Caritas-Kitas suchen Kontakt mit Familien
Caritas-Kitas suchen Kontakt mit Familien
München, 22. Mai 2020

Caritas-Kitas unterstützen Familien in der Krise

Vorreiter bei Schutzkonzepten in Kindertageseinrichtungen
Münchner Kirchenradio sendet Spezial zum Schutz vor sexueller Gewalt
      
„Familien leisten in dieser Ausnahmezeit wirklich Herausragendes“, lobt Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier. Sie müssten berufliche Anforderungen im Homeoffice erfüllen und gleichzeitig ihre Kinder betreuen. Durch das seit 16. März geltende Betretungsverbot in den Kindertageseinrichtungen zur Eindämmung des Corona-Virus seien Familien im Kita-Alltag kaum sichtbar und hätten sich in den privaten Bereich zurückgezogen. „Die Caritas-Kitas stehen jedoch in gutem Kontakt mit den Familien und ihren Kindern und unterstützen diese emotional und auch mit vielen praktischen Angeboten,“ erklärt Stark-Angermeier.  Dazu gehörten Bastelanleitungen und Leseempfehlungen ebenso wie eine telefonische Kinder- und Elternsprechstunde mit Hinweisen zu Beratungsmöglichkeiten oder Besuche am Zaun. „Unser Fachpersonal kann durch den regelmäßigen Kontakt mit den Familien trotz geschlossener Kita erkennen, ob Familien eine Überlastung erleben. Hier reagieren sie mit entsprechenden Angeboten und Gespräch“, unterstreicht die Caritas-Vorständin und ergänzt: „Wir verstehen die intensiven Kontakthaltemaßnahmen als erweiterten Kinderschutz.“ Kita-Leitungen gingen aktiv auf Familien zu, um den Unterstützungsbedarf zu erkennen, wenn sie den Eindruck hätten, dass diese sich zurückziehen und den Kontakt verlieren.
 
Kindeswohl steht an erster Stelle
Alle 36 Kindertageseinrichtungen in Stadt und Landkreis München halten eine Notbetreuung für Kinder mit Eltern in systemrelevanten Berufen aufrecht. Ebenso werden Kinder im Auftrag des Jugendamts zum Schutz des Kindeswohls betreut. In allen Kitas werde ein einrichtungsspezifisches Kinderschutzkonzept erarbeitet, das Eltern Orientierung und dem Personal Sicherheit im Umgang mit Kindern gebe. „Das Kindeswohl steht für uns an erster Stelle“, betont Gabriele Kaufmann, stellvertretende Fachbereichsleiterin Kindertageseinrichtungen der Caritas München. Das sei nicht nur in der Corona-Krise so. „Als katholischer Träger von Kindertageseinrichtungen sehe ich uns in der besonderen Pflicht, Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen“, bekräftigt Kaufmann. Zu den Maßnahmen gehören ein Schutzkonzept zur Gewaltprävention für alle Kitas sowie ein vom Kita-Team der jeweiligen Einrichtung erarbeiteter Verhaltenskodex. „Auch wenn Corona den Kita-Alltag wohl auf längere Sicht verändern wird, bleibt unser Fokus auf gut ausgewähltem und geschultem Personal zum Wohl der uns anvertrauten Kinder“.

Große Sorgfalt bei der Personalauswahl
Bei der Personalauswahl würde mittels Fragebogen schon früh die Haltung der Bewerber/-innen geprüft. Ein Leitfaden ermittle nicht nur den beruflichen Werdegang und die Motivation der Bewerber/-innen, sondern beziehe sich auch auf konkretes Wissen und individuelles Verhalten in spezifischen Situationen. So werde zum Beispiel gefragt, wie die Bewerberin oder der Bewerber bei einem Kind mit erhöhter Körpertemperatur Fieber messen würde oder auch wie sie oder er damit umgehe, wenn ein Kind auffällig häufig körperliche Nähe sucht. Neue Mitarbeiter/-innen würden gleich bei der Einarbeitung mit dem Schutzkonzept zur Vermeidung sexueller Gewalt vertraut gemacht. Ein zusätzlicher Methodenkoffer helfe bei Teambesprechungen Alltagsprozesse zu reflektieren und fördere die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten zum Schutz der Kinder. Mitarbeiter/-innen lernten beispielsweise, sich gegenseitig Feedback zu geben oder tradierte Erziehungsmuster zu hinterfragen. „Wichtigstes Prinzip ist, dass es keine Tabuthemen gibt und alles zur Sprache gebracht wird“, weiß Caritas-Fachdienstleitung Elisabeth Minzl aus Erfahrung. Sie hat sich bereits beim Verband katholischer Kindertageseinrichtungen und in der Erziehungsberatung damit befasst, wie die Intimsphäre von Kindern gewahrt und sie vor sexueller Gewalt geschützt werden können.
 
Schutzkonzepte in den Kitas - Kitaradio-Spezial vom 22.-29. Mai
„Wir geben die Regeln nicht vor, sondern erarbeiten sie gemeinsam mit den Leitungen und den Teams in den Kindertageseinrichtungen“, erklärt Gabriele Kaufmann. In Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein AMYNA habe der Fachbereich bei Fortbildungen und Teamtagen zunächst Präventionskonzepte zum Schutz der Kinder erarbeitet.  Daraus sei der Auftrag entstanden, Schutzkonzepte für Caritas-Kindertageseinrichtungen zu entwickeln. „Die Schutzkonzepte gelten in allen Kitas. Allerdings entwickelt jedes Kita-Team seinen eigenen Verhaltenskodex individuell für die Einrichtung“, erläutert Elisabeth Minzl. Es gelte, die Intimsphäre der Kinder zu achten und zu erarbeiten, wo Kinder Freiräume hätten, ihr eigenes sexuelles Verhalten erfahren zu können, ohne andere zu schädigen oder selbst in Gefahr zu kommen und auch, wo es Grenzen gebe. Auch hier gelte, dass Kinder sprachfähig blieben. Die Implementierung des Schutzkonzepts in alle Kindertageseinrichtungen sei im Prozess. In einem nächsten Schritt erarbeite der Fachbereich Kindertageseinrichtungen gemeinsam mit den Eltern ein sexualpädagogisches Konzept.  Ein Spezial sendet das Münchner Kirchenradio vom 22. bis 29. Mai www.kitaradio.de.   Weitere Informationen im Internet unter www.caritas-nah-am-naechsten.de  und www.amyna.de (md).