Selbstbestimmtes Leben und Einbeziehung in die Gemeinschaft

Beispiel: Erfahrungen aus dem europäischen Ausland und Modellprojekte in Deutschland zeigen, dass Psychiatrie-Erfahrene sich stark in ein „bürgerschaftliches Beteiligt Sein“ einbringen möchten und können. Die Ermöglichung dieses Beteiligt Seins in der Gemeinschaft ist ein neues Ziel, das über die bisherigen Konzepte der Integration und der Gemeinwesenarbeit hinausgeht. Im eigenen Lebensraum ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen – und in seelischen Krisen und Belastungszuständen zuverlässige Unterstützung zu bekommen – ist ein erklärtes Ziel von Psychiatrie-Erfahrenen. Dazu braucht das Gemeinwesen Unterstützung und Anleitung, um Menschenn in seine Mitte zu nehmen, die bisher ausgegrenzt wurden.

Die gemeindepsychiatrischen Angebote müssen vor dem Hintergrund des Fachkonzeptes Sozialraumorientierung weiterentwickelt werden, inklusive der entsprechenden Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den sozialen, pflegerischen und medizinischen Berufen. Menschen mit psychischen Problemlagen sollen nicht mehr allein als „störungsbelastet“ wahrgenommen werden, sondern als Personen mit einer Lebensgeschichte und mit Fähigkeiten, die sie in den Sozialraum einbringen können. Die Hilfeplanung muss daher die Aufmerksamkeit mehr auf die Fähigkeiten fokussieren, ihre Methodik erweitern und sozialraumbezogenes Wissen (wer kann wen, wo und wie einbeziehen?) insbesondere für den nichtpsychiatrischen Bereich entwickeln.


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