Für jeden ein Mindestmaß an Teilhabe

Die Gerechtigkeitsfrage ist in die Gesellschaft zurückgekehrt. Vor allem die Chancengerechtigkeit ist eine beliebte Leitidee. Dabei darf nicht übersehen werden, dass Chancengerechtigkeit ganz eng mit der Verteilungsgerechtigkeit zusammengedacht werden muss. Welchen Ertrag der Einzelne aus seinen Fähigkeiten und Anstrengungen zieht und welche Chancen er hat, hängt stark von (Ausgangs-)Verteilungen ab. Soziale Herkunft, gesundheitliche Verfassung, geschlechtsspezifische Rollenmuster, ethnische und kulturelle Prägungen, freier Zugang zu Bildungseinrichtungen sowie ökonomische Ressourcen sind mitverantwortlich dafür, welche Lebenschancen und Handlungsmöglichkeiten der Einzelne hat. Gerechte Verteilung ist notwendig, um faire Rahmenbedingungen zu schaffen. Nur so kann eine weitgehende Chancengleichheit erreicht werden. Hier geht es insbesondere um den Ausgleich von Benachteiligungen durch die Ressourcen und Erträge der Leistungsstarken, Begüterten und Chancenreichen zur Förderung und Besserstellung der Armen, Benachteiligten und Ausgegrenzten. Jede und jeder soll erhalten, was für seine Existenz und für ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben unerlässlich ist. (Prof. Dr. Hans Tremmel, Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, Kommpakt-LK 02/13)


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