Caritasdirektor Georg Falterbaum fordert Nachbesserungen für Asylunterkünfte
Caritasdirektor Georg Falterbaum fordert Nachbesserungen für Asylunterkünfte
München, 5. Mai 2020

Regierung muss in Asylunterkünften nachbessern

Caritasdirektor Georg Falterbaum fordert schnelle Korrekturen bei räumlichen, sicherheitstechnischen und hygienischen Bedingungen für Asylbewerber
 
„Die Regierung von Oberbayern muss endlich angemessene Schutzmaßnahmen einleiten, um Asylbewerber in staatlichen Unterkünften besser zu schützen“, fordert Georg Falterbaum, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising. Innerhalb einer Woche sind zwei junge Asylbewerber in Kliniken am Coronavirus verstorben, die in staatlichen Gemeinschaftsunterkünften der Regierung gelebt haben. „Die räumlichen, sicherheitstechnischen und hygienischen Bedingungen werden den Menschen nicht gerecht“, kritisiert der Caritasdirektor und weist darauf hin, dass die Unterkünfte sehr unterschiedliche Voraussetzungen hätten. „Häuser, in denen bis zu mehreren hundert Menschen auf engstem Raum untergebracht sind, bergen ein hohes Risiko für die Bewohner, wenn es zu Coronavirus-Infektionen kommt.“
 
Der Geschäftsführer der Caritas München Harald Bachmeier betont, dass die Caritas die Asylsozialberatung in den staatlichen Unterkünften aufrechterhält sowie regelmäßig und deutlich mehr im Kontakt mit den geflüchteten Menschen steht. „Nach dem Betretungsverbot zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben wir unser Beratungssystem umgestellt. Die Asylsozialberater/-innen sind persönlich telefonisch oder online erreichbar und rufen aktiv Menschen mit psychosozialen Schwierigkeiten an.“ In Notfällen seien die Caritas-Asylsozialberater selbstverständlich auch vor Ort physisch präsent, unterstreicht Bachmeier. Zudem hole ein Kurierdienst täglich Post von den Bewohnern/-innen aus den Gemeinschaftsunterkünften (GU), die von der Caritas betreut würden, für die Berater/-innen ab. Gerade jetzt in der Corona-Krise hätten Mitarbeiter/-innen auch am Wochenende mit ihren Klienten/-innen telefoniert. „Erfahren sie von gesundheitlichen Problemen, leiten sie umgehend entsprechende Schritte ein“, erläutert Bachmeier.
 
Insgesamt 111 Fach- und Hilfskräfte der Caritas-Asylsozialberatung in München beraten und begleiten Geflüchtete in zehn städtischen und zehn staatlichen Gemeinschaftsunterkünften. Während die Caritas-Mitarbeiter/-innen in den zehn städtischen Unterkünften persönlich vor Ort sind, beraten sie derzeit in neun von zehn staatlichen Gemeinschaftsunterkünften seit dem Betretungsverbot der Regierung von Oberbayern Ende März vorwiegend telefonisch und online. Die Regierung von Oberbayern setzt mit dem Betretungsverbot die Anweisungen der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes um. Persönliche Asylsozialberatung ist in den staatlichen Unterkünften seither nur mit Ausnahmegenehmigung möglich.  
 
Falterbaum versichert, dass die Caritas „sofort in diejenigen staatlichen Gemeinschaftsunterkünfte zurückkehrt, in denen die Regierung von Oberbayern die unter betriebsärztlichen Gesichtspunkten notwendigen Hygieneschutzmaßnahmen sowie Sicherheitsschutzmaßnahmen umgesetzt hat“. Hierzu zählen örtliche Gegebenheiten, die die Mindestabstände gewährleisten, die Möglichkeit eines geregelten Parteiverkehrs ohne Menschenansammlungen sowie der Zugang zu infektionsschutzgerechten sanitären Anlagen für die Mitarbeitenden.  (md)