Schulische Bildung

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Teilhabe an schulischer Bildung
Wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder aufs Neue, dass Teilhabe an Bildung und berufliche Integration von der Herkunftsfamilie und dem sozialen Hintergrund junger Menschen abhängen. Ein förderliches Umfeld gilt als ein Garant für schulischen Erfolg.

Benachteiligte Jugendliche,
- die beispielsweise in schwierigen Familienverhältnissen aufwachsen,
- Verhaltensauffälligkeiten zeigen,
- bedingt durch ihre Zuwanderung sprachliche Barrieren haben,
- unter Versagens-/Schulängsten oder mangelndem Selbstwertgefühl leiden,
verfügen nicht über entsprechend fördernde Bedingungen und brauchen daher besondere Unterstützung, Beratung und Begleitung, um an schulischer Bildung teilhaben zu können. Es braucht professionelle und ausreichend finanzierte Angebote der Kinder- und Jugendhilfe am Lebens- und Lernort Schule. Die Angebote sind zügig auszubauen und auf weitere Schularten aus zu dehnen, um allen Kindern und Jugendlichen Teilhabe an schulischer Bildung zu ermöglichen.

Lernförderung ohne Einschränkung
Kindern und Jugendlichen in Familien, die Grundsicherungsleistungen für Arbeitsuchende beziehen, wird eine geeignete außerschulische Lernförderung nur dann gewährt, wenn ihre Versetzung in die nächsthöhere Klassenstufe gefährdet ist und zudem keine schulisch organisierten Förderangebote existieren. Eine Förderung zur Erreichung einer Empfehlung für die Realschule oder das Gymnasium ist nicht vorgesehen. Hier besteht Nachbesserungsbedarf.

Individuelle Förderung am Übergang Schule-Beruf zur Teilhabe am Berufsleben
Bei rückläufiger Zahl von Arbeitsbereichen für Unqualifizierte wird ein Berufsabschluss zunehmender Garant für die Teilhabe am Erwerbsleben und die Prävention von Armut.
Benachteiligten Jugendlichen gelingt der direkte Zugang in eine Berufsausbildung häufig nicht trotz zahlreicher Förderangebote. Letztere verteilen sich auf Zuständigkeiten von Kostenträgern unterschiedlicher Rechtskreise, sind in der Regel nicht aufeinander abgestimmt, und zu wenig flexibel, um auf die individuellen Lebenslagen der jungen Menschen zu passen. Gerade in der Übergangsphase von der Schule in das Berufsleben sind Jugendliche in ihrer Selbstorganisation und Bewältigungsstrategie besonders gefordert. Benachteiligten Jugendlichen fehlen diese Kompetenzen in der Regel ebenso wie ein begleitendes soziales Umfeld. So wird der Einstieg in ein Ausbildungsverhältnis und das Durchhalten bis zum Abschluss zu einer für viele nicht zu bewältigenden Herausforderung. Es braucht flexible, individuell gestaltbare und aufeinander abgestimmte Förderangebote und eine durchgängige, professionelle Begleitung von der Berufsorientierung bis zum Ausbildungsabschluss, um benachteiligten jungen Menschen die Teilhabe am Berufsleben zu gewährleisten.

Kinder aus bildungsfernen Familien gezielt fördern.
Bildungsmangel verursacht Armut
Der soziale Aufstieg ist vielen Menschen in Deutschland immer noch versperrt. Das macht der Entwurf des 4. Armuts- und Reichtumsberichts deutlich.
Die von der Bundesregierung vorgelegten Zahlen sind alarmierend: Jedes dritte Kind eines ungelernten Arbeiters wird ebenfalls ein ungelernter Arbeiter. Und nur jedes zehnte Kind einer Mutter, die maximal einen Hauptschulabschluss hat, besucht das Gymnasium.

Wir fordern Unterstützung durch frühe Hilfen und Schulsozialarbeit. Es braucht Menschen, die diese Jugendlichen sinnbildlich an die Hand nehmen und sie auf dem Weg von der Schule in die Ausbildung begleiten. Ausbildungspatenschaften können ein Schlüssel zu höheren Bildungsabschlüssen sein.
(Neue Caritas Spezial, S. 3) Beispiele