„Bitte eine Spende für die Caritas“

Bei den Caritas-Sammlungen im Frühjahr und im Herbst sind Tausende von ehrenamtlichen Sammler(innen) und Helfer(innen) in München und ganz Oberbayern im Einsatz. Sie falzen Spendenbriefe, stecken sie in Kuverts, tragen sie aus oder gehen mit der Bitte um eine Spende für die Caritas von Haustür zu Haustür.


Vor Ort Hilfe für Menschen in Not

„Zwei Nachmittage hintereinander trage ich Briefe aus“, erklärt Gabriele B., die für den Pfarrverband Laim unterwegs ist. Sie könne diese Zeit gut erübrigen und sei auch schon mit den Kindern immer hier in der Pfarrei Namen Jesu gewesen, so die 58-Jährige. Die ehrenamtlichen Sammler(innen) und die Brief-Austräger(innen) sind stets im Auftrag ihrer Pfarrgemeinden unterwegs. 40 Prozent der gesammelten Spenden stehen für die soziale Arbeit der Pfarreien zur Verfügung. Das Geld ist als schnelle, unbürokratische Hilfe für Bedürftige in der Pfarrei gedacht, z. B. für alte Menschen oder Alleinerziehende. Aber auch Obdachlose, die an der Pfarrhaustür um Hilfe bitten, werden mit kleinen Beträgen unterstützt. 60 Prozent der Sammlungsgelder gehen an das örtliche oder regionale Caritas-Zentrum für die Aufgaben der Sozialen Beratung, oft die erste Anlaufstelle für Menschen in Not.


Briefsammlung stark im Vormarsch

Es ist eine aufwendige Logistik, die die Caritas-Sammlung mit sich bringt. Die Caritas produziert und liefert zentral das Material: Sammellisten, Informationen, Flugblätter, Plakate und vieles mehr. Die Pfarrei/der Pfarrverband hält den Kontakt zu den Ehrenamtlichen und organisiert alle Abläufe vor Ort. „Es ist bei uns im Pfarrverband alles nicht mehr so wie früher, weil man so enorm viel Zeitdruck hat“, sagt Monika Groh-Fiolka, die sich in der Pfarrei Namen Jesu seit 1997 für die Caritas-Sammlungen engagiert. „Leider verabschiedet sich die alte Generation und wir haben kaum Sammlernachwuchs.“

Dafür sei die Zusammenarbeit mit dem Caritas-Zentrum Laim sehr gut und man finde bislang immer wieder Freiwillige, die die Briefe abholen und in die Briefkästen werfen. „Wir hatten Spitzensammler, die kann man halt mit Briefen nicht ersetzen, denn die kannten alle Nachbarn und die Spendenbereitschaft
war durch die persönliche Beziehung sehr groß“, erklärt die erfahrene Pfarrsekretärin und stellt gleichzeitig fest, dass die Ergebnisse dennoch relativ stabil bleiben.