Caritasdirektor Georg Falterbaum übergibt Hilga Wolf Urkunde und Medaille.
München, 6. November 2019.

Pater-Rupert-Mayer-Medaille 2019

Die Münchnerin Hilga Wolf hat am Dienstag, 5. November, die höchste Caritas-Auszeichnung, die Pater-Rupert-Mayer-Medaille in Gold, erhalten. „40 Jahre ehrenamtliches Engagement – was für eine Leistung! Seit vier Jahrzehnten setzen Sie sich in Ihrer Gemeinde St. Gabriel in Haidhausen für Menschen ein, die Hilfe brauchen“, betonte Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum bei der feierlichen Verleihung mit Familie, Freunden und Wegbegleitern aus Diözesan- und Katholikenrat, dem Landeskomitee, Aufsichtsrat, Caritas-Ausschuss und Ordinariat in der Münchner Karmeliterkirche.

Ein Glücksfall für die Caritas
„Ihr Einstieg damals war – wie gut für uns! – die Caritas-Sammlung. Kaum konnten Ihre Kinder ein paar Stunden alleine bleiben, haben Sie sich begeistern lassen für die Aufgabe, Menschen in Not zu unterstützen. Die Caritas-Sammlung begleiten Sie bis heute in Ihrer Pfarrei federführend. Sie schreiben den Begleitbrief und organisieren den Versand. Die Briefsammlung wurde ein voller Erfolg und Vorbild für viele andere Pfarreien“, lobte Falterbaum die Verdienste der 78-Jährigen. „Sehr schnell haben Sie bei all Ihren Aktivitäten erkannt, dass karitative Arbeit Vernetzung braucht. Vernetzung auf vielen Ebenen, um für die Menschen wirklich wirksam sein zu können. Kaum ein Gremium, bei dem Sie sich nicht einbringen. Im Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung St. Gabriel, selbstverständlich. Dort leiten Sie seit ca. 20 Jahren auch den Sachausschuss Caritas und Soziales. Im Dekanatsrat sind Sie anzutreffen, im Katholiken- und Diözesanrat, im Landeskomitee. Als Vorsitzende der ARGE Caritas und Sozialarbeit sind Sie eine wertvolle Gestalterin unserer Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen“, so der Caritasdirektor.

Not sehen und handeln
„Es gibt so viele Ehrenamtliche, die Außerordentliches leisten. Ich stehe hier stellvertretend für alle Menschen, die sich engagieren“, erklärte Hilga Wolf und bedankte sich bei ihren Wegbegleitern, von „denen viele heute hier sind“. „Es geht mir damals wie heute um den Menschen. Not sehen und handeln war immer mein Leitbild. Jeder Fall ist anders und die Pfarreien sind manchmal überfordert. Da wissen wir, an wen wir uns wenden dürfen – an die Caritas.“ Sie sehe in jedem Gegenüber einen von Gott gewollten Menschen und sein Lächeln sei der schönste Dank. „Ob Besuche bei Hilfsbedürftigen oder Gremienarbeit, die Familie sei oftmals zu kurz bekommen“, bedauerte Hilga Wolf und dankte Ehemann, Kindern und Enkelkindern mit den Worten: „Ich habe eine tolle Familie.“

Der Mensch zählt!
In ihrer Heimatpfarrei St. Gabriel in München-Haidhausen hat Hilga Wolf unter anderem ein Projekt für Wohnungslose ins Leben gerufen. Gemeinsam mit 14 Ehrenamtlichen kocht sie einmal im Monat in der Küche des Pfarrheims für 52 Obdachlose. Diese können sich anschließend in der zugehörigen Kleiderkammer ausstatten. Der Katholische Männerfürsorgeverein und lokale Firmen unterstützen das Projekt. Die frühere Bankangestellte und Mutter von drei Kindern begann vor 40 Jahren ehrenamtlich zwei Mal im Jahr an Haustüren für Menschen in Not zu sammeln. Heute ist sie in verschiedenen Gremien auf Pfarrei-, Dekanats- und Diözesanebene vernetzt  und ehrenamtlich tätig, leitet seit 20 Jahren den Sachausschuss Gemeindecaritas und ist Vorsitzende der Diözesan-Arbeitsgemeinschaft Caritas und Sozialarbeit der Ehrenamtlichen. „Wenn wir uns vernetzen und austauschen, können wir viel Gutes tun“, ist sie überzeugt.

Auszeichnung für persönlichen Einsatz
Die Pater-Rupert-Mayer-Medaille der Caritas in Gold wird an herausragende Persönlichkeiten in Kirche und Gesellschaft im Bereich des Diözesan-Caritasverbands verliehen. Mit ihr zeichnet die Caritas beispielhaften persönlichen Einsatz oder eine Lebensleistung im Sinne von Pater Rupert Mayer aus. Preisträger war im vergangenen Jahr Rechtsanwalt Hubert Heinhold. Auch der Kabarettist Christian Springer und der frühere Landtagspräsident Alois Glück wurden bereits mit der Medaille ausgezeichnet.

Gedenken an Pater Rupert Mayer
Im Gedenken an Caritas-Patron Pater Rupert Mayer hatte Caritaspräses Augustinus Bauer vor der Verleihung in der Oberkirche der Bürgersaalkirche, gemeinsam mit Mitarbeitern/-innen, Klienten/-innen, Freunden und Förderern und Interessierten einen feierlichen Gottesdienst zelebriert. Pater Rupert Mayer hat als „Apostel der Caritas“ segensreich gewirkt und unzähligen Menschen in Not geholfen. Zudem hat sich der Jesuitenpater dem Nationalsozialismus und dessen menschenverachtender Ideologie unerschrocken entgegengestellt und ist auch heute noch Vorbild christlichen Lebens. Er wurde am 3. Mai 1987 selig gesprochen.(mmr)