Blumen zur Vorsitzwechsel von Prälat Pindl an BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer.
Blumen zur Vorsitzwechsel von Prälat Pindl an BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer.
München, 20. Januar 2020.

Caritas übernimmt Vorsitz in der Freien Wohlfahrtspflege Bayern

Der Landes-Caritasverband hat turnusgemäß den Vorsitz in der Freien Wohlfahrtspflege Bayern übernommen. Bei einer Pressekonferenz übergab die stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Roten Kreuzes, Brigitte Meyer, den Vorsitz an Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl. Gleichzeitig stellten beide erste wichtige Erkenntnisse der Studie „Sozialwirtschaft Bayern“ vor und betonten die wichtige Rolle des sozialen Sektors für Bayern: „Die Dienste und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege Bayern leisten Daseinsvorsorge und helfen Menschen, ihre Lebensaufgaben zu bewältigen, sei es in Kitas, bei der Pflege von Angehörigen oder bei der Bewältigung von persönlichen Nöten und Krisen. Die rund 445.000 Mitarbeitenden und mehr als 135.000 Ehrenamtliche engagieren sich jeden Tag für den sozialen Frieden, wobei die Krankenhäuser dabei noch gar nicht berücksichtigt sind. Ein starker sozialer Sektor ist deshalb die Basis für eine florierende Wirtschaft, weil er die Rahmenbedingungen setzt, um wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen“, so der Prälat Piendl.

Freie Wohlfahrtspflege: Gemeinnützig und den Menschen verpflichtet
Die Sozialwirtschaft sei ein starker, weithin auch unterschätzter wirtschaftlicher Faktor. Die Wirkung der Sozialwirtschaft lässt sich jedoch nicht nur monetär messen: „Die Freiwilligenarbeit, die Jugendarbeit, auch die Hilfen für Menschen in Not in der Beratung, all sind Faktoren, die dafür sorgen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht erodiert und sie sind deutliche Zeichen der Solidarität in Bayern. Und: Bei aller Notwendigkeit, auch wirtschaftlich zu handeln, stehen bei der Freien Wohlfahrtspflege nicht die finanziellen Interessen im Vordergrund, sondern wir sind gemeinnützig und den Menschen verpflichtet“, so Piendl.

Freie Wohlfahrtspflege: Koalition ist stark und erfolgreich

Zuvor zog Brigitte Meyer ein Fazit des vergangenen Jahres, in dem sie die Schlagkraft der Freien Wohlfahrtspflege unterstrich: „Eines der Hauptthemen der Arbeit waren die Budgetverhandlungen zum Pflegeberufereformgesetz. Auch wenn es trocken klingt: Hier ging es darum, eine auskömmliche Finanzierung der Ausbildung in der Pflege sicherzustellen und damit letztlich darum, die Pflege zukunftsfähig zu machen. Das dies gelungen ist, ist ein Erfolg der starken Koalition in der Freien Wohlfahrtspflege.“ Gerade auch wegen der Herausforderungen zeigte sich Meyer enttäuscht, dass es bisher noch nicht gelungen ist, als Freie Wohlfahrtspflege Bayern zu einem Gespräch mit Ministerpräsident Markus Söder zusammenzukommen.

Berufsbild der Pflege muss wieder positiver gesehen werden
Für Prälat Piendl ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften die wichtigste Herausforderung für die kommenden Jahre: „Rund ein Viertel unserer Mitarbeitenden sind 55 Jahre oder älter und werden in den kommenden Jahren in Rente gehen. Für uns ist es deshalb wichtig, auch weiterhin stark auf die Ausbildung zu setzen. Es gilt ein positiveres Bild der Pflege zu zeichnen: Der Beruf ist hochmotivierend, ist sinnerfüllt und anspruchsvoll. Mit der neuen, generalistischen Pflegeausbildung und der Neudefinition des Pflegeberufs könnte es gelingen, wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege zu gewinnen.“

Das sind die Partner und Aufgaben der Freien Wohlfahrtspflege Bayern

In der Freien Wohlfahrtspflege Bayern sind das Bayerisches Rotes Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, der Landes-Caritasverband Bayern, die Diakonie Bayern, der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und der Paritätische Wohlfahrtsverband Bayern organisiert. Gemeinsam er-bringen die Verbände rund 75% aller sozialen Dienstleistungen in Bayern. Als Verband unterstützt die Freie Wohlfahrtspflege Bayern ihre Mitglieder durch Koordination und Absprachen bei der Realisierung von Zielen, mit denen sie ihren Beitrag dazu leisten, Bayern sozial zu gestalten. Endgültig erscheinen wird die Studie „Sozialwirtschaft Bayern“ im kommenden Mai. (tu/LCV Bayern)