Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum
Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum
München, 31. Juli 2018.

Caritas zu Söder-Kurswechsel

Wohlfahrtsverband fordert: Den Worten müssen Taten folgen.

Ab morgen werden in Bayern in allen sieben Regierungsbezirken Transitzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen in Anker-Zentren umgewandelt. Die geplanten Standorte sind Donauwörth, Zirndorf, Regensburg, Deggendorf, Schweinfurth, Bamberg und Manching. In Letzterem ist die Caritas mit Asylsozialberatung im Einsatz, um den geflüchteten Männern, Frauen und Kindern zur Seite zu stehen. „Aufgrund unserer ganz konkreten Erfahrungen sowohl in großen als auch in kleineren Einrichtungen haben wir uns immer wieder klar gegen große zentrale Einrichtungen wie in Manching – insbesondere bei längeren Aufenthalten – positioniert. Unabhängig davon begrüßen wir den Kurswechsel von Ministerpräsident Markus Söder, der angekündigt hat, Asylbewerbern den Zugang zu Ausbildung und Arbeit zu erleichtern“, erklärte heute Caritasdirektor Georg Falterbaum.

Offener Brief an Politiker
Schon lange fordere der Diözesan-Caritasverband eine Lockerung der Arbeitsverbote für Flüchtlinge. „Das haben wir auch jüngst in einem offenen Brief an Politiker aller Parteien gefordert“, so Falterbaum. Umso erfreulicher sei es, dass Ministerpräsident Söder bei der Einweihung des neuen Landesamtes für Asyl jetzt auf die Vorschläge von Caritas und Erzdiözese eingegangen sei. „Sollte das Landesamt die Bleibemöglichkeiten von integrationswilligen Flüchtlingen dauerhaft verbessern, begrüßen wir das ausdrücklich.“

Menschenwürdiger Umgang mit Schutzsuchenden
Die Caritas plädiere dafür, Asylsuchenden nachrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt zu geben, insbesondere, wenn sie helfen, ihre Identität nachzuweisen. Dies solle unabhängig vom Verfahrensstand ihres Asylgesuchs oder Herkunftslands gelten. „Wer Integrationsinteresse zeigt, soll auch dafür belohnt werden. Daraus kann sich eine Win-Win-Situation ergeben, insbesondere, wenn Flüchtlinge sich in sogenannten Mangelberufen wie etwa in der Pflege engagieren. Grundsätzlich gilt für uns als größter bayerischer Sozialverband: Solange die Zuflucht Suchenden bei uns sind, müssen sie human, menschenwürdig und sensibel behandelt werden“, forderte der Caritasdirektor von Politik und Gesellschaft. (mmr)