Unbegleitete Minderjährige

„Unbegleitete Minderjährige" sind Jugendliche, die ohne Eltern oder Sorgeberechtigte aus den Krisengebieten der Welt nach Deutschland geflohen sind. Nach dem Aufgriff eines Jugendlichen in unserem Landkreis bekommt er zunächst im Rahmen einer Inobhutnahme vorübergehend einen Platz bei uns in unserer Notunterkunft. Nachdem dann eine sogenannte Clearingphase durchlaufen ist, wird vom Jugendamt ein fester Platz für den jungen Menschen gesucht. Dafür stellen wir im Landkreis Wohngruppen, in denen die Jugendlichen stationär untergebracht, versorgt und auf das Leben nach der Jugendhilfe vorbereitet werden.

Unsere Aufgabe
Es ist unsere Aufgabe einen sicheren Ort für Jugendlichen zu schaffen. Trotz ihrer Belastungen sollen sie jung sein dürfen und ihre erheblich verminderten Chancen auf ein Leben in Frieden und Eigenverantwortung mehren. Dabei helfen ihnen pädagogische Fachkräfte in den Gruppen und ein gruppenergänzender Fachdienst.

Unser Ziel
Der Aufbau einer Perspektive in Deutschland ist das Hauptziel. Wir bereiten jeden unserer Jugendlichen auf ein Leben in Selbständigkeit und Eigenverantwortung vor. Grundlegend ist dabei  eine gute Schulbildung und das Heranführen an einen Beruf. Nur so können die Jugendlichen später ihre eigene Zukunft gestalten. Damit kann der Jugendliche von seiner Zeit in der Jugendhilfe profitieren, unabhängig davon, ob er in Deutschland bleibt oder ob er zurückkehrt.

Unser Weg
Der Alltag der unbegleiteten Minderjährigen wird bestimmt vom Lernen. Der Erwerb der Sprache, das Nachholen oft versäumter schulischer Bildung, die Vorbereitung auf ein Leben in Selbständigkeit und die Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft und Grundordnung prägen den Tagesablauf. Die Auseinandersetzung mit seiner Flucht, den Fluchtgründen und dem Verlust seiner Familie, ist Teil der pädagogischen Arbeit oder auch einer psychologischen Betreuung. Zum Bestehen in unserer Gesellschaft brauchen die unbegleiteten Minderjährigen viel Wissen und Können. Das beginnt mit der Nutzung von Haushaltsgeräten, erstreckt sich über das Erlernen eines geregelten Tagesablaufs, über die Auseinandersetzung mit Gleichberechtigung und Toleranz und geht bis zur Fähigkeit für sich selbst zu sorgen, Ämtergänge zu erledigen und seine Gesundheit eigenverantwortlich zu bewahren.

Neben all den Aufgaben ist eine sinnvolle Freizeitgestaltung ein Ausgleich. Ausflüge oder auch Sportveranstaltungen können dazu dienen die Integration zu fördern. Aber es sollen dementsprechend Gelegenheiten genutzt werden, die alte Heimat ein Stück weit in der neuen Heimat zu behalten, z.B. indem traditionelle Festtage der Religionen gemeinsam gefeiert werden.

Jugendhilfe und Caritas Berchtesgadener Land
Juhu Caritas BGL
Sonnleitstr. 62
83483 Bischofswiesen
Telefon 08652-9535 517
Telefax 08652-9535 519
Email : um-bgl(at)caritasmuenchen.de
 



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