Liebevolle Pflege im Caritas-Altenheim
München, 26. Juni 2020.

Pflege: Morgen vergessen?

Mit Nachdruck appelliert Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege jetzt und in Zukunft. „Mit Corona ist die Bedeutung der Pflegekräfte, insbesondere in der ambulanten und stationären Altenhilfe, Behindertenarbeit und Psychiatrie sowie die der Sozialberater und -betreuer, die Menschen ganz konkret in der Krise helfen, für die Gesellschaft noch weiter in den Fokus gerückt. Sie alle wurden Arbeitnehmer mit Systemrelevanz. Ihre Arbeit wird öffentlich von Politik und Gesellschaft gewürdigt. Ihnen wird applaudiert, über ihre Arbeitsbedingungen und ihre Gehälter wird ernsthaft diskutiert und sie erhalten Sonderprämien“, anerkennt Falterbaum. Dennoch seien diese Professionen auch weiterhin gekennzeichnet durch unterdurchschnittliche Vergütung, herausfordernde Arbeitszeiten, zu wenig Personal sowie geringes soziales Prestige.

Systemrelevanz muss im Fokus bleiben!
Lobende Worte und Wertschätzung seien das eine, nachhaltig angelegte Strategien für mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen, ein höheres Gehaltsniveau und Tariftreue das andere. „Heute beklatscht – morgen wieder vergessen: Das darf keinesfalls passieren. Der Applaus darf nicht ohne Veränderungen verklingen“, mahnt Falterbaum. Pflege und soziale Arbeit seien schon immer systemrelevant gewesen, auch vor der Pandemie, betont der Vorstandsvorsitzende des Diözesan-Caritasverbands (DiCV). Die Aufwertung der sozialen Berufe als Lehre aus der Corona-Pandemie beginne mit einer angemessenen und bedarfsorientierten Personalausstattung und einem nachhaltig besseren Image.

Nachhaltige Verbesserungen gefordert
„Politik und Gesellschaft müssen sich nach der Krise immer noch an die unverzichtbare Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen sozialen Bereichen erinnern und vor allem auch daran, was uns eine menschenwürdige, professionelle Pflege wirklich wert sein muss“, appelliert Falterbaum. „Dabei müssen wir auch darauf achten, dass die steigenden Pflegesätze nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen.Wir als Caritas verweisen seit langem darauf, dass die Personalausstattung in der stationären und ambulanten Pflege zu niedrig und das Arbeitspensum zu verdichtet ist“, unterstreicht der Caritasdirektor.

Attraktivität durch bessere Arbeitsbedingungen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter litten unter den Folgen der Arbeitsintensivierung und knappen Personalschlüsseln. Schlechte Rahmenbedingungen seien nicht nur der Hauptgrund, aus dem Pflegeberuf auszusteigen, sie gefährdeten langfristig auch eine fachgerechte Pflege, so Falterbaum. Langfristig steigerten daher nur bessere Arbeitsbedingungen die Attraktivität der Pflegeberufe und der sozialen Berufe. „Wir brauchen jetzt und auch nach der Pandemie qualifizierte Leute in der Pflege und der sozialen Arbeit, die motiviert sind, die sich wertgeschätzt fühlen, die vernünftige Arbeitsbedingungen vorfinden und ein gutes Tarifgehalt, wie es die Caritas schon immer zahlt“, bekräftigt der Vorstandschef des Caritasverbands München-Freising. (mmr)