Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier gratuliert dem Dachauer Team zum Jubiläum.
Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier gratuliert dem Dachauer Team zum Jubiläum.
Dachau / München, 1. Dezember 2018.

25 Jahre Fachdienst Asyl und Migration Dachau

„Für den Caritasverband ist die Integration von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund eine der wichtigsten, aber auch herausforderndsten Aufgaben“, sagte Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier am Freitag anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Fachdienstes Asyl und Migration der Caritas Dachau. „Feindselige Einstellungen gegenüber Geflüchteten und Migranten sind längst nicht mehr nur auf den rechten Rand der Gesellschaft beschränkt. Mit ihrer Arbeit setzen Sie sich dem entgegen – und werden oft auch selbst angefeindet“, lobte sie den Einsatz und die Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeitenden und ehrenamtlich Engagierten. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft, für die wir uns als Caritasverband einsetzen.“ An alle politischen Entscheidungsträger appellierte sie, eine Politik zu gestalten, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle und die jeden Einzelnen, unabhängig von Religion, Herkunft, Kultur, Geschlecht oder Alter, achte. Die Integration müsse außerdem weiterhin nachhaltig gefördert werden.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Stefan Löwl, Landrat aus dem Landkreis Dachau, nahm den Ball direkt auf: „Wir arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Die Herausforderungen werden nicht weniger. Die Menschen, die dauerhaft hierbleiben dürfen, die müssen wir auch richtig integrieren. Angefangen mit der Sprache, dann kommen Ausbildung, Job und Wohnraum. Die neue Staatsregierung hat in den Koalitionsvertrag mit aufgenommen: Integration ist eine gemeindliche Leistung. Die Generationenaufgabe wird es sein, diese Menschen in sinnvolle Ausbildung und Berufe zu bringen und dass sie auch hier wohnen können, und zwar nicht gettoisiert. Das ist schwierig. Das schaffen die Kommunen, der Staat, nicht alleine. Da brauchen wir Partner, wie die Caritas und die weiteren Träger, die dabei sind. Auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit!“
 
Rückblick und Ausblick
Fachdienstleiterin und Sozialpädagogin Irmgard Wirthmüller nahm die Gäste gemeinsam mit der einstigen Asylsozialberaterin Gertraud Leitsberger auf eine kleine Zeitreise mit: „Das erste Büro mit einer Betreuerin war in Karlsfeld in der damaligen Gemeinschaftsunterkunft mit rund 200 Bewohnern. Auch den Arbeitskreis Asyl gab es damals schon. Nach der Schließung der Unterkunft in Dachau zog die Asylberatung ins Caritas-Zentrum Dachau um. Etwas Zeit ging ins Land. 2013/14 zu den Flüchtlingshochzeiten war die Caritas Dachau mittendrin. Das Team der Asylsozialberatung wuchs in kürzester Zeit von zwei auf 30 Mitarbeiter an. Wer sind wir jetzt? Heute sind wir ein etwa vier Jahre junger Fachdienst mit circa 20 Mitarbeitern und vielfältigen Aufgaben. Neben der Asylsozialberatung, die heute Flüchtlings- und Integrationsberatung heißt, gibt es die Ehrenamtskoordination Asyl, die Migrationsberatung, zwei Verwaltungskräfte und mich als Fachdienstleitung. Viele Praktikanten und Bundesfreiwillige waren bei uns, viele davon sind unsere Mitarbeiter geworden. Viele Projekte sind entstanden, mit Partnern wie dem Dachauer Forum und dem Kreisjugendring. Trotzdem ist beim Thema Integration noch Luft nach oben. Was wir heute in die Integration investieren, ernten wir morgen. Dieses Vertrauen wünsche ich uns. Ich bin mir sicher – es lohnt sich. Gemeinsam können wir viel erreichen. Bleiben wir dran!“

Vernissage mit besonderen Kunstwerken
Im Rahmen der Feierlichkeiten weihte Caritaspräses Augustinus Bauer die erst kürzlich bezogenen neuen Räume im Untergeschoss des Dachauer Caritas-Zentrums ein: „Ein guter Geist soll hier herrschen, mit Platz für alle.“ Zum Abschluss gab es noch eine besondere Vernissage: In der Vergangenheit sind im Rahmen der Asylarbeit Kunstwerke entstanden. Kunst kann der Seele Raum geben und sie heilen, denn oft fällt es schwer über Störungen, Depressionen, Angstzustände zu sprechen. In Kooperation mit der Druckwerkstatt der Künstlervereinigung Dachau sind so ganz unterschiedliche Kunstdrucke geschaffen worden, die derzeit in den neuen Beratungsräumen ausgestellt sind. Noch den gesamten Dezember schmücken die Werke die Wände im Untergeschoss. Wer möchte, kann sich die Kunstwerke gerne ansehen und gegen eine beliebige Spendensumme sogar nach Hause holen. (var)