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Kardinal Reinhard Marx steht neben Eva Wendlinger und Heinrich Reiner von den Lebensmitteltischen, die stellvertretend für die Ehrenamtlichen der Caritas im Landkreis München einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro vom Kardinal entgegennahmen. Im Hintergrund Caritas-Fachdienstleiterin Claudia Mammach. | © Kiderle/Caritas München-Freising

„Die Ehrenamtlichen sind ein großer Schatz”

Pressestelle der Caritas München und Oberbayern , München, 22.12.2023

Bei einem Adventsbesuch der Caritas in Ottobrunn gestern Nachmittag hat sich der Erzbischof von München und Freising Reinhard Kardinal Marx über die Caritas-Dienste im Landkreis München informiert und den freiwillig engagierten Helfern und Helferinnen sowie den Mitarbeitenden des Sozialverbands für ihre Arbeit und ihren Einsatz gedankt. „Das Netzwerk der Ehrenamtlichen ist ein großer Schatz und gelebte Nächstenliebe“, betonte Marx vor gut 100 Gästen, darunter zahlreiche ehrenamtlich engagierte Menschen sowie Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer, Vize-Landrat Otto Bußjäger und der Caritas-Vorstand mit Caritasdirektor Prof. Dr. Hermann Sollfrank, Gabriele Stark-Angermeier und Thomas Schwarz. Angesichts vielfältiger Krisen und Ängste in der Bevölkerung treibt den Kardinal die Gefährdung unseres freien Gemeinwesens um: „Demokratie ist keine g‘mahde Wies‘n“, mahnte der Erzbischof auf bayerisch und unterstrich die Bedeutung solidarischen Handelns: „Für eine lebendige Demokratie, ein lebendiges Gemeinwesen brauchen wir Menschen, die mehr tun als sie tun müssen.“ Der entscheidende Schritt sei, dass Menschen Zeit opfern, sich engagieren, Kinder großziehen – davon lebe eine Demokratie. „Was wir als Christen tun müssen ist Barmherzigkeit. Wir klagen nicht über andere, wir tun etwas für das Gemeinwohl. Wir helfen einfach, weil die Not da ist“, bekräftigte Marx.

Lichtblicke bei der Problembewältigung

Diözesan-Caritasdirektor Prof. Hermann Sollfrank bedankte sich für die Anerkennung und Wertschätzung der Caritas-Arbeit in Ehren- und Hauptamt, die der Kardinal durch seinen Besuch ausgedrückt habe. „Ehrenamtlich engagierte Menschen sind Lichtblicke bei der Bewältigung von Problemen aller Art.“ Ob bei der Essensausgabe, bei den Beratungen, praktischen Handlungshilfen in behördlichen und bürokratischen Fragen, als Kulturdolmetscher, im Asyl-Helferkreis oder bei der persönlichen Zeit mit Menschen – der Einsatz der freiwillig Engagierten mache das soziale Engagement der Caritas erst möglich, sagte Sollfrank. Mehr als 600 Samariterinnen und Samariter des Alltags wirkten allein im Landkreis München. Die Hälfte von ihnen versorgten bei den Lebensmitteltischen pro Woche 950 Erwachsene und 600 Kinder. „Eine Zahl steht exemplarisch für die großartige und wertvolle Unterstützung durch die Helfer und Helferinnen: 20.000 Stunden leisten sie pro Jahr allein an den Lebensmittelausgaben – freiwillig und ohne Entgelt“, dankte Sollfrank.

Bedarf nach Beratung, Pflege, Essen und Nothilfen steigt

Die Caritas berate alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos in existenziellen und sozialen Krisen, immer zielgerichtet und auf die jeweilige Situation der hilfebedürftigen Menschen bezogen, erläuterten die Caritas-Mitarbeitenden der sozialen Dienste an fünf Thementischen in Ottobrunn. Angesichts steigender Preise, vermehrter Abstiegsängste und des zunehmenden Verteilungskampfes um bezahlbaren Wohnraum, den Kindergarten- oder Pflegeplatz würden diese persönlichen Krisen immer mehr. Viele Menschen wüssten nicht, wie sie den Monat finanziell überstehen können, hätten Angst vor der nächsten Nebenkostenabrechnung.

Der Dachdecker in Finanznot

Selbst ansonsten stabile Menschen fühlten sich erschöpft und überfordert, wie das Beispiel eines verheirateten Dachdeckers und Vaters zweier Kinder zeigte: Er geriet plötzlich und unerwartet in eine finanzielle Schieflage, weil sein Arbeitgeber wegen rückläufiger Auftragslage das Gehalt um 25 Prozent gekürzt hatte. Hinzu kamen höhere Zinsen für das Wohnungsdarlehen. Als alle Rücklagen aufgebraucht waren und Pfändung drohte, wandte sich der Dachdecker an die Caritas. Lebensmittelgutscheine stellten erstmal die Grundversorgung der vierköpfigen Familie sicher. Eine permanente Budgetberatung und Gespräche mit der Bank bewahrten sie davor, erneut in finanzielle Notlage zu geraten.

121 Mitarbeitende in den Caritas-Beratungsdiensten erreichen im Landkreis München 9.450 Ratsuchende, davon 800 in der Schuldner- und Insolvenzberatung. 270 Beschäftigte kümmern sich in 17 Kindertageseinrichtungen um 1.300 Kinder.

Menschen brauchen Mitmenschen

Caritas stehe für ein soziales Miteinander, das niemand am Rand der Gesellschaft zurücklasse. Da sein für die Menschen, sie unterstützen und stärken in ihrer jeweiligen Lebens- oder Notsituation. Das sei zentrale Aufgabe der Caritas, betonte Caritasdirektor Sollfrank. Doch so sicher wie das Amen in der Kirche sei auch: „Ohne das herausragende Engagement der zahlreichen Kümmerer und Anpackerinnen, der Spontanhelfer und Dauer-Unterstützer, der Übersetzer und Netzwerkerinnenwäre die Caritas und ihre Soziale Arbeit nicht das, was sie ist: Zugewandt, human, christlich, solidarisch, offen, vielfältig – und immer wieder der Kitt einer sich spaltenden Gesellschaft.“ (beb)

Mehr Informationen unter:

www.caritas-nah-am-nächsten.de und www.spenden.caritas-nah-am-naechsten.de

von Bettina Bäumlisberger | Pressestelle

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"Ehrenamtler sind ein Schatz" - Adventsbesuch von Kardinal Marx bei der Caritas
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Bettina Bäumlisberger

Bettina Bäumlisberger - Pressesprecherin & Leitung Pressestelle | © Marcus Schlaf
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin Portal Aktuelles und Themen | Caritas München und Oberbayern