Auch für Kazim Akdag, Küchenleiter im Altenheim St. Franziskus, gibt's eine Einmalzahlung.
Auch für Kazim Akdag, Küchenleiter im Altenheim St. Franziskus, gibt's eine Einmalzahlung.
München, 28. August 2020.

Caritas fordert Pflege-Bonus für alle Altenheim-Mitarbeitenden

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. lässt nicht locker und fordert für alle Berufsgruppen in Alten- und Pflegeheimen einen Corona-Bonus. „Es wäre nur fair und wertschätzend, wenn der Staat den Pflege-Bonus gerecht auf alle Mitarbeitenden in den Häusern verteilt“, bekräftigt Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier. Doris Schneider, Geschäftsführerin Altenheime beim Caritasverband, ergänzt: „Natürlich ist es lobenswert, dass der Freistaat mit dem Geld der bayerischen Steuerzahler Pflegekräften, Pflegehelfern und auch Alltagsbegleiterinnen einen Bonus in Höhe von 500 Euro zukommen lässt. Aber auch der Hausmeister und -techniker, das Küchenpersonal sowie die Mitarbeitenden der Hauswirtschaft und der Verwaltung dürfen nicht leer ausgehen.“ Hier will die Caritas München-Freising als größter Sozialverband Oberbayerns „zumindest etwas Ausgleich schaffen“ und zahlt  eine einmalige steuerfreie Zulage in Höhe von 150 Euro an etwa 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 26 Caritas-Altenheime aus. „Diese Prämie soll eine Anerkennung für die hoch engagierte Arbeit der von der Politik vergessenen Berufsgruppen in unseren Pflegeheimen sein und wird bereits mit dem September-Gehalt ausgezahlt“, so Gabriele Stark-Angermeier, die als Vorstandsmitglied zuständig ist für Personal, Altenhilfe und Soziale Dienste.
 
Alle Mitarbeitenden eines Altenheims wichtig
Die Kolleginnen und Kollegen aus Hauswirtschaft und Technik, Küche und Verwaltung seien ganz wesentlich für die Abläufe eines Altenheims, begründet Doris Schneider die Zulage. Insbesondere in der Pandemie hätten sie für die zügige Umsetzung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen gesorgt. „Außerdem sind sie ebenso wie die pflegenden Kräfte einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt“, erinnert Schneider. Gerade die Mitarbeitenden der Verwaltung als primäre Anlauf- und Kontaktstelle seien in Corona-Zeiten sehr gefordert. „Sie müssen sich als erste mit den Beschwerden über die vom Gesetzgeber angeordneten Maßnahmen auseinandersetzen und die teils verzweifelten Angehörigen aufklären und beruhigen“, erläutert die Geschäftsführerin. Nicht zu vergessen die Heimleitungen, die in Pandemie-Zeiten eine besonders hohe Verantwortung trügen „und bis zur Erschöpfung arbeiten“.
 
Forderung: Stellenschlüssel erhöhen
Vorstandsmitglied Stark-Angermeier kann sich daher gut vorstellen, dass der Pflege-Bonus des Freistaats keine einmalige Sache war, zumal die Pandemie nicht vorbei sei. „Man kann es ja beim zweiten Mal besser machen und die Beschäftigten aller Arbeitsbereiche von stationärer und ambulanter Altenhilfe gleich wertschätzen.“ Um zu nachhaltig besseren Rahmenbedingungen in Alten- und Pflegeheimen zu kommen, so die Caritas-Vorständin, sei es unabdingbar, dass auch in den anderen Arbeitsbereichen wie Hauswirtschaft, Technik oder Verwaltung mehr Personal zur Verfügung steht. „Hier muss die Politik in Bund und Land die Stellenschlüssel zügig nachbessern.“ (beb)