Caritaspräsens Augustinus Bauer spricht Segensworte für Caritas-Geschäftsführer Norbert J. Huber.
Caritaspräsens Augustinus Bauer spricht Segensworte für Caritas-Geschäftsführer Norbert J. Huber.
München, 21. November 2018.

Anwalt für Benachteiligte

Der Diözesan-Caritasverband hat sich gestern von seinem langjährigen Geschäftsführer der Caritas in München/Landkreis München, Norbert J. Huber, feierlich verabschiedet. Der 65-Jährige geht zum Jahrsende in den Ruhestand. Rund 200 Gäste aus allen Bereichen des sozialen Lebens in München kamen in die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern am Jakobsplatz. Huber wählte diesen Ort, um ein Zeichen für den Zusammenhalt in der Landeshauptstadt zu setzen. „20 Jahre lang waren Sie passionierter und erfolgreicher Anwalt, Dienstleister und Solidaritätsstifter für die Caritas. Sie haben unseren Grundauftrag, nah am Nächsten zu sein, mit Ihrem Team gelebt, geprägt und nach außen getragen. Ohne Sie wäre die Caritas München heute nicht da, wo sie ist!“, würdigt Caritasdirektor Georg Falterbaum das Wirken Hubers.

Hubers Geschäftsbereich vergrößerte sich mit den Jahren

In seiner Zeit als Caritas-Geschäftsführer hat dieser ein großes sozialpolitisches Netzwerk aufgebaut und seinen Geschäftsbereich mit über 150 Einrichtungen, Diensten und Projekten sowie 1.980 haupt- und 1.600 ehrenamtlich Mitarbeitenden erheblich weiterentwickelt. Viel Herzblut steckte Huber in die politische Arbeit für den Verband. Er organisierte zahlreiche runde Tische, Kooperationen mit Wirtschaft und Politik, Aktionen zur Rettung der Finanzierung sozialer Arbeit, Fachtagungen, Demonstrationen und Kundgebungen. Er gründete den sozialpolitischen Diskurs (SopoDi) und erreichte, dass vor der Kommunalwahl 2014 alle Bürgermeisterkandidaten einen 3. Arbeitsmarkt versprachen. Als ARGE-Sprecher verhinderte er unter anderem Kürzungen der Stadt für die freien Träger. Das aktuelle Münchner Manifest für europaweite Solidarität und ungeteilte Menschrechte hat durch seine Initiative eine breite Öffentlichkeit erhalten. Er leitete zahlreiche Projekte zur Organisationsentwicklung, zuletzt mit „Metro 4“ die Neuordnung der Münchner Caritas-Zentren.

Für den neuen Lebensabschnitt nur das Beste
Die besten Wünsche für die Zukunft äußert Caritasvorständin und langjährige Weggefährtin Gabriele Stark-Angermeier im Namen des Gesamtvorstands: „Für den kommenden Lebensabschnitt nur das Beste, viel Elan, Kraft und Esprit! Und wir wünschen uns auch weiterhin so viel Engagement innerhalb der gewohnten Netzwerke.“

Staatsministerin Schreyer kann sich Huber aus Sozialwirtschaft nicht wegdenken
Den großen Verdienst von und die Zusammenarbeit mit dem scheidenden Geschäftsführer der Caritas München würdigt auch Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales: „Als Caritas-Geschäftsführer hat sich Norbert J. Huber in Stadt und Landkreis München sowie darüber hinaus einen Namen als ausgewiesener Sozialexperte gemacht. Er steht wie kaum ein anderer als Fürsprecher für Menschen, die auf Unterstützung in besonderem Maß angewiesen sind. Die Arbeit bei der Caritas war für ihn Berufung. Ich habe ihn nicht nur als anpackenden Fachmann kennengelernt, sondern auch als verlässlichen Partner geschätzt. Er hat sich konstruktiv, selbstbewusst und kritisch in die sozialpolitische Gestaltung unseres Landes eingebracht. Für seinen wohlverdienten Ruhestand wünsche ich ihm Zeit für sich selbst und die Familie, alles erdenklich Gute und Gesundheit. Ich hoffe natürlich, dass er der Sozialwirtschaft auch weiterhin noch ein Stück weit erhalten bleibt.“

Bürgermeisterin Strobl dankt im Namen der Stadt
„Norbert J. Huber hat einen entscheidenden Beitrag zum sozialen Zusammenhalt in München beigetragen. Vor allem hat er dies als Geschäftsführer der Caritas München geleistet. Er hat ein großes sozialpolitisches Netzwerk aufgebaut und seinen Geschäftsbereich erheblich ausgebaut“, honoriert Münchens Bürgermeisterin Christine Strobl Hubers Wirken. Sie verweist auf die 20 Kindertageseinrichtungen, die Huber seit Anfang 1999 aufgebaut hat, genauso wie auf die fünf Freiwilligenzentren und das f-net. Sie benennt außerdem seine Rollen als Sprecher des Fachbeirats Bürgerschaftlichen Engagements der Landeshauptstadt und als Vorstandsvorsitzender des „Trägervereins für regionale soziale Arbeit“ sowie Gründer und Sprecher des „Bündnis München sozial – Wir halten die Stadt zusammen“. „Ich danke ihm im Namen der Stadt München, aber auch ganz persönlich, für die gute Zusammenarbeit zum Wohle aller Münchnerinnen und Münchner. Sie haben dazu beigetragen, dass unsere Stadt eine Heimat für alle ist.“ 

Arbeit im Sinne des Caritas-Claims "Nah am Nächsten" gerne gemacht

Auch Gastgeber Norbert J. Huber richtet persönliche Worte an seine Gäste: „München ist eine vielfältige Stadt, gerade auch wegen des hohen Migrationsanteils. Unsere Stadtgesellschaft ist offen und bunt. Woran liegt das? Meiner Meinung nach liegt das am hohen Anteil engagierter Bürgerinnen und Bürger. München hat eine starke Zivilgesellschaft. Seit vielen Jahren fördert der Stadtrat bürgerschaftliches Engagement.“ Das zahle sich aus: Freiwillige, Ehrenamtliche und spontan Engagierte seien eine tragende Säule dieser Stadt. Stadtrat und Stadtspitze hätten Verbände über die letzten Jahrzehnte unterstützt und gefördert. „Das ist längst nicht in jeder Kommune so“, lobt Huber. Und dennoch solle die freie Wohlfahrt, wenn es sein müsse, auch gegen die Stadtspitze und gerade bei Ungerechtigkeit kritisch, mutig und laut sein. Für ihn sei bei seiner Arbeit immer der Caritas-Claim „Caritas – nah am Nächsten“ Anspruch gewesen und eine permanente Herausforderung. Auch künftig will Huber sinnstiftend aktiv bleiben. Mit einem Unterschied: „Ab jetzt mache ich dann desda, desda und des ausschließlich freiwillig!“
 
Mehrfacher Segen zum Abschied
Bei der vorausgegangenen Segensfeier drückt Münchens Gemeinderabbiner Shmuel Aharon Brodman seine Wertschätzung und seinen Dank mit einem Segen aus: „Gott segne dich und behüte dich. Gott erleuchte dir dein Angesicht und sei dir gnädig.“ Auch Caritaspräses Augustinus Bauer sprach zum Abschied persönliche Segensworte: „Gesegnet sei dein Mut zum Abschied nehmen. Deine Hände lösen sich von bekannten Aufgaben und sie werden frei für Neues. Du verlässt Vertrautes und bewegst dich auf neuen Pfaden. Guter Gott, sei ihm weiter nahe auf seinem Lebensweg. Begleite ihn weiter mit deinem Segen.“
 
Am 1. Januar 2019 übernimmt Harald Peter Bachmeier (50) die Geschäftsführung der Caritas München. (var)