Bildungsgerechtigkeit – frühe Bildung

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Einen Platz für jedes Kind
Plätze in Kindertageseinrichtungen ( insb. 0 – 3 Jahre) sind in vielen Regionen noch immer Mangelware. Einrichtungen wenden in der Regel Auswahlkriterien an, die auch soziale Bedarfe berücksichtigen. Eltern berichten jedoch auch von (zumindest gefühlten) Benachteiligungen durch ihren geringen sozialen und ökonomischen Status oder weil ihr Kind eine Beeinträchtigung aufweist. Andere Eltern beklagen ihre Benachteiligung gerade durch ihren guten sozialen und ökonomischen Status („hat mein Kind, nur weil ich eine gute Berufsausbildung habe, kein Recht auf einen Kitaplatz?“).

Einen finanzierbaren Platz für jedes Kind
Da sich die Finanzierung der Plätze auch aus den Elternbeiträgen speist, müssen diese in der Regel in kostendeckender Höhe erhoben werden. Dadurch haben Eltern mit zwar geringem Einkommen aber ohne Anspruch auf wirtschaftliche Jugendhilfe, eine große Last zu stemmen. Die Kita-Zeit der Kinder wird aus diesem Grund so knapp wie möglich kalkuliert, der Bildungsanspruch der Kinder hat das Nachsehen.

Einen geeigneten Platz für jedes Kind
Menschen und eben auch Kinder sind verschieden.
Einige fühlen sich von klein auf wohl in großen Gruppen, andere bevorzugen es etwas ruhiger. Die Wahlfreiheit für Eltern sieht vor, dass diese entscheiden ob sie eine Tagespflegeperson oder eine Kita in Anspruch nehmen. Die Realität sagt aber: Sei froh, Du hast einen Platz! Der richtige Platz für jedes Kind würde die Entwicklung und Bildung positiv beeinflussen.


Einen sicheren Platz für jedes Kind
Sicherheit bedeutet sich geborgen zu fühlen. Für junge Kinder ist dies nur möglich, wenn sie vertraute Bezugspersonen an ihrer Seite haben. Ausreichend geeignetes Personal für die Kitas gibt es derzeit nicht. Seit langem besteht Handlungsbedarf bezüglich des Ausbaus der Ausbildungsplätze, der Verkürzung der Erzieherinnenausbildung, der Gehaltsstruktur und der Förderung von Quereinsteigern. Die bisherigen Bemühungen genügen nicht.

Gleiche Bildungschancen im Bundesland
Die Rahmenbedingungen der Kindertageseinrichtungen unterscheiden sich von Kommune zu Kommune, da diese über Kooperationsverträge einen wesentlichen Teil zur Finanzierung der Kitas beisteuern (oder eben nicht). Oft ist gerade in strukturschwachen Regionen die Leistungsfähigkeit der Kommunen stark eingeschränkt und dies trifft die Einrichtungen und damit die Kinder mehrfach:
• Durch fehlende oder nicht ausreichende Kooperationsverträge kann die Einrichtung nur einen Mindeststandard an Pädagogik bieten,
• durch hohe Elternbeiträge muss ein drohendes Defizit vermieden werden.
• Da dies in der Regel auch Regionen mit niedrigem Haushaltseinkommen sind, werden so wenige Betreuungszeiten wie möglich in Anspruch genommen.
• Für Kinder mit Behinderung müssen mit der Heimatkommune des Kindes gesondert finanzielle Leistungen (der sogenannte x-Faktor) verhandelt werden. In finanzschwachen Regionen gibt es diese nicht.