Soziale Dienste und öffentliche Güter


Gruppe der Tafel

Armut wird oft nicht wahrgenommen

Seit 2007 versorgt der Caritas-Tisch, das Lebensmittelprojekt des Caritas-Hauses in Ottobrunn, bedürftige Menschen im Südosten des Landkreises mit Lebensmitteln. Über 250 Personen, darunter etwa hundert Kinder, werden an drei Standorten einmal in der Woche mit Lebensmitteln versorgt. Vor fünf Jahren zeigte sich in der Sozialen Beratung der Caritas, dass immer mehr Menschen Probleme mit der Existenzsicherung hatten. „In dem reich anmutenden Landkreis wurde die Armut in der Öffentlichkeit gar nicht so wahrgenommen“, sagt Caritas-Zentrumsleiter Erich Rauch. Aber auch heute bestehe die Notwendigkeit der Lebensmittelausgabe noch genauso. Die Lebensmittel werden von Geschäften, Bäckereien und Metzgereien gespendet. Über 80 ehrenamtlich tätige Frauen und Männer sammeln die Lebensmittel ein, bauen in den Ausgabestellen die Tische auf, ordnen die Lebensmittel und geben sie aus. Es kommen alleinerziehende Mütter, die den Einstieg ins Berufsleben nicht mehr geschafft haben, ältere Arbeitslose, die inzwischen Arbeitslosengeld II-Empfänger geworden sind, alte Menschen, deren Rente nicht zum Leben reicht. Am 29. September lud die Caritas Spender, Ehrenamtliche und Bezieher zu einem Fest in die Pfarrkirche St. Magdalena in Ottobrunn, das die gelebte Solidarität mit Menschen verschiedener Nationalitäten und Religionen würdigte. (Adelheid Utters-Adam, Kommpakt-LK 04/12, Bild: Foto: DiCV Muc)

Soziale Investionen lohnen sich

Als Optionskommune ist der Landkreis München auf dem Weg zu mehr Bürgerfreundlichkeit und will sich an den Bedürfnissen seiner Bürgerinnen und Bürger orientieren. Der Landkreis hat im sozialen Bereich viel investiert. Wichtige Projekte, die Menschen in Notlagen helfen, konnten auf den Weg gebracht werden. Wir als Caritas konnten die Schuldnerberatung ausbauen und mit dem Stromsparcheck Langzeitarbeitslose in reguläre Beschäftigung bringen. Das Problem der Wohnungslosen wollen wir gemeinsam angehen und mit Hilfe sozialer Begleitung Obdachlose wieder in Wohnung bringen. Das alles sind Schritte in die richtige Richtung. Wir als Caritas der Kirche wollen, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter auseinander geht, dass Kinder und Jugendliche gleiche Lebenschancen bekommen und benachteiligte Menschen nicht ausgegrenzt werden. Die Investitionen, die Menschen unabhängig von staatlicher Unterstützung machen oder ihnen durch mehr Bildung ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, sind nachhaltig und werden sich für die Gemeinden in Zukunft auszahlen. (Gabriele Stark-Angermeier, Stellv. Geschäftsführerin Caritas-Zentren München Stadt/Land, Kommpakt-LK 01/12)


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