Caritas-Altenheimteam mit Caritasdirektor Georg Falterbaum und Vorständin Gabriele Stark-Angermeier.
Caritas-Altenheimteam mit Caritasdirektor Georg Falterbaum und Vorständin Gabriele Stark-Angermeier.
München/Krailling, 13. Dezember 2019.

Weihnachtslieder, Bratkartoffeln und eine Massageliege

Zu einem vorweihnachtlichen Besuch ist Kardinal Reinhard Marx am Freitag ins Caritas-Altenheim Maria Eich in Krailling gekommen. Bei einem Rundgang durchs Haus und in einem vertraulichen Gespräch mit den Mitarbeitenden informierte sich der Kardinal über die Einrichtung. Heimleiterin Diana Sturzenhecker, Caritasdirektor Georg Falterbaum, Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier und die Caritas-Geschäftsführerin Altenheime Doris Schneider begrüßten den Kardinal und erläuterten ihm das Caritas-eigene Konzept der Konsequenten Bewohnerorientierung (KBO). „Es ist uns ein Anliegen, Professionalität und christliche Nächstenliebe zu vereinen. Im Mittelpunkt steht bei uns der individuelle Mensch, seine ganz persönlichen Wünsche und Bedürfnisse“, erklärte Falterbaum den Grundsatz der KBO.

Keine Nachwuchssorgen
„Die Seniorin, die länger schlafen möchte, darf dies genauso tun, wie sich der Senior nicht rasieren lassen muss, wenn er nicht will“, nannte Sturzenhecker einige Beispiele. Das motiviere und aktiviere die älteren Menschen. Und es sensibilisiere die Mitarbeitenden. „Das schafft eine gute Atmosphäre in der Belegschaft“, ergänzte Pflegedienstleiterin Danuta Ertl. Auch deswegen habe das Caritas-Altenheim in Krailling keine Nachwuchssorgen. „Und weil im Altenheim eine Pflegekraft Beziehungen zu den Menschen aufbauen kann“, unterstrich Ertl.   

Marx gefällt das Konzept
Diesen breiten, ganzheitlichen Ansatz in der Pflege lobte Marx als beispielgebend und gute Entwicklung in der Pflege. „Warum sollte jemand mit über 90 Jahren auf Bratkartoffeln verzichten, wenn er sie sein Leben lang mochte?“, nahm er im Gespräch mit einem Bewohner scherzend Bezug darauf.

Erzbischof nimmt sich viel Zeit
Der Kardinal hatte sichtlich Freude an dem Besuch des Caritas-Hauses: „Es macht richtig Spaß, solch ein Altenheim zu besuchen, mit netten Bewohnern und motivierten Mitarbeitern“, sagte er. Hier zeige sich die außerordentliche Bedeutung der Caritas für die Kirche. Marx wörtlich: „Wir sind die Lobby für Menschen, die gepflegt werden müssen.“
In der Kapelle des Hauses, im Speisesaal und im Wohnbereich für die Senioren mit Demenzerkrankungen begrüßte der Kardinal die Bewohnerinnen und Bewohner einzeln und mit Handschlag, nahm sich Zeit für kurze Schwätzchen und stimmte zur Freude der Seniorinnen und Senioren einige Weihnachtslieder an. „Singen geht immer“, erläuterte Wohnbereichsleiter Thomas Maciej. An Lieder wie „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ erinnerten sich auch dementiell Erkrankte und könnten die Texte ohne Probleme abrufen.

Spende überreicht

Mit im Gepäck hatte der Kardinal eine Spende in Höhe von 10.000 Euro. Damit werden Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Teambildung der 130 Mitarbeitenden finanziert. Außerdem schaffte die Heimleitung eine Massageliege für die Bewohnerinnen und Bewohner an. „Wir haben zwar schon einen Massagesessel. Der ist aber äußerst beliebt bei den Seniorinnen und Senioren und es bilden sich teilweise Warteschlangen vor ihm“, erzählte Diana Sturzenhecker: „Nun kommt mit der Massageliege noch mehr Entspannung ins Haus.“

Politische Akteure zeigen sich begeistert
Sowohl Kraillings Erster Bürgermeister Rudolph Haux als auch Tim Weidner, Vize-Landrat des Landkreises Starnberg, freuten sich über den Besuch des Kardinals und dessen Wertschätzung für das Caritas-Altenheim. „Wir als Landkreis sind glücklich über das gut geführte Haus in Krailling“, so Weidner. Haux lobte die „tolle“ Einrichtung: „Solch ein Haus steht und fällt mit den Mitarbeitenden. Und in Krailling klappt das sehr gut.“  Heimleiterin Diana Sturzenhecker war dankbar für die „positiven Multiplikatoren, die die Altenhilfe immer brauchen kann“.

Merkmale der Einrichtung
Das Caritas-Altenheim Maria Eich in Krailling ist eine vollstationäre Einrichtung mit 165 Plätzen, die derzeit alle belegt sind. Etwa die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner ist dementiell erkrankt und wird in einem offen geschützten Wohnbereich versorgt. 130 Mitarbeitende aus 23 Nationen kümmern sich in Pflege, Hauswirtschaft, Sozialer Begleitung, Küche, Verwaltung und Haustechnik um die Seniorinnen und Senioren. (beb)