Projektleiterin Alexandra Myhsok (2. v. l.) mit einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer.
Projektleiterin Alexandra Myhsok (2. v. l.) mit einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer.
München, 31. Juli 2020.

Essensausgabe „Brot und Mantel“ schließt

Gut 50 000 Essen, konkret warme Suppen, Brot sowie Brotzeittüten, sind seit dem Lockdown Ende März für Bedürftige über den Tresen der Essensausgabe „Brot und Mantel“ in der Schwanthalerstraße 46-48 gegangen. Entstanden ist die Nothilfeausgabe, um die Bahnhofsmission zu entlasten, die mit Beginn der Pandemie an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen war. Auf die Beine gestellt wurde das Projekt deshalb ökumenisch, aus einem Verbund aus Caritas, In Via und Innere Mission, wobei die Caritas die Suppen- und die Diakonia/Innere Mission die Kleiderausgabe übernahm. Nach über vier Monaten können sich heute, 31. Juli 2020, die „Brot und Mantel“-Gäste ein letztes Mal mit Suppen, Kaffees und Kuchen versorgen, bevor das Haus, in dem sich die Ausgabestelle befindet, abgerissen wird.
 
Gäste und Mitarbeitende einig: "Es wird etwas fehlen!"
Das Bedauern bei denjenigen, die täglich vorbeikommen, um sich Speis und Trank abzuholen ist groß. „Die Verköstigung ist klasse“, berichtet beispielsweise Rudolf. „Die Suppen waren richtig gut und abwechslungsreich, der Kaffee auch.“ Die zentrale Anlaufstelle in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs werde ihm künftig fehlen, nicht nur, weil es jetzt schwieriger sei, etwas Vernünftiges in den Bauch zu bekommen. Auch Leni kommt täglich. „Die Leute in der Ausgabe sind ganz super“, schwärmt sie. Mit dem Essensangebot ist sie sehr zufrieden: „Besser kann es nicht sein.“ Wehmütig ergänzt sie: „Hoffentlich geht es weiter …“ Auch beim Caritas-Team, bestehend aus über 50 Freiwilligen und mindestens 20 Caritas-Mitarbeitenden, kommt etwas Schwermut auf. Stellvertretend für alle, äußert Projektleiterin Alexandra Myhsok: „Wir werden die täglichen Begegnungen mit unseren Gästen vermissen“, und ergänzt, „der Bedarf ist da, deshalb hoffen wir darauf, an einer anderen Stelle ein neues Angebot schaffen zu können.“ Dazu bräuchte es zentrale Räume in der Nähe des Hauptbahnhofs, mit einer Größe zwischen 600 und 800 Quadratmetern. Caritas-Geschäftsführer Harald Peter Bachmeier zeigt sich zuversichtlich: „Die Caritas München steht an der Seite der Bedürftigen – ohne Wenn und Aber. Wir sind deshalb in intensiven Planungen für den Winter, um Menschen in drängender Not wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag ermöglichen zu können.“

Dank an alle Unterstützer und Ehrenamtlichen 
Den Tag des Abschiednehmens nutzt Alexandra Myhsok auch dazu, Danke zu sagen: „Allen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Dankeschön für Brotzeittüten, Kühlschrank, Innocent-Getränke, diverse Großspenden, Muffin-, Zeit- und weitere Geldspenden. Auch das Amt für Wohnen und Migration hat uns für zwei Monate gefördert – das war eine sehr gute Zusammenarbeit.“ Mit Blick auf die vielen freiwilligen Helfer ergänzt Yvonne Möller, Einsatzleiterin der Freiwilligen: „Das Engagement war flexibel und grandios. Ohne eure Hilfe hätte das alles niemals so gut funktioniert …“ (var)