Kindergarten Kinder
Kindergarten Kinder
München, 28. Dezember 2018

„100 Euro pro Kindergartenkind kann nur der erste Schritt sein“

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising begrüßt grundsätzlich die Pläne der Bayerischen Staatsregierung, Eltern um 100 Euro je Kindergartenkind für die gesamte Kindergartenzeit zu entlasten. Vor der Verbändeanhörung zu den vorgesehenen Änderungen am Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) sowie der zugehörigen Ausführungsverordnung (AVBayKiBiBiG) betont Caritasdirektor Georg Falterbaum: „Dieser Zuschuss ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Bildungsgerechtigkeit.“ Gleichzeitig weist Falterbaum darauf hin, dass die qualitative Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen nicht vernachlässigt werden darf und fordert entsprechende Finanzspritzen. „100 Euro pro Kindergartenkind kann nur der erste Schritt sein. So viel Geld wie in die Entlastung der Eltern fließt, muss auch in die pädagogische Qualität fließen, um beispielsweise die Zahl der Fachkräfte zu erhöhen“, bekräftigt der Diözesan-Caritasdirektor. Finanziert werden könnte dies über die Finanzmittel, die den Bundesländern aus dem Gute-Kita-Gesetz bereitgestellt würden. „Elternentlastung und Qualitätsentwicklung in Kitas sind zwei wichtige Ziele, die nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen“, so Falterbaum. „Sie gehen Hand in Hand und benötigen vergleichbare Mittel.“
 
Zu bedenken gibt der Diözesan-Caritasdirektor, dass die Ausreichung der Gelder durch Abschlagszahlungen für die Träger eine erhebliche Vorfinanzierung bedeuten könne. Würden die Eltern wie geplant ab 1. April 2019 um 100 Euro entlastet und die Refinanzierung erst Mitte Mai erfolgen, kämen schnell fünfstellige Beträge zusammen, die die Träger vorfinanzieren müssten. „Um Finanzengpässe zu vermeiden, sollten die Abschlagszahlungen auf den Quartalsbeginn vorverlegt werden“, schlägt Falterbaum vor.
 
Auch Verbesserungen für Eltern von Hortkindern regt der Caritasdirektor an. So wichtig es sei, Eltern von Kleinkindern zu unterstützen, „ganz besonders Eltern mit niedrigem Einkommen“, so frustrierend sei es für Eltern von Grundschulkindern, dass sie die Kosten für den Hort weiterhin voll finanzieren müssten, erläutert Falterbaum. (beb)