Behandlungsoptionen


Ziel der HIV-Therapie ist es, das Virus in seiner Vermehrung zu stören und somit das körpereigene Immunsystem, vor allem die Helferzellen zu schützen, um HIV-bedingten Erkrankungen vorzubeugen. Hierzu stehen heute verschiedene Wirkstoffe (antiretrovirale Substanzen) zur Verfügung, die in mehrere Klassen unterteilt werden und miteinander kombiniert werden müssen. Diese Kombinationstherapie ist besonders effektiv, da sie an unterschiedlichen Stellen den Vermehrungszyklus des Virus angreift.

Zwingend notwendig dabei ist eine gesichert kontinuierliche Einnahme der Medikamente: Um die Vermehrung des Virus und somit die Zerstörung der Helferzellen dauerhaft zu blockieren, muss sich immer eine ausreichende Menge der Medikamentenwirkstoffe im Blut befinden. Ein zu niedriger Wirkstoffspiegel führt dazu, dass die Viren nicht ausreichend unterdrückt werden, sich weiter vermehren und mit der Zeit unempfindlich (resistent) gegenüber den Medikamenten werden.

Wann im günstigsten Fall mit einer Therapie begonnen werden sollte und welche Kombination die geeignetste ist, sollte mit einer erfahrenen Schwerpunktärztin/einem erfahrenen Schwerpunktarzt abgesprochen werden. Die Behandlung von HIV/AIDS findet heute in der Regel ambulant in sogenannten Schwerpunktpraxen statt. Der Erfolg der HIV-Therapie hängt einmal von der ärztlichen Erfahrung ab, aber auch von der Therapietreue der Betroffenen. Daher ist ein tragfähiges Arzt-Patienten-Verhältnis äußerst wichtig.

Ziel der Therapie ist es, die Viruslast (die Anzahl der Viren im Blut) unter die Nachweisgrenze zu bringen. Die Nachweisgrenze liegt heute bei etwa 40 Viruskopien pro ml Blut. Das bedeutet nicht, dass der Organismus dadurch "virenfrei" wird.
HIV ist nach wie vor nicht heilbar.

Es bedeutet jedoch, dass die Infektiosität sehr stark abnimmt. Heute geht man davon aus, dass das Risiko einer HIV-Übertragung stark vermindert ist, wenn die von HIV-betroffene Person

• über sechs Monate mit der Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt
• frei von anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ist (dies gilt auch für die Partnerin/den Partner)
• die antiretrovirale Therapie regelmäßig einnimmt und sich in regelmäßiger ärztlichen Behandlung befindet.

Allerdings können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht von einem "Nullrisiko" ausgehen!

Ob die obengenannten Bedingungen jeweils erfüllt sind, muss mit der behandelten Ärztin/dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Die Entscheidung, ob diskordante Paare (d.h. ein Partner ist positiv, der andere negativ) auf das Kondom verzichten wollen, kann nur beim Paar selber liegen und muss letztlich von beiden getroffen und getragen werden. In diesem Entscheidungsprozess bieten wir gerne unsere Unterstützung an!
Bei Gelegenheitspartnern ist die oben beschriebene "Viruslastmethode" nicht anzuwenden, da die genannten Bedingungen nicht sicher erfüllt sein könnten.

Wie alle Medikamente haben auch die Medikamente gegen HIV Nebenwirkungen.
Akute Nebenwirkungen können in den ersten Wochen nach der Einnahme auftreten. Hierzu gehören Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung, Schwindelgefühl und Schlafstörungen.
Langzeitnebenwirkungen können nach Monaten oder Jahren auftreten. Hierzu gehören Stoffwechselstörungen wir Diabetes mellitus oder erhöhte Blutfettwerte, Nervenschädigungen wie Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln, depressive Verstimmungen und sexuelle Funktionsstörungen.
Dabei spielen aber auch andere Faktoren, wie Alter, Drogen-, Nikotin- und Alkoholkonsum oder psychischer Stress eine Rolle.
Sport, Bewegung, ausgewogene Ernährung, Nikotinverzicht und weniger Alkohol können die Auswirkungen abmildern.

Falls Probleme auftreten, ist es wichtig, die Therapie nicht eigenmächtig abzusetzen, sondern in Kontakt mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt zu bleiben und über Beschwerden zu sprechen!
Neben Nebenwirkungen gibt es auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Manche HIV-Medikamente verzögern z.B. den Abbau von Drogen im Körper, andere senken z.B. den Wirkstoffspiegel von Substitutionsmittel. Alkohol kann Nebenwirkungen verstärken. Johanniskaut, was gerne gegen depressive Verstimmung eingesetzt wird, vermindert die Wirkung mancher HIV-Medikamente, so dass sich Resistenzen bilden.
Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, besprechen Sie auch dies bitte mit Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt!


Suche nach Angeboten
und Dienstleistungen
Terminübersicht
Einen Monat früher
Dezember 2016
Einen Monat später
Mo Di Mi Do Fr Sa So
      1. Dezember 2. Dezember 3. Dezember 4. Dezember
5. Dezember 6. Dezember 7. Dezember 8. Dezember 9. Dezember 10. Dezember 11. Dezember
12. Dezember 13. Dezember 14. Dezember 15. Dezember 16. Dezember 17. Dezember 18. Dezember
19. Dezember 20. Dezember 21. Dezember 22. Dezember 23. Dezember 24. Dezember 25. Dezember
26. Dezember 27. Dezember 28. Dezember 29. Dezember 30. Dezember 31. Dezember