Rudi Böck, Künstler des Offenen Ateliers.
Rudi Böck, Künstler des Offenen Ateliers.
München, 26. Juni 2019.

Vernissage: Kreative Wege aus der Sucht

„Künstlerisch tätig zu werden, ermöglicht, Stimmungen und Gefühlen Ausdruck zu verleihen, die mit Worten oft nur schwer beschrieben werden können. Abhängigkeitserkrankungen erzeugen bei Betroffenen und ihren Angehörigen einen enormen körperlichen und seelischen Leidensdruck. Ein Ausweg lässt sich leichter mit Unterstützung finden“, so Caritas-Kunsttherapeutin Elisabeth Seidel, anlässlich der gestrigen Vernissage der Klienten-Kunstwerke, die im Rahmen des offenen Kunst-Ateliers der Caritas entstanden sind. „Die Kunst kann eine wichtige Rolle einnehmen und helfen, das Leben zu stabilisieren und lebenswerter zu gestalten.“ Deshalb bietet der Caritas-Therapieverbund Sucht München neben den klassischen Behandlungsformen einer Suchterkrankung, wie der Einzel- und Gruppentherapie, auch das offene Kunst-Atelier an. Dabei gibt Therapeutin Elisabeth Seidel den Teilnehmenden Hilfestellungen für die passende Gestalttechnik, um die eigenen Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen, und reflektiert zum Schluss die entstandenen Werke gemeinsam mit den Suchtkranken.
 
Kunstwerke öffentlich zugänglich
Bilder, die im Atelier in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind, sind seit gestern Abend in den Räumen des Therapieverbunds Sucht München, Arnulfstraße 83, in München-Neuhausen ausgestellt. Die Werke der Caritas-Künstlergruppe sind noch bis zum
31. Oktober 2019, werktags von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
, in der Fachambulanz für erwachsene Suchtkranke, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Die Arbeit des Therapieverbunds
Der Caritas-Therapieverbund Sucht München bündelt die Therapieangebote der Suchthilfe des Caritasverbands in der Erzdiözese München und Freising. Jährlich wenden sich rund 2700 Menschen an die Fachkräfte vor Ort. In den vier Fachambulanzen werden Suchtarten wie Alkohol, Drogen, Essstörungen, Medikamente, Nikotin, Spiel- und Mediensucht bearbeitet.  (kpf/var)