Only Human. Leben. Lieben. Mensch sein.

Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger sieht sich die Ausstellung an.
Caritasdirektor Lindenberger und Generalvikar Beer informieren sich über Gleichberechtigung.
Foto: Caritas/Kiderle

Caritas-Wanderausstellung mit Apps, Filmen und Bildtafeln
 
Mit einer bayern- und bundesweit einmaligen interaktiven Ausstellung engagieren sich der Diözesan-Caritasverband und die Erzdiözese München und Freising für die sexuelle Gesundheit von Menschen mit Fluchthintergrund. Unter dem Titel „Only Human. Leben. Lieben. Mensch sein.“ entwickelte die Psychosoziale AIDS-Beratungsstelle der Caritas eine Wanderausstellung rund um die Themenbereiche Frauen- und Männergesundheit, HIV und weitere sexuell übertragbare Krankheiten sowie Beziehungen und Geschlechterrollen. Nach der Devise „Wissen schützt“ werden in der Ausstellung so sensibel wie möglich und so konkret wie nötig tabuisierte Inhalte auf Bildtafeln, in Filmen und Apps gezeigt.
 
Aufklärungshilfe in sozialen Einrichtungen für Flüchtlinge

„Only Human – Leben. Lieben. Mensch sein.“ wurde im März 2017 in der ehemaligen Karmeliterkirche in München eröffnet und ausgestellt und kann nun von sozialen Einrichtungen ausgeliehen werden. Die Ausstellung wurde auf Anregung der Arbeitsgruppe „Flüchtlinge“ des Erzbischöflichen Ordinariats von der Psychosozialen AIDS-Beratungsstelle der Caritas konzipiert und erstellt. Finanziert wurde sie vom Erzbischöflichen Ordinariat München und aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Die Psychosoziale AIDS-Beratungsstelle empfiehlt den Besuch in geschlechtsspezifischen Gruppen und hat für die Begleitung Mitarbeiter und Multiplikatoren geschult. Das Projekt richtet sich an Jugendliche und Erwachsene mit Fluchthintergrund und soll haupt- und ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit Engagierten helfen, die Themen „Sexualität, übertragbare Krankheiten und die Gestaltung von Beziehungen“ kultursensibel aufzugreifen und so zur Aufklärung beizutragen. Die Ausstellung ist selbsterklärend und verzichtet weitgehend auf Sprache. Die wichtigsten Begriffe und Schlüsselsätze werden in Deutsch, Englisch und neun weiteren Sprachen erläutert.
 
Verantwortung tragen für sich selbst und andere

„In den Gesellschaften, aus denen viele der Flüchtlinge kommen, sind Sexualität und die damit verbundenen Fragen stark tabuisiert, deshalb möchten wir mit ihnen behutsam darüber reden“, sagte Regina Lange, Leiterin der Psychosozialen AIDS-Beratungsstelle der Caritas in einer Gesprächsrunde bei der Eröffnung. Die informative und modern gestaltete Ausstellung versuche eine Annäherung an die bestehenden Tabus und rege dazu an, über das eigene Rollen- und Werteverständnis nachzudenken. Generalvikar Prälat Dr. Peter Beer erklärte: „Wir müssen den Fragestellungen und dem, was medizinisch und biologisch wichtig ist, offen begegnen. Jeder kann sich seine Meinung bilden und es geht darum, dass jeder Mensch verantwortungsvoll mit seinem eigenen Leib und mit dem der anderen umgeht.“ Der Oberarzt der Infektiologie am Schwabinger Krankenhaus, Dr. Michael Seilmaier, berichtete vor allem von den hohen Sprachhürden, die ihm und seinen Kollegen die Arbeit und Aufklärung erschwerten. Die aus Uganda stammende Journalistin Lillian Ikulumet, die in einer vom Caritas-Flüchtlingsdienst ALVENI betreuten Unterkunft für Asylbewerber arbeitet, betonte, dass gerade die jungen Menschen sehr interessiert an Wissen und Aufklärung seien.
 
Anfragen zu geplanten Ausstellungsorten oder zum Verleih: Psychosoziale AIDS-Beratungsstelle der Caritas, Schrenkstraße 3, 80339 München, Telefon 089 50 03 55 20.

Marion Müller-Ranetsberger