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Gruppenfoto mit Pater Roman Syrotych, Harald Bachmeier, Olena Pototyuk. | © Caritas München-Freising

Hilfe für kriegstraumatisierte Kinder in München und Kyiv

Pressestelle der Caritas München und Oberbayern , München, 23.11.2023

Caritasdirektor Pater Roman Syrotych gibt Einblicke in soziale Arbeit in der Ukraine - Partnerschaftsprojekt „Tut i Tam“ unterstützt mit Spiel- und psychosozialen Angeboten

Kinder erleben im Krieg unfassbares Leid. Die Caritas Kyiv sucht Unterstützung für ein regionales Projekt, das hunderttausenden Kindern in der Ukraine hilft, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Der Kyiver Caritasdirektor Pater Roman Syrotych schildert beim Besuch in München die nach wie vor dramatische Situation vor Ort und stellte das internationale Kooperationsprojekt „Tut i Tam” (ukrainisch für „hier und dort”) von Caritas München und Caritas Kyiv vor. Syrotych zeigt sich erschüttert vom Ausmaß der Traumatisierung vor allem von Kindern. „Schwerpunkt der Psychologen ist die Arbeit mit Kindern, weil sie ganz viel Schlimmes gesehen haben, teilweise die Ermordung ihrer Eltern“, berichtet der Caritasdirektor.

Hilfe an mehreren geschützten Orten möglich

„Viele Kinder haben Sprachschwierigkeiten oder bilden ihre Sprachfähigkeit zurück, sie verharren im Schockzustand“, weiß die ukrainische Musiktherapeutin Olena Pokotyuk. Dem will das Projekt „Children friendly space” entgegenwirken, indem an 18 Orten in Kyiv geschützte und kinderfreundliche Räume geschaffen werden, wo vorgelesen, gespielt oder musiziert wird. Dabei arbeitet die Projektleiterin mit der örtlichen Stadtverwaltung, Bibliotheken und Museen zusammen. Ziel ist es, den Kindern ein Stück Kindheit zurückzugeben. „Die Kinder sollen erfahren, dass das Leben weitergeht.“ Das multiprofessionelle Team aus Psychologen/-innen, Psychiatern/-innen und Sozialpädagogen/-innen arbeitet ganzheitlich auch mit Eltern und Begleitpersonen. „Denn viele Familien sind zerrissen.“ Perspektivisch wollen mobile Teams auch in Gebiete mit hohem Traumatisierungsgrad der Bevölkerung fahren, um zu helfen. Das Verantwortungsgebiet der Caritas Kyiv umfasst fünf Regionen, die halb so groß wie die Bundesrepublik sind, mit etwa einer Million Menschen. In Kyiv leben 400.000 Binnengeflüchtete, davon 64.000 Kinder.

Kooperation schlägt Brücke zwischen München und Kyiv

Der Zusammenarbeit mit der Caritas München komme dabei eine besondere Rolle zu: „Wir können den Kindern damit zeigen, dass woanders jemand an sie denkt“, betont Olena Pokotyuk. Im Austausch stellt die Musiktherapeutin Ehrenamtlichen ihr professionelles Knowhow bei dem Besuch einer Münchner Unterkunft für ukrainische Geflüchtete zur Verfügung. Seit Mitte September vermittelt das Münchner Projekt „Tut i Tam“ bis zu 15 Kindern zwischen sechs und 14 Jahren spiel-, musik- und kunsttherapeutische Angebote. Zwei weitere Standorte sind geplant. „Wir wollen mit „Tut i Tam“ eine Brücke schlagen zwischen Kyiv und München“, betont Darya Dmytruk, Projektleiterin „Tut i Tam” der Caritas München. Harald Bachmeier, Geschäftsleiter der Caritas München erklärt zur Motivation: „Wir sind froh, dass wir mit dem Kooperationsprojekt „Tut i Tam“ nach unserem Einsatz mit dem Infopoint am Münchner Hauptbahnhof eine Möglichkeit gefunden haben, den Kollegen der Caritas Kyiv beizustehen.“

Gemeinsamer Messebesuch geplant

Die Gruppe aus Kyiv ist noch bis 26. November zu Gast bei der Caritas München und besucht am 25.11. (14-18 Uhr) im Alten Rathaus die Messe „München global ∙ solidarisch ∙ aktiv." Dort stellt sie auch das im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen München und Kyiv geschmiedete Projekt „Tut i Tam” vor. (md)

Flüchtlingshilfe Ukraine - Tut i tam | Spendenportal Caritas (caritas-nah-am-naechsten.de)

 

Bildunterschrift: Freuen sich über ihr Partnerschaftsprojekt „Tut i Tam“, das sowohl in Kyiv als auch in München traumatisierten ukrainischen Kindern hilft: Der Kyiver Caritasdirektor Pater Roman Syrotych, Harald Bachmeier, Geschäftsleiter der Caritas München, und Musiktherapeutin Olena Pokotyuk aus Kyiv (v. li.)

von Manuela Dillmeier | Pressestelle

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Manuela Dillmeier

Dillmeier Manuela - Referentin Pressestelle | © Caritas München und Oberbayern | Rätz
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