In den Caritas-Beschäftigungsbetrieben werden Langzeitarbeitslose für den ersten Arbeitsmarkt qualifiziert.
München/Freising, 28. November 2018.

Wege aus der Langzeitarbeitslosigkeit

Der Diözesan-Caritasverband macht sich erneut für langzeitarbeitslose und armutsbedrohte oder in Armut lebende Menschen stark. Deshalb lädt die Abteilung Spitzenverband und Fachqualität am Mittwoch, 5. Dezember, 10.00 bis 12.00 Uhr, in das Buchcafe „Etappe“ in Freising, Vimystraße 3, zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeitsperspektiven heute und morgen“ ein. „Bis zu 200.000 langzeitarbeitslose Menschen in Deutschland haben ohne Unterstützung keine Chance auf Aufnahme einer Beschäftigung. Deshalb begrüßen wir ein neues Förderinstrument des Bundes, das ab dem 1. Januar 2019 eine intensivere Betreuung, individuelles Coaching und mehr Lohnkostenzuschüsse vorsieht“, erklärt  Spela Humljan Urh, Referentin für Arbeit im Diözesan-Caritasverband. Allerdings sehe der Diözesan-Caritasverband noch Nachbesserungsbedarf bei der Absenkung der Förderung ab dem dritten Förderjahr im Vergleich zur vollen Förderung in den ersten zwei Jahren. 


Welche Perspektiven haben langzeitarbeitslose Menschen? 
Bei der Veranstaltung für Interessierte, Kolleg(inn)en, Multiplikatoren und Netzwerkpartner werden auch Frauen und Männer, die bereits seit mehreren Jahren ohne Arbeit sind, von ihren Erfahrungen berichten. Ehemalige Teilnehmer des Fachdienstes BIQ (Beschäftigung, Integration, Qualifizierung) werden erzählen, wie sie wieder zu einer festen Anstellung gekommen sind. Beide arbeiten inzwischen auf dem ersten Arbeitsmarkt: der Mann als Koch und die Frau als praktische Arbeitsanleiterin in den Caritas-Beschäftigungsbetrieben, zum Beispiel im Verkauf im Gebrauchtwarenkaufhaus „Rentabel“.


Podiumsdiskussion mit Experten
Caritas-Kreisgeschäftsführerin Carolin Dümer wird die Gäste begrüßen und in das Thema einführen. Über „Arbeitslosigkeit als wesentliches Risiko und Ursache für Armut“ referiert Spela Humljan Urh. Raphael Steinberger vom Jobcenter Freising spricht über „Das Teilhabechancengesetz – neue Wege im Jobcenter“. Einen Einblick in die Caritas-Beschäftigungsbetriebe und deren Bedeutung bei der Überwindung von Langzeitarbeitslosigkeit geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritas-Zentrums Freising, die Betroffenen fachlich zur Seite stehen. Martin Schopp vom Erzbischöflichen Ordinariat wird über einen erzbischöflichen Fonds berichten, der viele Projekte für langzeitarbeitslose Menschen erst möglich macht. Die Moderation der Gesprächsrunde übernimmt Sabine Schuster, Fachreferentin für Soziale Arbeit in der Abteilung Spitzenverband und Fachqualität.


Ursachen sind oftmals vielfältig
Nach Angaben der Agentur für Arbeit lebten im Oktober 2018 in München 17.684 Frauen und Männer, die bereits seit über einem Jahr ohne Arbeit sind. In ganz Bayern sind 50.000 langzeitarbeitslose Menschen gemeldet. Ursachen dafür sind oftmals komplexe Problemlagen wie Krankheit, Trennung, Scheidung oder psychische Erkrankungen. In den Caritas-Betrieben und den angeschlossenen Fachverbänden sind rund 600 Betroffene beschäftigt, die unter individueller Betreuung und Begleitung wieder an die Anforderungen des ersten Arbeitsmarkts herangeführt werden. „Etappe“ in Freising ist ein Buchcafé, in dem es zu einem ausgewogenen Mittagsmenü auch gebrauchte Bücher zu kaufen gibt. Im Gebrauchtwarenkaufhaus „Rentabel“, Kepserstr. 41, Freising-Lerchenfeld, können gut erhaltene Möbel, Elektrogeräte und Kleidung erworben werden. (mmr)
 
Ansprechpartnerinnen: Sabine Schuster und Spela Humljan Urh, Abteilung Spitzenverband und Fachqualität, Tel. 089/ 55 169 850.