Caritas-Vorständin Stark-Angermeier setzt auf schnelle und unbürokratische Hilfe.
München, 8. November 2018.

40 Jahre Sozialpsychiatrischer Dienst Schwabing

Der Sozialpsychiatrische Dienst (SpDi) Schwabing feierte am Mittwoch, 7. November, im Kulturhaus Milbertshofen sein 40-jähriges Bestehen. Auch der zehnte Geburtstag des Sozialpsychiatrischen Dienstes für hörgeschädigte Menschen, der Betroffene in ganz München – auch in Gebärdensprache –  versorgt, wurde an diesem Tag mitgefeiert. „Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist noch lange nicht selbstverständlich. Mit dem SpDi treten wir ein für eine Gesellschaft, die nicht wegschaut und nicht ausgrenzt“, erklärte Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier. Der Dienst sei ein öffentliches Zeichen für Solidarität und ein praktisches Angebot der Nächstenliebe. Mit den Hilfen könnten psychisch erkrankte Menschen Normalität im Alltag erleben und das eigene Leben –  so gut es gehe – selbst gestalten. „Hörende und hörgeschädigte Menschen brauchen im Falle einer psychischen Erkrankung vor allem schnelle und unbürokratische Hilfe vor Ort“, betonte Stark-Angermeier.


Gute Kooperation mit dem Bezirkstag

Die langjährige stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Friederike Steinberger sagte: „Dieser Sozialpsychiatrische Dienst ist ein Wegbereiter und ein Symbol für den veränderten Umgang mit Menschen, die eine seelische Behinderung haben.“ Er stehe für Teilhabe, sei ambulant, wohnortnah und menschlich zugewandt. „Beim Bezirk sind wir froh, dass wir mit der Caritas so gut und partnerschaftlich zusammenarbeiten und ich freue mich auf viele weitere Projekte und eine weiterhin reiche Ernte“.


Hilfen und Hausbesuche

„Mit der Gründung des Sozialpsychiatrischen Dienstes Schwabing 1978 konnte psychisch kranken Menschen, die bis dahin meist nur medizinisch in großen Kliniken behandelt wurden, lebenspraktische Hilfe in ihrem Wohnumfeld angeboten werden“, berichtete Birgit Wahlich, Fachdienstleitung des Sozialpsychiatrischen Dienstes Schwabing. Der Dienst habe mit fünf Mitarbeitenden angefangen, mittlerweile arbeiteten dort 23 Frauen und Männer und betreuten rund 600 Klienten/innen im Jahr. Hinzugekommen seien 1994 eine Tagesstätte und 1997 das Betreute Einzelwohnen: „Hier kommen wir zu unseren Klienten, die vielfach gar nicht in der Lage sind, eine Beratung aufzusuchen, nach Hause und bringen nachhaltige Unterstützung dorthin, wo sie wirklich gebraucht wird“, erläuterte Wahlich. „Im Jahr 2008 ist es uns gelungen, für eine besonders benachteiligte Zielgruppe, nämlich hörgeschädigte psychisch kranke Menschen, einen Sozialpsychiatrischen Dienst dauerhaft durch den Bezirk Oberbayern fördern zu lassen.“


Netzwerk für psychisch kranke Menschen

Im Netzwerk für psychische Gesundheit sind mehrere Einrichtungen unter zwei Dächern versammelt. In der Dachauer Straße 9 finden psychisch kranke Menschen in und um Schwabing professionelle Ansprechpartner. In der Marsstraße 5 sind gezielte Angebote für hörgeschädigte psychisch kranke Menschen gebündelt. Alle bieten ambulante, am Sozialraum orientierte Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie für deren Angehörige und andere Bezugspersonen. Finanziert werden die Dienste durch den Bezirk Oberbayern und mit einem Sachkostenzuschuss durch das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München. (mmr)