Kinder bewegen sich spielerisch in der Kita.
München, 27. August 2020

Zum Kitastart: Caritas fordert Klarheit für kranke Kinder

Bayerisches Familienministerium muss Eltern ausführlich informieren
Regelmäßige Testmöglichkeiten für Personal und schnellere Testergebnisse
      
München, 27. August 2020. Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising begrüßt grundsätzlich die frühzeitige Information zum Drei-Stufen-Plan des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales für den Kitastart am 1. September. Caritasdirektor Georg Falterbaum kritisiert zugleich, „dass Kinder mit sogenannten „milden Krankheitssymptomen“ wie Schnupfen oder Husten direkt nach der Urlaubs- und Ferienzeit und ohne einen negativen Corona-Test wieder in die Kita gehen dürfen“.

Lokale Handlungsmöglichkeiten befürwortet
Falterbaum befürwortet die im Drei-Stufen-Plan vorgesehenen lokalen Handlungsmöglichkeiten in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen und warnt zugleich vor Überforderung der Erzieher/-innen. Die Kita müsse in Stufe 2 entscheiden, wie viele Kinder betreut werden können und wer zuhause bleiben muss. Die Eltern stünden unter hohem Druck und müssten darauf vorbereitet werden, dass bereits in Stufe 2 nicht jedes Kind im gewohnten Umfang betreut werden kann. Das Sozialministerium informiere die Eltern jedoch nur über die Einschränkungen in Stufe 3, fordere hingegen von den Trägern die Umsetzung des Hygieneplans für alle Stufen, so Falterbaum.

Information für Eltern beugt Konflikten vor
Die Konflikte zwischen Eltern und Kitas seien vorprogrammiert: „Die Eltern erwarten ab September einen Regelbetrieb, den es so nicht geben kann“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Katholischen Wohlfahrtsverbands. Er erwarte, dass das Bayerische Sozialministerium die Eltern ausführlich über die Vorgaben für die Kitas informiere. Nur so könne die Partnerschaft zwischen Kindertageseinrichtung und Eltern gut funktionieren und der Bildungs- und Betreuungsplan sinnvoll erfüllt werden.  

Ärztliches Attest für Kinder mit Krankheitssymptomen
„Es muss klare Regeln geben“, findet Falterbaum. Die Kita dürfe nicht in eine Zwickmühle gebracht werden, mit den Eltern aushandeln zu müssen, wer im Zweifelsfall Fieber messe, wenn Eltern ihr Kind mit Schnupfen oder leichtem Husten brächten. „Zeigt ein Kind Symptome, so müssen die Eltern ein ärztliches Attest vorlegen, bevor ihr Kind wieder in die Kita kann“, fordert Falterbaum. Die Vorlage eines negativen Corona-Tests ist ab 1. September lediglich für Stufe 3 bei mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner/-innen innerhalb einer Woche vorgesehen. „Das gefährdet die anderen Kinder und auch ihre Betreuer“, mahnt Falterbaum. Auch müssten die Testergebnisse der Kinder und des Personals im Verdachtsfall zuverlässig nach wenigen Stunden vorliegen. In der Vergangenheit gab es Einrichtungen, die wegen einer möglichen Infektion zehn Tage geschlossen werden mussten, bis das dann glücklicherweise negative Testergebnis vorlag. Das sei weder von den Eltern noch von den Kindertageseinrichtungen hinnehmbar.

Rasche Testergebnisse verschaffen Klarheit
Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Gesundheits- und Jugendämtern müsse deshalb dringend weiter verbessert werden. Für Zweifelsfälle benötigen die Kitas eine kompetente, abschließend und schnell entscheidende Stelle des Ministeriums oder einer ihr nachgeordneten Behörde. Da in den Kitas weder sinnvoll Abstand gehalten werden noch dauerhaft mit Mund-Nasen-Schutz gearbeitet werden könne, fordert Falterbaum präventiv die Möglichkeit wöchentlicher Tests für das Personal.
 
Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. vertritt spitzenverbandlich 575 katholische Kitas, in denen etwa 45.000 Kinder von 0 bis 6 Jahren betreut werden, sowie 41 Heilpädagogische Tagesstätten davon sieben in eigener Trägerschaft. In den 66 Caritas-Kindertageseinrichtungen betreuen und versorgen 1.159 Mitarbeitende etwa 4.900 Kinder.