Übertragung von HIV


Wie wird HIV übertragen?

Eine HIV-Infektion kann nur dann erfolgen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
1.Eine infektiöse Körperflüssigkeit
2.mit einer hohen Viruskonzentration muss
3.direkt oder indirekt in die Blutbahn gelangen.

Bei einem HIV-infizierten Menschen können folgende Körperflüssigkeiten eine ausreichende Virusmenge enthalten:
• Blut
• Sperma ( Samenflüssigkeit)
• Vaginalsekret (Scheidenflüssigkeit)
• Muttermilch.
Auch in anderen Körperflüssigkeiten (Tränen, Schweiß, Speichel, Kot und Urin) können Viren nachgewiesen werden, deren Anzahl reicht jedoch nicht für eine Ansteckung aus.

Direkter Zugang zur Blutbahn durch
• intravenöser Drogengebrauch
• offene, frische, großflächige Verletzungen
indirekter Zugang zur Blutbahn
• Schleimhautkontakte (Genitalien, Darm, Augen, Nase, Mund).

Situationen mit Risiko für eine HIV-Übertragung:
• ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner oder einer infizierten Partnerin - dies ist der häufigste Übertragungsweg!
• ungeschützter Oralverkehr, besonders wenn Sperma aufgenommen wird
• gemeinsamer Spritzengebrauch bei intravenöser Drogenabhängigkeit
•S chwangerschaft, Geburt, Stillen durch eine HIV-positive Frau (Fortschritte in der medizinischen Behandlung haben die Übertragungsrate mittlerweile auf unter 2% gesenkt!).

Situationen ohne Risiko für eine HIV-Übertragung:
• Körperkontakte, wie Händeschütteln, Umarmen,
Streicheln oder Küssen
• Anniesen oder Anhusten
• Zusammenleben mit HIV-Infizierten oder AIDS-Kranken
• gemeinsamen Gebrauch von Geschirr, Gläsern, Besteck
und Handtüchern
• Kontakt mit Haustieren, Insektenstiche
• gemeinsame Benutzung von Toilette, Bad und Dusche
• Besuche im Schwimmbad, in der Sauna oder beim Sport
Situationen, in denen bei Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften eine HIV-Übertragung ausgeschlossen ist:
• Besuche beim Arzt, Zahnarzt und im Krankenhaus
• Erste Hilfe
• Hand- und Fußpflege
• Tätowierung

HI-Viren sind sehr empfindlich - übliche Reinigungsmittel machen sie unschädlich.


Blut und Blutprodukte
Menschen die an Hämophilie (=Bluterkrankheit) leiden, sind heute nach unzähligen Skandalen nicht mehr durch Blutplasmakonzentrat, das für sie lebenswichtig ist, von einer HIV-Infektion bedroht. Spezielle Verfahren (z.B. Erhitzen, gentechnische Herstellung) stellen sicher, dass die Produkte aus Spenderblut keine HI-Viren enthalten.

Eine Infektion mit HIV durch Bluttransfusionen wird in Deutschland verhindert, indem alle Blutspenden routinemäßig überprüft werden. Ein minimales Restrisiko besteht jedoch weiterhin: Man spricht von der "diagnostischen Lücke", dem Zeitraum, der zwischen der eventuellen Ansteckung eines Spenders und der Bildung zuverlässig nachweisbarer Antikörper bzw. nachweisbarer Viruspartikel liegt.
Bei geplanten Operationen ist auch eine Eigenblutspende möglich.


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