Der Startbildschirm der neuen CariApp.
Der Startbildschirm der neuen CariApp.
München, 27. Juni 2019.

Digitale Suchthilfe: Caritas stellt CariApp vor

Der Caritas-Therapieverbund Sucht München hat gestern die selbst konzipierte CariApp geladenen Fachkräften, Vertretern der Suchthilfe und Sponsoren des Projekts präsentiert. Die App stellt eine Ergänzung zur klassischen ambulanten Suchtbehandlung dar. „Analoge Angebote sollen keinesfalls ersetzt werden. Sie sollen vielmehr sinnvoll mit digitalen Elementen verbunden oder ergänzt werden“, sagte Caritasvorständin Gabriele Stark-Angermeier in ihrem Grußwort anlässlich der Kick-off-Veranstaltung. „Ein hervorragendes Beispiel für die sinnvolle Verbindung zwischen digital und sozial ist die CariApp. Wir als Caritasverband möchten nah an unseren Klientinnen und Klienten dran sein. Manchmal können wir mithilfe digitaler Produkte noch näher dran sein. Oder unseren Klientinnen und Klienten eine neue Zugangsform zu analogen Angeboten bieten.“

App als Assistent
Während der Live-Vorführung der App schilderte Ralf Hermannstädter, Leiter der Caritas-Fachambulanz für junge Suchtkranke, die konkreten Vorteile der digitalen Applikation: „Im Allgemeinen können Apps die Rolle von Hilfsassistenten einnehmen, die schnell und unkompliziert akzeptiert werden. Gerade junge Erwachsene nutzen ihr Smartphone meist täglich und haben es so gut wie immer dabei. Ein vertrautes Gerät in eine Therapie zu integrieren, kann bedeuten, dass Klientinnen und Klienten Therapie und Arbeitsaufträge bereitwilliger annehmen und eher dabeibleiben.“ Die App könne aufgrund ihrer hohen Akzeptanz und Verfügbarkeit die Effizienz einer Therapie erhöhen und deren Wirksamkeit unterstützen. Laut Hermannstädter sei eine weitere Zielsetzung der App, dass die Nutzerinnen und Nutzer lernen, sich bis zu einem gewissen Grad in psychischen Krisen selbst zu helfen, sowohl während der Therapie als auch danach.

So funktioniert die CariApp 
Ein wichtiges Tool ist ein Tracker, mit dessen Hilfe Erkrankte ihre Abhängigkeit, ihre Stimmung und ihren Konsum täglich dokumentieren können. Das ist für die Selbstanalyse besonders hilfreich. Die Zusammenhänge zwischen diesen einzelnen Faktoren lassen sich so über längere Zeit beobachten und analysieren. Suchtkranke können außerdem individuelle Frühwarnsignale für einen Rückfall hinterlegen. Selbstständig oder gemeinsam mit dem Therapeuten ist es möglich, Ziele und Vereinbarungen fortlaufend zu definieren und zu bearbeiten.

Downloadmöglichkeit für Android- und iOS-Geräte

Die CariApp ist ab sofort in einer eingeschränkten Version gratis über
den Google Play-Store https://bit.ly/2X0WOe0
und
den Apple-Store https://apple.co/2IF1zB9 erhältlich.
Klientinnen und Klienten des Caritas-Therapieverbund Sucht können die App im vollen Umfang kostenlos herunterladen.

Caritas-Therapieangebote werden gut angenommen
Der Caritas-Therapieverbund Sucht München bündelt die Therapieangebote der Suchthilfe des Caritasverbands in der Erzdiözese München und Freising. Jährlich wenden sich rund 2700 Menschen an die Fachkräfte vor Ort. In den vier Fachambulanzen werden Suchtarten wie Alkohol, Drogen, Essstörungen, Medikamente, Nikotin, Spiel- und Mediensucht bearbeitet. (kpf/var)