Kardinal Marx trifft auf Assistenzroboter EDAN. Mit dabei unser Caritasvorstand.
Kardinal Marx trifft auf Assistenzroboter EDAN. Mit dabei unser Caritasvorstand.
München/Berlin, 29. März 2019.

„Im Mittelpunkt steht der Mensch“

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising hat auf dem Caritaskongress in Berlin zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Prototyp eines robotischen Assistenzsystems vorgestellt, das künftig Menschen mit Behinderung wieder mehr Autonomie geben kann. Der Service-Roboter EDAN ist Teil des Gemeinschaftsprojekts SMILE zwischen Technologieexperten des DLR und Pflege- und Bildungsexperten des Diözesancaritasverbands. „Ich sehe große Chancen in der digitalen Robotertechnik. Sie kann Menschen länger ein selbstbestimmteres Leben ermöglichen, die Pflegekräfte entlasten und dem Personal mehr Zeit und damit Freiraum für die eigentliche Pflege schaffen“, betont Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum. Die Auseinandersetzung mit neuen digitalen Technologien sei notwendig mit Blick auf Herausforderungen wie Fachkräftemangel, einer steigenden Zahl von Pflegebedürftigen und sinkender familiärer Bindungen.

Mensch steht weiterhin im Mittelpunkt
Falterbaum bekräftigte aber auch, dass zur Erforschung der Einsatzmöglichkeiten von Robotertechnik in der Pflege eine breite Diskussion über ethische Grenzen gehört. „Roboter können eine die Würde wahrende Pflege von Mensch zu Mensch nicht ersetzen. Die Pflege wird immer analog bleiben, nur die Unterstützung wird digitaler.“ Im Mittelpunkt der Digitalisierung stehe für die Caritas immer der Mensch mit seinen Bedürfnissen.

„Digitale Teilhabe ist soziale Teilhabe“ 
Assistenzsysteme, die das Fachpersonal unterstützten, seien nur ein Beispiel, wie Digitalisierung den Alltag in der sozialen Arbeit verändere. Der Caritasdirektor ist überzeugt, dass Digitalisierung für den Sozialsektor enorm wichtig ist. „Digitale Teilhabe ist soziale Teilhabe“, so Falterbaum. Die Digitalisierung müsse vom Menschen her gedacht werden, also von den Klienten und Klientinnen einerseits und den Mitarbeitenden andererseits. Wir müssen uns fragen, wie wir auch in Zukunft unsere Klienten und Kunden erreichen und wir müssen unsere Mitarbeitenden mitnehmen und sie befähigen, digitale Veränderungsprozesse mitgestalten zu können. Die aktuelle Jahreskampagne des Caritasverbands „Sozial braucht digital“ stelle auf all diese vielfältigen Themen ab.

Münchens Erzbischof lernt EDAN kennen
Kardinal Reinhard Marx, der sich am Rande des Caritaskongresses den Assistenzroboter EDAN erklären ließ, begrüßte neue digitale Technologien, insofern der Mensch im Mittelpunkt bleibe und die Technik ihm diene und helfe. „Wenige Themen werden so kontrovers diskutiert wie die Digitalisierung. Zukunftsvisionen und -ängste liegen nah beieinander“, so Marx. Umso notwendiger sei es, über diese Themen, ihre Chancen und Risiken, zu diskutieren. „Dies gilt gerade auch für den sozialen Bereich. Von daher ist es ein wichtiges Signal, dass Sie die digitale Transformation als ein zentrales Zukunftsthema aufgegriffen haben“, adressierte Marx an die Caritas. (beb)