Fordert die Absichtserklärungen in konkrete Politik umzusetzen: Caritasdirektor G. Falterbaum.
Fordert die Absichtserklärungen in konkrete Politik umzusetzen: Caritasdirektor G. Falterbaum.
München, 5. November 2018.

„Richtige Akzente in Familien- und Wohnungspolitik“

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising begrüßt den von Schwarz-Orange ausgehandelten Koalitionsvertrag in wesentlichen Teilen. „In der Familienpolitik und bei den Themen Wohnungsnot, Fachkräftemangel oder leichterer Zugang zum Arbeitsmarkt für Migranten haben CSU und Freie Wähler wichtige Schritte in die richtige Richtung getan“, lobt Caritasdirektor Georg Falterbaum das heute unterzeichnete Papier. Allerdings könnten noch mehr sozialpolitische Schwerpunkte gesetzt werden, etwa bei der Bekämpfung von Armut und Langzeitarbeitslosigkeit oder bei der Integration von Geflüchteten, so Falterbaum. Nun gelte es, die Absichtserklärungen in reelle und konkrete Politik umzusetzen.
 
Ausbildungs- und Studienplätze für Mangelberufe schaffen

Als positiv würdigt der Caritasdirektor die vereinbarten familienpolitischen Leistungen, die einerseits das Familiengeld enthalten und andererseits pro Kind und Monat 100 Euro für das erste und zweite Kindergartenjahr draufsatteln. „Wir freuen uns über die hochgesteckten Ziele der neuen Koalition bei der Kinderbetreuung und hoffen, dass genügend Fachkräfte gefunden werden, damit die Qualität der Angebote nicht leidet“, betont Falterbaum. Damit die Qualität über ausreichende und gut ausgebildete Fachkräfte gewährleistet werden kann, müssten jetzt die Weichen gestellt werden. „Das heißt, heute und nicht morgen müssen die Ausbildungs- und Studienplätze für die Mangelberufe geschaffen werden, nicht nur in der Pflege, sondern auch für die erziehenden Berufe.“  Duale Ausbildung und duales Studium seien ideale Möglichkeiten, jungen Menschen diese Berufe nahezubringen.

"Förderung nach Postleitzahl muss ein Ende haben"
Mehr Ehrgeiz wünscht sich Falterbaum beim Thema Integration von geflüchteten Menschen. „Wir brauchen einen schnelleren und liberaleren Zugang zum Arbeitsmarkt für Migranten“, fordert Falterbaum. „Nichts fördert die Integration besser als Arbeit.“ Die Absicht der schwarz-orangenen Koalition, die „3+2-Regelung“ offensiv anzuwenden, sei zwar ausdrücklich zu begrüßen. Allerdings müsste die Förderung oder Nicht-Förderung nach Postleitzahl ein Ende haben. „Wer Pech hat und in einem Landkreis mit einem restriktiv agierenden Landrat wohnt, kommt gar nicht in den Genuss der 3+2-Regel, weil ihm oder ihr die Ausbildungserlaubnis verweigert wird“, moniert Falterbaum. Gleiches gelte, wenn sich jemand aus dem falschen Land, zum Beispiel Nigeria auf den Weg gemacht habe. „Der- oder diejenige bleibt im AnKER-Zentrum verwahrt ohne Chance auf Arbeit und Integration.“ (beb)