Caritas lobt Engagement in den Kitas trotz Corona.
Caritas lobt Engagement in den Kitas trotz Corona.
München, 21. Dezember 2020.

Schluss mit Zick-Zack-Kurs

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. zeigt sich über sehr kurzfristige und teilweise fragwürdige Umfragen des Bayerischen Sozialministeriums verärgert. „Kurz vor Weihnachten von den Kindertages-einrichtungen ohnehin bekannte Daten wie die Zahl der anwesenden Kinder abzufragen, und dies mit einer 24-Stunden-Frist, halte ich für eine sinnlose Fleißarbeit. Das Vorgehen des Sozialministeriums ist wenig hilfreich und setzt die Träger unter Druck, und dies in einer für alle Beteiligten ohnehin sehr angespannten Lage“, erklärt Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier. Empört zeigte sie sich vor allem über die Frage des Sozialministeriums, ob und wie viele Mitarbeitende der Kitas Corona-Tests gemacht hätten und mit welchem Ergebnis. „Das halte ich datenschutzrechtlich für fragwürdig“, betont Stark-Angermeier und weist darauf hin, dass es für Kindertageseinrichtungen – anders als in Pflegeeinrichtungen – keine Auflagen bezüglich Corona-Tests gebe.

Kritik an Bürokratie
Die Bürokratie am Jahresende habe erheblich zugenommen, ergänzt Christian Müller, Fachbereichsleiter der 31 Kindertagesstätten in München und im Landkreis München. „Zu viele, zu kurzfristige, häufig nicht sinnvolle oder sich widersprechende Vorgaben machen uns zu schaffen. Dieser Zick-Zack-Kurs muss ein Ende haben“, moniert Müller und weiter: „Wir haben oft das Gefühl, dass wir mit unseren Belangen von der Politik kaum wahrgenommen werden.“

Klare Linie für Kitas
Von der Bayerischen Staatsregierung fordert Caritas-Vorständin Stark-Angermeier daher für das neue Jahr eine stringentere, klarere Linie für die Kindertagesstätten, eine Systematik bei geplanten Meldungen und vor allem „eine planbare Perspektive für mögliche Impfungen gegen das Corona-Virus“. Es könne nicht sein, dass das pädagogische Personal bei Impfmaßnahmen außen vor bleibt.  

Danke an alle Mitarbeitenden und die Eltern
Im Großen und Ganzen seien die 68 Kindertages-einrichtungen des Caritasverbands in München und Oberbayern in dieser Pandemie gut aufgestellt, betont Stark-Angermeier. „Mein ausdrücklicher Dank geht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und an die Eltern, die gemeinsam diese schwierige Zeit gut und bedacht durchgestanden haben.“ Insbesondere die Appelle an die Eltern, die Kinder soweit möglich schon frühzeitig zuhause zu betreuen, hätten gefruchtet und die Kitas sehr entlastet. So könne bei höchstmöglicher Sicherheit eine gleichbleibend hohe Betreuungsqualität angeboten werden. „Uns liegt daran, das seelische Wohlergehen der uns anvertrauen Kinder immer im Blick zu behalten“, so Stark-Angermeier abschließend. (beb)