Positionierung des Deutschen Caritasverbandes zum Fachkräftemangel in Ausbildungsberufen im Sozial- und Gesundheitswesen

Fachkräftemangel im Sozial- und Gesundheitswesen in Deutschland

Der Arbeitsmarkt im Sozial- und Gesundheitswesen wird sich in den kommenden Jahren durch die demographische Entwicklung stark verändern: Zum einen wird die Nachfrage nach Leistungen in der Pflege und in weiteren Gesundheitsdienstleistungen aufgrund des wachsenden Anteils der über 65-jährigen in der Gesellschaft zunehmen, zum anderen wird durch den Rückgang der Personen im erwerbsfähigen Alter der Bedarf an Fach- und Hilfskräften schwieriger zu decken sein. Hinzu kommt eine steigende Nachfrage nach Erzieherinnen und Erziehern durch den Ausbau der Kleinkindbetreuung und durch den erhöhten Bedarf von Ganztagsbetreuung.

In den kommenden Jahren müssen grundsätzliche Überlegungen stattfinden, wie bei einem Fachkräftemangel die Aufgaben im Sozialsystem weiterhin geleistet werden können. Hier sind die Träger und Einrichtungen gefragt, Konzepte des Personalmix umzusetzen, das Gesundheitsmanagement und das lebensphasenorientierte Perso-nalmanagement in den Einrichtungen zu etablieren sowie familienfreundliche Arbeits-zeitmodelle zu schaffen. Die Attraktivität der sozialen Berufe wird neben der Höhe der Vergütung maßgeblich durch die Arbeitszeiten und die Karriere- und Entwicklungsmög-lichkeiten gekennzeichnet. Es müssen Wahlmöglichkeiten für beide Elternteile geschaf-fen werden, damit sich die Familienverantwortung und die Ausübung des Berufes mitei-nander in Einklang bringen lassen. Die Einrichtungen sind aufgerufen, optimale Bedingungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen.

Es ist dringend erforderlich, dass die politisch Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen, um auch in Zukunft die sozialen Berufe attraktiv zu gestalten. Hierzu gehören neben ansprechenden Ausbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten, interessanten Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten auch eine ausreichende Finanzierung der Dienstleistungen, eine Reduzierung des bürokratischen Aufwandes in den Einrichtungen und eine Stärkung der Attraktivität der sozialen Berufe. Ungeachtet der Anforderung an caritative Träger, die eigene Arbeitsorganisation zu überprüfen, werden im folgenden Elemente beschrieben, mit denen politisch Verant-wortliche auf Bundes- und Landesebene den Mangel an Fachkräften in sozialen Einrichtungen lindern können. Dabei wird insbesondere Bezug genommen auf die Fachkräfte, die eine berufliche Ausbildung absolviert haben und in den einzelnen Fachbereichen als Fachkraft anerkannt sind. (Herausgegeben von Deutscher Caritasverband e.V., Vorstand, Karlstraße 40, 79104 Freiburg i. Br., Lorenz-Werthmann-Haus)


Positionierung des Deutschen Caritasverbandes zum Fachkräftemangel in Ausbildungsberufen - Gesamtdok

Zurück zu allen Forderungen zu Pflege

Suche nach Angeboten
und Dienstleistungen