Die Mitarbeitenden der Korbinians-Küche versorgen Bedürftige täglich mit Suppe und Kaffee.
München, 10. Februar 2021.

Caritas fordert höhere Impf-Priorisierung für Streetworker

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising fordert von der Bayerischen Staatsregierung Sozialarbeiter und Streetworker, die auch im Lockdown täglichen und direkten Kontakt zu vielen Klienten/-innen in der Armutsarbeit haben, bei der Vergabe von Impfterminen höher zu priorisieren. „Die Staatsregierung sollte ihr Augenmerk auch auf Dienste lenken, deren Mitarbeitende durch ihren sozialen Dienst am Menschen ein sehr hohes Infektionsrisiko haben“, erklärt Gabriele Stark-Angermeier, stellvertretende Caritas-Direktorin und zuständig für Soziale Dienste, Altenheime und Personal. Konkret nennt Stark-Angermeier die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission München am Gleis 11 im Hauptbahnhof sowie des Begegnungszentrums D3 für Obdachlose und die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen der Münchner Korbinians-Küche und der Antonius-Küche, wo täglich insgesamt rund 500 warme Mittagessen an Bedürftige ausgereicht werden.

Haupt- und Ehrenamtliche elementar für die Sozialarbeit
„Uns ist bewusst, dass in der gegenwärtigen Lage, die Frage der Priorisierung der Impfungen schwierig ist“, so Stark-Angermeier. „Dennoch hätten wir uns gewünscht, dass schon vor Monaten über Schutzkonzepte für Streetworker und Mitarbeitende in der Sozialarbeit nachgedacht wird, die viel mit Bedürftigen auf der Straße und in der Armutsarbeit zu tun haben.“ Und Caritas-Stadtgeschäftsführer Harald Bachmeier ergänzt: „Neben den hauptberuflich Beschäftigten sind in den Einrichtungen auch etliche Ehrenamtliche tätig, auf deren Einsatz die Dienste angewiesen sind.“

Zahlen zu den einzelnen Einrichtungen:
Bahnhofsmission: Täglich werden bis zu 600 Hilfesuchende teils am Fenster, teils in geschlossenen Räumen versorgt. Außerdem finden täglich 70 längere Beratungsgespräche in geschlossenen Räumen statt. In der Bahnhofsmission sind rund 150 Hilfs- und Fachkräfte tätig, davon etwa 30 Personen, die eine hohe Präsenzzeit haben und aus diesem Grund vorrangig zu impfen wären.

Begegnungszentrum D3: Täglich kommen hier bis zu 120 Personen, um sich in den Räumen an der Dachauer Straße aufzuwärmen, zu erholen, etwas Warmes zu trinken und ggf. eine Kleinigkeit zu essen. 12 Mitarbeiter/-innen und vier Ehrenamtliche kümmern sich um sie.

Münchner Korbinians-Küche: Sie versorgt täglich rund 500 Obdachlose oder ärmere Münchner/
-innen mit warmem Essen und Getränken. Essen und Getränke werden am Straßenstand in der Bayerstraße ausgereicht und in einem geschützten und geschlossenen Raum (alte Bahnhofsapotheke) eingenommen werden. Sechs Mitarbeitende und 40 Ehrenamtliche kümmern sich um die Menschen.

Antonius-Küche München: Hier werden täglich 100 ältere Menschen in Not in der Kirche St. Anton mit einem warmen Mittagessen versorgt. Eine Mitarbeiterin und 10 Ehrenamtliche sind hier im Einsatz. (beb)