Pater-Rupert-Mayer-Medaille 2018 für Hubert Heinhold.
München, 7. November 2018.

Pater-Rupert-Mayer-Medaille in Gold für Hubert Heinhold

Der Münchner Rechtsanwalt Hubert Heinhold (70) hat in diesem Jahr die Pater-Rupert-Mayer-Medaille der Caritas in Gold erhalten. „Seit 35 Jahren setzen Sie sich unermüdlich für die Belange und Rechte von geflüchteten Menschen ein. Fast rund um die Uhr stehen Sie für die unterschiedlichen Anfragen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Asyl- und Migrationsbereich zur Verfügung. Ob telefonisch, per Mail, auf Fachtagen oder in Weiterbildungen – Ihr Wissen und Ihre Weisheit waren und sind nicht nur gefordert, sondern unverzichtbar“, würdigte Caritasdirektor Georg Falterbaum am Dienstagabend, 6. November, bei der feierlichen Verleihung in der Münchner Karmeliterkirche, die Verdienste des 70-Jährigen.


Einmaliges Expertenwissen in Deutschland

„Es gibt in ganz Deutschland kaum einen Rechtsgelehrten, der auf ein so umfangreiches und differenziertes Fachwissen zurückgreifen kann wie Sie. Sie können einschätzen, wie Behörden reagieren. Sie wissen, wie man überzeugen kann und Sie können komplexe juristische Sachverhalte auch Nicht-Juristen verständlich erklären“, sagte Falterbaum in seiner Laudatio auf den Preisträger. Mit Nachdruck habe sich Hubert Heinhold für die Rechte von geflüchteten Kindern und vor allem auch unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eingesetzt.


Immer im Dienste des Menschen

Das Recht sei für ihn kein Selbstzweck, sondern werde für den Dienst am Menschen eingesetzt. „Wir als Caritas haben Ihnen sehr viel zu verdanken – als Experte, Mitstreiter und Verbündeter.“ Der Diözesan-Caritasverband verleihe die Pater-Rupert-Meyer-Medaille einem „Menschen, der sich außergewöhnlich engagiert für die Grundwerte der Caritas. Einem Menschen, der – ganz im Sinne von Pater Rupert Mayer – sensibel ist für die Sorgen, Nöte und Probleme seiner Zeit“.


Appell an Humanität

Heinhold schilderte in seiner Dankesrede, wie sich Asyl- und Sozialpolitik in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben: „Auch heute muss sich der Verband im politischen Spannungsfeld behaupten. Auch heute noch wird versucht, politische Interessen über humanitäre zu setzen und das Geld spielt dabei immer eine wichtige Rolle.“ Heute verstehe sich die Caritas entschieden als Anwalt der Hilfsbedürftigen und wisse sich dabei von ihrem Oberhaupt Papst Franziskus aufgefordert, „sich in die Lage der Brüder und Schwestern zu versetzen, die ihr Leben riskieren, um ihren Kindern eine Zukunft zu bieten“. „Gemeinsam können wir – Verbände und engagierte Bürger – viel erreichen. Bleiben wir dran“, lautete sein Schlussappell.


Engagement im Asylbereich

Nach Abitur und Zivildienst in der Psychiatrie und einem Altenheim studierte der 1948 in Altötting geborene Heinhold an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Jura. 1975 trat er zum ersten und 1977 zum zweiten Staatsexamen an. Im gleichen Jahr noch erhielt er seine Zulassung zum Rechtsanwalt und begann seine Karriere in der Kanzlei Wächter und Kollegen, der er als Sozietätsmitglied auch heute noch angehört. Nach Schwerpunkten im Mieterschutz und im Strafvollzug an Jugendlichen und Heranwachsenden spezialisierte sich Heinhold auf Asylrecht und Menschenrechte. Über viele Jahre wurde der Caritas-Rechtsberater von Politikern in Bundes- und Landtag als Sachverständiger angehört. Auch als stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Flüchtlingsrats und der Organisation „Pro Asyl“ hat er seine Mitmenschlichkeit und sein fachliches Know-How eingebracht.


Gottesdienst für Caritas-Mitarbeitende

Vor dem Festakt hatte Caritaspräses Augustinus Bauer in der Oberkirche der Bürgersaalkirche den traditionellen Caritas-Gottesdienst zu Ehren des Patrons der Caritas im Erzbistum, des seliggesprochenen Jesuitenpaters Rupert Mayer, zelebriert. Zu diesem festlichen Caritas-Gottesdienst sind jedes Jahr Ehrengäste, Freunde, Förderer, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Caritas-Mitarbeitende sowie Klientinnen und Klienten herzlich eingeladen. Der Todestag von Pater Rupert Mayer am 1. November jährt sich heuer zum 73. Mal.


Auszeichnung für besondere soziale Verdienste

Die Pater-Rupert-Mayer-Medaille der Caritas in Gold wird an herausragende Persönlichkeiten im Bereich des Diözesan-Caritasverbands verliehen. Sie ist eine Anerkennung und Wertschätzung für langjährige Leistungen, die in herausragender Weise der Caritas dienen. Preisträger war im vergangenen Jahr Pfarrer Herbert Kellermann. Auch der Kabarettist Christian Springer, die ehemalige Münchner Bürgermeisterin Gertraud Burkert, Kardinal Friedrich Wetter und der frühere Landtagspräsident Alois Glück wurden bereits mit der Medaille ausgezeichnet. (mmr)
 
BU: Caritasdirektor Georg Falterbaum überreicht Rechtsanwalt Hubert Heinhold für seinen Einsatz für Flüchtlinge die höchste Auszeichnung der Caritas – die Pater-Rupert-Mayer-Medaille in Gold.
Foto: Schlaf/Caritas München