Familien in belasteten Lebenslagen helfen

Familien schaffen wir nur gemeinsam

Familie schaffen wir nur gemeinsam. Das ist das Motto der Jahreskampagne 201
des Deutschen Caritasverbands. Familienerfahrungen hat jeder Mensch, ob als
Mutter, Vater, Tochter oder Sohn. Die meisten Menschen wünschen sich ein erfülltes Leben mit Kindern und Familie. Ein intaktes Familienmodell ist aber nicht so einfach, wie es scheint. Jede zweite Ehe bei uns wird wieder geschieden. Über 19 Prozent der Eltern sind alleinerziehend. Viele Familien geraten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit: Kinderbetreuung und Berufstätigkeit, Leistungsdruck, Krankheiten, Schicksalsschläge, Trennungen oder Arbeitslosigkeit fordern ihren Tribut. Hier ist unsere Solidarität gefragt. Wo es die Großfamilie nicht mehr gibt, die vieles abfängt, zählen Kinderbetreuungsplätze in der Nähe, ein gutes soziales Netzwerk und persönliche Kontakte. Es ist zentrale Aufgabe von Gesellschaft, Staat und Kirche, Familien zu stärken und zu schützen. Wir als Caritas der Kirche versuchen täglich in unseren Kindertagesstätten, Familienservicezentren, Erziehungsberatungsstellen und anderen Einrichtungen, Familien zu unterstützen und zu entlasten. Viele Familienangebote von Pfarreien und Caritas-Zentren sind kostenlos, ortsnah und für alle Problemlagen offen. (Marion Müller-Ranetsberger, Kommpakt-LH 01/13)


Caritas-Familienservicezentren - Angebote für alle im Stadtviertel

Migrantenfamilien mit drei bis sechs Kindern sind im Caritas-Kinderhaus Vinzenz
von Paul im Arnulfpark in München-Neuhausen keine Seltenheit. Viele von ihnen leben in schwierigen finanziellen Verhältnissen, können kaum Deutsch und brauchen dringend Hilfe. Die bekommen sie dort direkt vor Ort. Schnell und unbürokratisch. Der Kindergarten ist eines von vier Familienservicezentren (FSZ) der Caritas in München. „Eine Mitarbeiterin kümmert sich bei uns um die soziale Beratung von Familien in Not, vermittelt Kontakte zu Schuldner- oder Erziehungsberatung, hilft bei Anträgen auf Stiftungsgelder oder sorgt dafür, dass Familien Berechtigungsscheine für Lebensmitteltafeln bekommen oder das Bildungspaket der Bundesregierung beantragen“, berichtet Barbara Siebler, Leiterin des Kinderhauses. Ein FSZ arbeite aber auch mit anderen Einrichtungen im Stadtteil zusammen. Zusammen mit dem Nachbarkindergarten bietet man einen Sprachkurs für Kinder aus Spanien an, um deren Muttersprache zu festigen. „Er ist gut besucht und den Mädchen und Buben wird ihre Muttersprache spielerisch vermittelt.“ Eine Kindergarten-Mama leitet ein Vogelkundeprojekt und bietet Ausflüge in den Nymphenburger Park und den Pfarrgarten an, um Vögel anhand von Aussehen und „Gezwitscher“ zu bestimmen. „Auch diese Exkursionen sind bei den Kindern sehr beliebt“, erklärt Siebler. Auf einer Wattwanderung per Diavortrag wurde im Anschluss die Welt der Vögel im Watt präsentiert. „Einmal im Monat findet bei uns ein Elterncafe statt, wo sich rund 15 bis 25 Mütter aus allen Gruppen und Schichten treffen, um miteinander ins Gespräch zu kommen“, so Siebler. „Familienservicezentrum" heißt aber auch, dass sich unser Kinderhaus noch mehr für Familien, Angehörige und Freunde öffnet, wir haben ein offenes Haus und freuen uns sehr über Besuche in der Gruppe.“ Siebler weist ausdrücklich darauf hin, dass auch Menschen im Stadtteil, deren Kinder nicht im Kindergarten sind, immer herzlich willkommen seien: Großeltern, Tanten, Onkel, Freunde, Nachbarn oder Ehrenamtliche. (Marion Müller-Ranetsberger, Kommpakt-LH 01/13)


Das Kindergarten- und Schuljahr ist bereits in vollem Gange. Die Allerheiligenferien waren nur eine kurze Pause zum Luftholen. In der Schule steigt der Leistungsdruck und es tauchen die ersten Schwierigkeiten auf. Wenn Kinder die Leistung verweigern, mit Aggression oder Rückzug auf den Stress reagieren, bieten die Erziehungsberatungsstellen im Landkreis Hilfe an. Sie erfüllen damit eine staatliche Aufgabe nach § 16 SGB VIII: die Förderung der Erziehung in der Familie. Neben der Familienbildung stellt die Erziehungsberatung eine wesentliche Leistung für Familien dar. Sie hilft Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften. Der Bedarf an Erziehungsberatung ist seit vielen Jahren hoch. Schon mit der Beratung von Eltern und Kindern stoßen die Beratungsstellen an ihre Kapazitätsgrenzen. Was im Landkreis München aber ganz fehlt, ist Zeit für die Beratung von Fachkräften, zum Beispiel von Kollegen/innen in den Kitas. Sie könnte auch einer frühzeitigen Erkennung von Missbrauch und Gewalt dienen. Diese zusätzliche Förderung möchte die Caritas jetzt nach dem Vorbild der Stadt München erreichen.
Die Landeshauptstadt finanziert den Erziehungsberatungsstellen sogenannte Fachleistungsstunden. Auch im Landkreis brauchen wir diese Mittel, um Erzieherinnen und Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit besser unterstützen zu können. (Gabriele Stark-Angermeier, Stellv. Geschäftsführerin, Caritas-Zentren, München Stadt/Land, Kommpakt-LK 03/11)


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