Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum äußert sich in Zeiten der Corona-Krise.
Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum äußert sich in Zeiten der Corona-Krise.
München, 18. März 2020.

„Wir sind persönlich, telefonisch und online da“

Aufgrund der aktuell sich ständig verändernden Lage im Zuge der Coronakrise passt der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising seine Maßnahmen täglich mehrmals an. „Dennoch sind wir persönlich, telefonisch oder online teils rund um die Uhr für Hilfesuchende da“, betont Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum. „Das Corona-Virus stellt uns als Gesellschaft und auch als Caritasverband vor Herausforderungen, die alles übersteigen, was wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu bewältigen hatten“, so Falterbaum. Dennoch zeigt er sich zuversichtlich, dass „wir gemeinsam diese Krise meistern“ werden. „So haben wir beispielsweise unsere Mitarbeitenden in der Verwaltung aufgerufen, verschiebbare Aufgaben vorerst liegenzulassen, um kurzfristig in den Bereichen der Altenhilfe und Eingliederungshilfe auszuhelfen“, erläutert der oberbayerische Caritas-Chef; er selbst wird morgen den Empfangsdienst in einem Caritas-Altenheim sicherstellen.

Aktuell gelten folgende Maßnahmen und Regelungen:


Altenheime: In den 26 Caritas-Altenheimen bleibt der Publikumsverkehr stark eingeschränkt: Jede/r Bewohner/-in darf pro Tag eine/n Besucher/-in für maximal eine Stunde empfangen. Mitarbeiter/-innen befragen die Besucher/-innen am Empfang ausführlich, um auszuschließen, dass er/sie das Virus möglicherweise übertragen kann und informieren zusätzlich über die notwendigen Verhaltens- und Hygienemaßnahmen. Darüber hinaus muss sich jede/r Besucher/-in die Hände am Eingang sorgfältig desinfizieren. Es ist jeweils nur ein Ein-/Ausgang geöffnet. Bei notwendigen Besuchen gilt ein Mindestabstand von zwei Metern zum Personal, der direkte Kontakt soll möglichst vermieden werden. Bei grippeähnlichen Symptomen ist von einem Besuch abzusehen.

Ambulante Pflege: Ältere pflegebedürftige Menschen werden zuhause von den Caritas-Sozialstationen und ambulanten Palliativdiensten medizinisch und pflegerisch versorgt. Sie können sich wie gewohnt auf den Hausbesuch verlassen. „Ziel ist es, das soziale Leben und den Alltag für diese Menschen aufrechtzuerhalten und ein Signal der Solidarität auszusenden“, betont Falterbaum. 

Schulen/Kitas: Die beruflichen Schulen und Bildungszentren sowie 64 Kindertageseinrichtungen der Caritas sind bis nach den Osterferien geschlossen. Um die Betreuung von Kita-Kindern für Eltern zu sichern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, sind Notgruppen eingerichtet worden. Diese werden derzeit aber wenig nachgefragt. Am Caritas Institut für Bildung und Entwicklung entfallen bis zum 3. April alle Seminare, Fort- und Weiterbildungen.

Werkstätten für Menschen mit Behinderung: Auch sie sind bis zum 19. April auf einen Notbetrieb heruntergefahren. Bis zu diesem Zeitpunkt geschlossen sind auch die heilpädagogischen Tagesstätten der Caritas in ganz Oberbayern und die Philipp Neri Schule in Rosenheim. Sämtliche Angebote und Dienste unserer Kontaktstellen für Menschen mit Behinderung bleiben telefonisch erreichbar. 

Alten- und Servicezentren (ASZ): Die Alten- und Servicezentren in München sind wegen der Allgemeinverfügung des Freistaats Bayern geschlossen. Für den Mittagstisch organisieren die Teams derzeit, dass das Mittagessen entweder von noch rüstigen Seniorinnen und Senioren selbst abgeholt oder durch Ehrenamtliche geliefert werden kann.

Beratung: Die sozialen Beratungsstellen, auch in den Flüchtlingsunterkünften, verstärken die telefonische Hilfe und die Unterstützung über digitale Wege.  „Wir werden aber auch persönliche Beratungen vor allem in Einzel- und Notfällen weiterhin gewährleisten“, unterstreicht Falterbaum und verweist auf die Möglichkeit einer Onlineberatung über www.caritas.de/onlineberatung. Über die Eingabe der Postleitzahl werde die Anfrage der Hilfesuchenden an eine Beraterin oder einen Berater in Ihrer Nähe weitergeleitet. Selbstverständlich sei auch eine anonyme Beratung über den Onlinedienst der Caritas möglich, bekräftigt Falterbaum.

Geöffnete Einrichtungen: Sowohl die Bahnhofsmission München am Gleis 11 des Hauptbahnhofs wie auch das Begegnungszentrum für Menschen mit erhöhtem Alkoholkonsum „D3“ an der Dachauer Straße bleiben vorerst offen. „D3“ allerdings mit halbiertem Platzangebot, um den empfohlenen Sicherheitsabstand zu ermöglichen.

Zusammenarbeit mit Bezirk klappt reibungslos
Erfreut zeigte sich Caritasdirektor Falterbaum über die Zusammenarbeit mit dem Bezirk Oberbayern und der Landeshauptstadt München. „Auch bei finanziellen Fragen ist die Kooperation unkompliziert, schnell, pragmatisch und der Krisensituation angemessen“, erläutert Falterbaum. Das ermögliche der Caritas, sich an die sich täglich ändernden Umstände „anzupassen und zu handeln -- im Interesse unserer Klientinnen und Klienten, der Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen oder anderen Einrichtungen sowie unserer Mitarbeitenden“, lobt der Vorstandsvorsitzende des DiCV. Besonders hob Falterbaum hervor, dass der Bezirk dem größten Sozialverband in Oberbayern im Rahmen der Allgemeinverfügung größtmöglichen Gestaltungsspielraum für die Maßnahmen einräumt.  

Appell an die Pflegekassen
„Von den Pflegekassen wünschen wir uns den gleichen Pragmatismus wie vom Bezirk Oberbayern oder der Stadt München“, appelliert Falterbaum. Derzeit sei es so, dass die Pflegekassen nicht mehr zahlten, „wenn etwa eine Tagespflege für Seniorinnen und Senioren schließt oder schließen muss, selbst wenn dies aus gewichtigen und nachvollziehbaren Gründen geschieht oder weil die Nachfrage einbricht“, kritisiert der Caritasdirektor. (var/beb)


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