiden Autorinnen Sandra Schlittenhardt und Susanne Fiedler sowie Moderatorin Vivian Perkovic nahmen den Preis beim Caritas-Medienempfang in der Katholischen Hochschulgemeinde in München entgegen. Er ist mit 3000 Euro dotiert.

Lob für Thema, Recherche und Einfühlungsvermögen
 
„Jede platte Betroffenheitsattitüde wird vermieden. Stattdessen eine ausführliche Analyse, aufwendig recherchiert. Wie ist das jetzt mit den Bettlern. Sind das nun echte Hilfsbedürftige oder doch nur alles rumänische Banden? Der Film schaut hinter die Not, zeigt Arbeitsmigranten, die sich für 3,50 € verkaufen und mit dem Verdienst in München nicht würdig leben können, deutsche Rentner mit einer zu knappen Rente, Alte aus Bulgarien. Aber auch Erfolgsgeschichten wie die von Veronica und ihrer Tochter Andrea, die mit Hilfe von sozialen Projekten wie ´Schiller25` und ´Bildung statt Betteln` zu Arbeit und Schulbildung finden“, erklärte Jury-Mitglied Bernhard Remmers, journalistischer Direktor des Instituts für publizistischen Nachwuchs, die Entscheidung.

Werteorientierte soziale Berichterstattung
 
„Mit diesem Preis möchten wir zu einem qualitäts- und wertorientieren Journalismus zu sozialen Themen motivieren“, sagte Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger. Der Begriff „Sozialcourage“ bezeichne in der Caritas das entschiedene und oft auch mutige Engagement für Menschen am Rande der Gesellschaft. „Sozialcourage“ laute auch der Titel der bundesweiten Caritas-Zeitschrift. „Wir freuen uns, wenn wir mit unseren Themen auf Ihr Interesse stoßen und auf Journalisten treffen, die sich mit uns für Menschen am Rande der Gesellschaft einsetzen.“

Mut zu mehr menschlichem Miteinander
 
Prälat Lorenz Wolf, Leiter des Katholischen Büros Bayern und Vorsitzender des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks, setzte noch andere Impulse: „Ich möchte Ihr Augenmerk auf eine Funktion der Medien richten, deren Bedeutung oft unterschätzt und nicht hoch genug geschätzt werden kann: dass nämlich die Medien Mut machen, Mut machen zu mehr menschlichem Miteinander, zu mehr sozialem Engagement.“ Im Zweifelsfall dominierten Krieg, Gewalt und Verbrechen, getreu der Devise: “Only bad news are good news!”. „Aus meiner Sicht sollte all das eine möglichst weite Verbreitung erfahren, was dazu beiträgt, das menschliche Miteinander zu stärken, was hilft, das Soziale im Menschen zur Entfaltung zu bringen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude. Ich bin der Überzeugung: Immer wenn über Ereignisse berichtet wird, wo dieses Sprichwort Wirklichkeit wird, werden Medien im besten Sinne zu sozialen Medien“, so Wolf.

Auswahl aus 24 Print-, Radio- und Fernsehbeiträgen
 
Aus den insgesamt 24 eingesandten Beiträgen hatte die Jury fünf Beiträge nominiert: drei Printbeiträge der Süddeutschen Zeitung und je einen Beitrag der Hörfunk- und Fernsehredaktion des Bayerischen Rundfunks. Der Jury gehörten neben Remmers und Prälat Lindenberger, Dr. Armin Wouters, Leiter Stabsstelle Kommunikation im Erzbischöflichen Ordinariat München, und Gertrud Rogg, Chefredakteurin der Caritas-Zeitschrift „Sozialcourage“ an. 
 
BU von links nach rechts: Caritas Finanzvorstand Klaus Weißbach, die Preisträgerinnen Susanne Fiedler, Vivian Perkovic, Sandra Schlittenhardt, Johanna Walter und Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger


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