Jahresauftakt 2019 ganz im Zeichen der Caritas.
München, 8. Februar 2019

„Die Armen bestimmen die Agenda“

Kardinal Reinhard Marx hat beim Spitzenverbandlichen Jahresauftakt des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising die Vielfalt der Caritas gelobt und weiterhin seine Unterstützung zugesichert. „Der Weg der Kirche ist der Mensch, der konkrete Mensch“,  sagte er vor 200 Führungskräften im Kulturzentrum in Trudering. Die Caritas antworte mit ihren Angeboten auf die Bedürfnisse von Menschen, die Hilfe brauchen: „Die Armen, der Mensch in Not bestimmen die Agenda, Caritas ist gelebter Glaube“. In seinem Impulsreferat wies Marx darauf hin, dass es auf vieles einen Rechtsanspruch gebe, „doch Liebe und Zeit gehören nicht dazu. Liebe und Zeit muss man immer schenken.“  Glaubwürdig seien Kirche und Caritas dann, wenn Sein und Schein übereinstimmten, bekräftigte der Kardinal. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dabei unser Schatz, in den man investieren muss, zum Beispiel durch Fortbildung“, betonte Marx.

Weltweit für Menschen in Not
Der Leiter der Redaktion Religion und Orientierung beim Bayerischen Rundfunk, Wolfgang Küpper, schilderte in seinem Impuls, wie er die Caritas in seiner täglichen Arbeit als Journalist erlebe: als  weltweit agierenden Wohlfahrtsverband, der sich sozial engagiere und den Menschen in Not sozialpolitisch eine Stimme gebe, die auch von denen gehört werde, die der Kirche  eher fern stünden. Küpper ermutigte Caritasdirektor Georg Falterbaum, sich weiterhin als sozialer Akteur zu erkennen zu geben und immer wieder zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen Stellung zu beziehen. Die Caritas sei ein wichtiges gesellschaftliches Korrektiv. Auch die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Stadträtin Verena Dietl, die in Vertretung von Oberbürgermeister Dieter Reiter ein Grußwort sprach, unterstützte die Anliegen der Caritas. „Der Stadt München ist es wichtig, ärmere und schwächere Menschen nicht allein zu lassen.“

Professioneller Einsatz für Menschen
Caritasdirektor Georg Falterbaum unterstrich: „Wir setzen uns auf politischer und gesellschaftlicher Ebene frei und unabhängig dafür ein, dass die unantastbare Würde des Menschen in jeder Phase seines Lebens gewahrt bleibt.“ Hiltrud Schönheit, Vorsitzende des Katholikenrats der Region München, zeigte sich in der anschließenden Podiumsdiskussion „fasziniert, wie professionell die Caritas arbeitet“. Die Pfarreien müssten den Wert der Diakonie neu entdecken und sich noch mehr mit der Caritas vernetzen. Kreisgeschäftsführerin Caroline Dümer berichtete von der guten Zusammenarbeit der Caritas in Freising mit den Pfarreien, obwohl die Pfarreiarbeit in den letzten Jahren sehr von der Fusionierung zu größeren Pfarrverbänden geprägt gewesen sei. Insgesamt, so resümierte Caritasdirektor Georg Falterbaum, sei die Caritas „ein starkes Stück Kirche“. (md)
 
Foto: Rätz / Caritas München
BU: Hiltrud Schönheit (Mitglied im Caritas-Ausschuss und Vorsitzende des Katholikenrats), Gabriele Stark-Angermeier, Kardinal Reinhard Marx, Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum, Thomas Schwarz, Wolfgang Küpper (Leiter der Redaktion Religion und Orientierung des Bayerischen Rundfunks).