Caritas ist Kirche: Nah. Am Nächsten

Die Caritas der Kirche ist die Antwort auf das Gebot Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Die tätige Nächstenliebe als Wesenselement der Kirche ist der Auftrag jedes Christen wie auch der Kirche als Gemeinschaft. Caritas bezeichnet eine Grundhaltung gegenüber Menschen in Not. Wie im Gleichnis vom barmherzigen Samariter sind Christen aufgefordert, sich jedem Bedürftigen in Liebe und Achtung zu begegnen ohne Ansehen der Nation, des Status oder der Konfession.

Der Präses

Der Caritaspräses sorgt gemeinsam mit dem Vorstand dafür, dass der Dienst für die Menschen sich nicht im bloß Fachlichen erschöpft, sondern die sakramentale Mitte der Caritas mit ihren Einrichtungen und Diensten sowie die Rückbindung an die Ortsgemeinden gestärkt wird. Rückbindung an die Ortsgemeinden gestärkt wird.

Pfarrer Bauer ist der erste Caritaspräses im Erzbistum. Die Funktion wurde neu geschaffen, um Leitungsaufgaben und priesterlichen Dienst klar zu trennen und die bisherige Doppelbelastung aufzuheben. Er bleibt weiterhin Pfarrer der Pfarrgemeinde Christkönig in München-Nymphenburg.
Präses Bauer
Augustinus Bauer 
Caritaspräses
Gemäß unserem Leitwort „Nah. Am Nächsten“ ist der erste Ort der Caritas die Pfarrgemeinde. In der Gemeindecaritas engagieren sich Frauen und Männer, um der Nächstenliebe ein Gesicht zu geben. Aufmerksam beobachten sie, wo Menschen in Not sind und organisieren Hilfe vor Ort. Vielfältige Aufgaben sind in Pfarreien nicht leistbar, wie zum Beispiel Altenheime, Einrichtungen der Behinderten- und Jugendhilfe oder Beratungsdienste.

Für diese Aufgaben wurden vor über hundert Jahren in Städten und Gemeinden Caritasverbände gegründet, die 1922 in den Diözesan-Caritasverband zusammenfasst wurden. Heute ist die Caritas mit über 350 Einrichtungen einer der großen Wohlfahrtsverbände in Oberbayern und gleichzeitig „ein Herzstück der Kirche“ (Kardinal Reinhard Marx).


Die Caritas versteht sich als Anwalt der Armen, Hilfebedürftigen und Ausgegrenzten. Sie will in der Gesellschaft denen eine Stimme geben, die keine Stimme haben. Mit dem Beispiel ihrer vielen ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter will sie für Solidarität in der Gesellschaft sorgen.
Caritas bildet ein Netzwerk, das auf Pfarreiebene beginnt und sich in diözesanen, landes- und bundesweiten Strukturen organisiert. Weltweit ist die Caritas in 160 Ländern tätig. Solidarität mit anderen Völkern und Nationen zeigt sie vor allem in der internationalen Katastrophenhilfe.

Auf allen Ebenen besteht zwischen dem Caritasverband und dem Erzbistum eine enge Verbindung. Die Pfarreien und Dekanate arbeiten mit den Caritas-Zentren zusammen, Ehrenamtliche engagieren sich vielen Diensten und Einrichtungen. Zweimal im Jahr finden in den Pfarreien die Kirchenkollekten und Haussammlungen statt. Das Erzbistum finanziert aus Kirchensteuermitteln einen Teil der Ausgaben der Caritas. Der Erzbischof von München und Freising ernennt den Caritasdirektor und bestellt den Vorstand. Auch der Caritaspräses wird vom Erzbischof ernannt. Der Caritasrat überwacht die Erfüllung der Aufgaben des Verbands. Der/Die Vorsitzende wird ebenfalls vom Erzbischof ernannt.

Menschen am Lebensende begleiten

"In einer so grundsätzlichen Frage gilt es zunächst festzuhalten, dass jeder Mensch Anspruch hat auf ein menschenwürdiges Sterben. Das Sterben ist die letzte große Lebensaufgabe, die der Mensch zu bewältigen hat. Diese Aufgabe kann ihm niemand abnehmen, wohl aber kann und muss ihm dabei geholfen werden." (Die Deutschen Bischöfe 4, 1975)

Es ist Auftrag des Caritasverbands mit seinen Trägern und ihren Einrichtungen, sichtbares Zeichen für die liebende Zuwendung Gottes zu allen Menschen zu sein. Dazu gehört besonders, kranken, alten, behinderten Menschen und ihren Angehörigen und Freunden aus christlicher Verantwortung heraus individuelle, kompetente und zugewandte Unterstützung auch am Lebensende und beim Sterben anzubieten.

Dieses Ziel greifen die vorliegenden Leitlinien auf. Jesus fragt den blinden Bettler Bartimäus „Was soll ich dir tun?“ (MK 10, 51). Dieser Haltung folgt eine christliche Hospiz- und Palliativkultur: Nicht die Helfenden wissen, was gut für den Sterbenden ist – der Sterbende sagt es den Helfern.
Hände halten andere Hände

Projekt Christliche Hospiz- und Palliativkultur

Mit der finanziellen Unterstützung durch die in Höhe von einer Million Euro konnte ein Projekt zur Förderung, Weiterentwicklung und Verstetigung einer christlichen Hospiz- und Palliativkultur von Mai 2009 bis Mai 2012 durchgeführt werden. Dabei stand die Reflexion und Bearbeitung der Begleitung und Betreuung schwerkranker, sterbender Menschen in den Einrichtungen und Diensten unter dem Dach der diözesanen Caritas im Fokus.

In dem Projektzeitraum von drei Jahren wurden 55 teilnehmende Einrichtungen aus ambulanter Pflege, stationärer Altenhilfe und Behindertenhilfe begleitet und beraten und erhielten Unterstützung bei der Durchführung von Fortbildungen und bei ihrer konzeptionellen Weiterentwicklung. Ein wesentlicher Schwerpunkt war zudem die regionale Vernetzung und Zusammenarbeit, insbesondere auch mit den Pfarrgemeinden.

Erzbischöflicher Hospiz- und Palliativfonds

Kardinal Marx hat im Mai 2012 den „Erzbischöflichen Hospiz- und Palliativfonds“ ins Leben gerufen. Dieser knüpft an das durchgeführte Projekt an und unterstützt die Einrichtungen unter dem Dach der diözesanen Caritas und seelsorgliche Dienststellen im Bistum bei der kontinuierlichen Pflege einer christlichen Hospiz- und Palliativkultur.
Kontakt
Sebastian Heller
Fachreferent für Hospizarbeit und Palliative Care
Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V.
Hirtenstraße 4, 80335 München
Tel.: 089 55169-423
Fax: 089 55169-284
Email: