Dissertation: Spannungsfeld Pflegeheime und Hospizdienste

München, 10. Januar 2017.

Buchcover der Doktorarbeit
Das Cover von Gertrud Schwenks Doktorarbeit.
Foto: Hospiz Verlag

Wie können Pflegeheime und Hospizdienste zusammenwirken? Dieses Spannungsfeld untersuchte Gertrud Schwenk, Fachreferentin für Altenhilfe im Diözesan-Caritasverband München und Freising, in ihrer jetzt veröffentlichten Dissertation. Die Diplom-Gerontologin und Diplom-Sozialpädagogin wurde 2016 an der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, Institut für Palliative Care und Organisationsethik der Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Wien, Graz promoviert. Die vorgelegte Promotionsschrift geht der Frage nach, wie die unterschiedlichen Organisationstypen Pflegeheim und Hospizdienst erfolgreich zusammenarbeiten können.
 
Begleitung sterbender Menschen auf unterschiedliche Weise
 
Pflegeheim und ambulanter Hospizdienst verfolgen dasselbe Ziel: Sie begleiten Menschen auf ihrem letzten Weg und ermöglichen, dass der sterbende Mensch mit seinen Wünschen und Werten respektiert wird und dass Entscheidungen unter Achtung seines Willens getroffen werden. Die beiden Organisationen sind von verschiedenen Lebens- und Berufswelten geprägt. Die Mitarbeiter(innen) des Pflegeheims arbeiten hauptamtlich, sie sind Teil einer Organisation, in der Abläufe vorgegeben und kontrolliert werden, Zeitdruck und Personalmangel herrschen. Die Hospizhelfer(innen) engagieren sich ehrenamtlich, kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen und bringen eine von persönlichen Erfahrungen geprägte Sicht auf schwerstkranke Menschen mit. Sie nehmen sich für ihre ehrenamtliche Aufgabe Zeit und sie können ihr Engagement ganz individuell gestalten. Spannungen sind programmiert, wenn diese beiden Welten aufeinandertreffen.
 
Empirische Daten über ein kaum untersuchtes Feld
 
Gertrud Schwenk ist den Fragen nachgegangen, wie es trotz unterschiedlicher Voraussetzungen der beiden Organisationstypen zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit kommen kann und wie Hospizhelfer(innen) für ihr Engagement in Heimen vorbereitet werden sollen. Ihre Studie liefert empirische Daten für ein bislang wenig erforschtes Feld: Beteiligte in Heimen und Hospizdiensten, Führungskräfte und Ehrenamtliche, kommen zu Wort. Deren Einschätzungen und Erfahrungen werden vor einem organisationstheoretischen Hintergrund kritisch reflektiert. Ziel der Studie ist es, Strategien und Konzepte in den Blick zu nehmen, die das Miteinander von Heimen und Hospizdiensten systematisch und strukturell gestalten und gelingen lassen.
 
Doktorandin ist Caritas-Fachreferentin und Lehrbeauftragte
 
Gertrud Schwenk arbeitet als Fachreferentin für Altenhilfe im Geschäftsbereich Altenheime des Diözesan-Caritasverbands München und Freising und ist als Lehrbeauftragte an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München im Vertiefungsbereich „Soziale Gerontologie“ tätig. Die Dissertation ist im Hospizverlag Esslingen erschienen (ISBN: 978-3-946527-07-7) und über den Buchhandel erhältlich. (ua)


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